Was sich in den vergangenen Wochen angedeutet hatte, ist jetzt traurige Gewissheit: Alpine steigt nach der Saison 2026 aus der WEC aus. Den Abschied nach nur drei Jahren gab der Autobauer aus Frankreich an diesem Donnerstag offiziell bekannt.
Nach Porsche und Lamborghini hat sich damit der dritte Hersteller in der 'Goldenen Ära' der WEC seit 2023 zurückgezogen. Der Start in der bevorstehenden Saison 2026, die am 28. März mit dem Auftakt in Katar beginnt, ist nicht gefährdet. Alpine wird ein letztes Mal seine beiden A424 LMDh-Prototypen einsetzen, die letztes Jahr in Fuji ihren ersten Sieg erzielten.
Alpine bestätigt WEC-Aus - Voller Fokus auf Formel 1
Alpine wolle den Motorsport-Fokus künftig auf die Formel 1 richten. In der Königsklasse des Motorsports nutzt die Renault-Tochter seit diesem Jahr erstmals Kundenmotoren von Mercedes. Die in der Vergangenheit höchst erfolgreiche Rennsport-Motorenfabrik in Viry-Chatillon soll sich künftig auf die Entwicklung der Serienprodukte von Renault und Alpine konzentrieren.
Alpine begründet das Aus in der WEC mit wirtschaftlichen Herausforderungen auf dem Automobilmarkt. Dass sich eine vergleichsweise kleine Marke wie Alpine überhaupt Engagements in den FIA-Weltmeisterschaften Formel 1 und WEC leistete, sorgte bei Branchenkennern immer wieder für Stirnrunzeln.
Alpine-CEO Krief: "Wir mussten harte Entscheidungen treffen"
"Wir mussten harte Entscheidungen treffen, um die langfristigen Ambitionen von Alpine zu schützen", sagte Alpine-CEO Philippe Krief. "Einerseits wächst die Automobilindustrie - und insbesondere der Markt für Elektrofahrzeuge - langsamer als erwartet. Andererseits müssen wir für einen langfristigen Erfolg weiterhin in das Alpine-Produktportfolio und die Marke Alpine investieren. Das bedeutet: Wir müssen entschlossene Maßnahmen ergreifen, um eine Marke mit einer nachhaltigen Zukunft aufzubauen."
Monsieur Krief bedauerte zwar den Ausstieg aus der WEC, doch die Formel 1 biete weiterhin "eine einzigartige Plattform, um die Markenbekanntheit im Einklang mit unseren Ambitionen für Produkt- und Marktwachstum zu steigern". Zur weiteren Auslastung von Viry-Chatillon würden seit Januar Partnerschaften mit externen Unternehmen gesucht - ob bereits welche gefunden worden sind, verrät Alpine noch nicht. Neben Alpines WEC-Projekt hat der Mutterkonzern Renault inzwischen auch das Dakar-Programm von Dacia mit Ende 2026 eingestampft, wenngleich die Motoren des amtierenden Dakar-Siegerautos in Großbritannien entwickelt wurden.
Ein Beschäftigungssicherungsplan soll die Mitarbeiter der Motorenschmiede in Viry während der Übergangsphase unterstützen. Alpine spricht von unterschiedlichen Möglichkeiten, darunter einem Personalwechsel innerhalb des Konzerns, Weiterbildungsprogrammen, dem freiwilligen Ausscheiden oder dem Vorruhestand. Laut Medienberichten sollen Bruno Famin, früher Formel-1-Teamchef von Alpine und zuletzt Motorsportchef der Franzosen, und der stellvertretende Alpine-Motorsportdirektor Francois Champod vor dem Abschied stehen.
Ferdinand Habsburg muss sich neuen Job suchen
Die aktuellen WEC-Fahrer müssen sich nach der Saison 2026 ebenfalls neue Jobs suchen. Das betrifft den Österreicher Ferdinand Habsburg, Mercedes-AMG-Werksfahrer Jules Gounon, Ex-Porsche-Pilot Fred Makowiecki, Charles Milesi sowie die jüngsten Neuzugänge Antonio Felix da Costa und Viktor Martins. Die beiden Letztgenannten hatte Alpine erst im Winter verpflichtet. Sie folgen - für ein Jahr - auf IndyCar-Wechsler Mick Schumacher und Genesis-Neuzugang Paul-Loup Chatin.
Der angekündigte Abschied von Alpine ist eine bittere Nachricht für die Verantwortlichen der WEC. Sorgen um leere Starterfelder müssen sie sich aber nicht machen: 2027 steigen mit Ford und McLaren zwei weitere Automobil-Schwergewichte ein. Dieses Jahr debütiert zudem die Hyundai-Tochter Genesis Magma Racing. Außerdem gibt es Gerüchte, dass Hondas Luxustochter Acura mit einem Einstieg in die WEC neben dem IMSA-Engagement liebäugelt.
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