Derzeit gibt es in der Formel 1 nicht viel, das Max Verstappen Freude bereitet. Sein neuer RB22, der fast zu 50 Prozent elektrisch angetrieben wird, konnte ihn bei den ersten Testfahrten in Bahrain bisher nicht überzeugen – zumindest was das Fahrgefühl angeht. Das Fahren mache keinen Spaß, man könne nicht Vollgas geben, sondern müsse nur managen. Der vierfache Weltmeister bezeichnete die neue Formel 1 am Donnerstag sogar als "Formel E auf Steroiden". Für den Red-Bull-Piloten, der seine Liebe zu purem Racing schon oft betonte, könnte es also eine lange Saison werden.

Doch für Verstappen ist die Königsklasse des Motorsports nicht das Ende der Fahnenstange. "Ich mache außerhalb der Formel 1 noch andere Dinge, um Spaß zu haben", sagte er. Was damit gemeint ist, weiß mittlerweile wohl jeder Motorsport-Fan. Seit Verstappen im Mai 2025 bei einem geheimen Test auf der Nordschleife entdeckt wurde, hat sich die Saga zu einer der größten Geschichten des Sportwagen-Jahres entwickelt. Nach dem Permit-Erhalt und dem ersten NLS-Sieg fehlt dem Niederländer nun nur noch ein Häkchen auf seiner Nordschleifen-Liste: die Teilnahme an den legendären 24h Nürburgring.

Ob sich die Motorsport-Welt darauf schon in diesem Jahr freuen darf? "Ich will es machen. Wir arbeiten daran, dass es passiert, aber ich kann noch nichts bestätigen", vertröstete Verstappen beim Medientermin in Bahrain. Terminlich würde es passen, das prestigereiche Langstrecken-Rennen findet von 14. bis 17. Mai statt, also genau zwischen dem Miami und dem Kanada GP. Auch der Spaßfaktor wäre gegeben. "Wenigstens kann ich dort mit Vollgas fahren und muss nicht auf meine Batterie aufpassen", konnte sich Verstappen eine Spitze gegen die Formel 1 nicht verkneifen.

Verstappen will Vorbereitung: Sogar Reifenwechsel ist anders!

Die Weichen für eine potenzielle Teilnahme Verstappens hat die Nürburgring Langstrecken-Serie bereits gestellt: Der zweite Saisonlauf wurde um eine Woche vorverlegt. Original hätte das Rennen zeitgleich mit dem Japan GP stattgefunden, nun könnte sich Verstappen an seinem freien Wochenende vor Suzuka in die Eifel begeben.

Eine Teilnahme an einem NLS-Lauf ist nicht verpflichtend, um beim 24-Stunden-Rennen anzutreten. Das hat sich Verstappen selbst zur Voraussetzung gemacht. "Wenn ich tatsächlich antrete, dann brauche ich ein Rennen als Vorbereitung. Die anderen Fahrer, die das schon eine Weile machen, haben im Vergleich mehr Erfahrung. Außerdem ist es für mich ein neues Auto, das ich noch nie auf der Nordschleife gefahren bin."

Mit welchem Auto er antreten würde, ist noch nicht bekannt. Es ist aber zu vermuten, dass es ein Mercedes-AMG GT3 Evo sein wird. Mit so einem nimmt sein Freund und potenzieller Teamkollege Chris Lulham an dieser Saison der GT World Challenge in Verstappens eigenem Team teil.

Abgesehen vom Auto kommen aber auch die unbekannten Prozedere hinzu, mit denen sich der vierfache Weltmeister erst vertraut machen muss. "Sogar ein Reifenwechsel ist für mich neu. Ich mache normalerweise keinen Fahrerwechsel. Für mich sind es all diese kleinen Details, auf die ich mich gut vorbereiten möchte, sollte ich am 24-Stunden-Rennen teilnehmen." Bis wann die finale Entscheidung steht, ist nicht klar. Verstappen ließ bereits letztes Jahr anklingen, dass es auch darauf ankommen würde, wie sich Red Bull in der Weltmeisterschaft schlägt.

Verstappens Aussagen im Rahmen des Bahrain-Tests stürzten die Formel 1 in eine Krise und könnten dem Sport nachhaltig schaden. Doch seine vernichtenden Worte entsprechen der unschönen Wahrheit, meint Formel-1-Ressortleiter Christian Menath. Seinen Kommentar könnt ihr hier lesen: