Von wegen: Winterpause! Max Hesse blickt auf äußerst geschäftige - und erfolgreiche - Wochen zurück. Ende Januar errang der BMW-Werksfahrer den Sieg in der GTD-Pro-Klasse bei den 24 Stunden von Daytona, an diesem Wochenende gibt er sein Debüt beim 12-Stunden-Rennen in Bathurst (zur Starterliste).
Wenige Tage vor seiner Abreise nach Australien stattete Hesse der Motorworld München noch einen Besuch ab, um der Kaderpräsentation des Motorsport Team Germany 2026 beizuwohnen. Der 24-Jährige zählte lange Zeit selbst zu den Förderpiloten und ist nach seiner Beförderung zum BMW-Werksfahrer inzwischen ein Teil des sogenannten 'Weltkaders' - genau wie Landsmann Laurin Heinrich, der in Daytona mit Porsche sogar zum Gesamtsieg fuhr.
So viel Geld wurde Max Hesse für die Rolex-Uhr geboten
In München wollte Motorsport-Magazin.com von Hesse wissen: Hat er seine schicke Rolex-Daytona-Uhr, die alle Klassensieger beim 24-Stunden-Rennen in Florida auf dem Podium bekommen, mit nach Deutschland genommen - oder ist er der Versuchung erlegen, den Zeitmesser für gutes Geld zu verkaufen?
Dazu muss man wissen: Bei den 24 Stunden von Daytona ist es inzwischen eine liebgewordene Tradition, dass die siegreichen Fahrer direkt nach der Podestzeremonie von Händlern oder Sammlern angesprochen werden und Angebote für die Rolex-Uhren erhalten. "Die Uhr ist weiterhin in meinem Besitz", versicherte Hesse. "Ich kann aber bestätigen, dass mir einiges dafür geboten worden ist."

Es ist eine Summe, bei der auch Profi-Rennfahrer schwach werden können: Hesse habe ein Angebot über 95.000 Dollar - rund 80.000 Euro - für seine Uhr erhalten! Bar auf die Kralle, wie man so schön sagt. Ein hübsches Sümmchen also für den Zeitmesser, dessen Listenpreis in der Edelstahl-Gelbgold-Variante bei 22.000 Euro liegt. Die einzigartigen Sieger-Uhren werden hingegen seit Jahren um die 100.000 Dollar auf dem Zweitmarkt gehandelt, wie uns mehrere Fahrer glaubhaft versichert haben.

Hesse: "Habe nicht einmal daran gedacht, die Uhr zu verkaufen"
Hesse blieb aber trotz des möglichen Bargeldsegens standhaft und nahm die Uhr mit in den Flieger Richtung Heimat: "Ich habe nicht einmal daran gedacht, die Uhr zu verkaufen, um ehrlich zu sein. Überhaupt nicht!"
Für den gebürtigen Wernauer hat die Uhr als Andenken an den Triumph natürlich einen Wert, der das rein Materielle deutlich übersteigt: "Das war der erste Sieg bei einem großen 24-Stunden-Rennen für uns. Klar, wir haben letztes Jahr in Dubai gewonnen, aber Daytona ist eine ganz andere Hausnummer. Das ist eines der großen vier GT3-Rennen, das man als Rennfahrer unbedingt gewinnen will."

Daytona-Sieger Hesse: "Last von den Schultern gefallen"
Auf dem Ovalkurs teilte sich Hesse den Paul-Miller-BMW mit seinen früheren BMW-Junior-Kumpanen Dan Harper und Neil Verhagen sowie dem US-Amerikaner Connor De Phillippi. Beim Zieleinlauf hatte Schlussfahrer Harper nur 2,2 Sekunden Vorsprung auf den Zweitplatzierten Mercedes-Piloten Maro Engel, der seinen dritten Daytona-Klassensieg nach 2021 und 2023 denkbar knapp verpasste.
BMW-Schlussfahrer Harper fuhr am Ende zwar ohne Funkkontakt zum Kommandostand und sich stark leerendem Tankinhalt im BMW M4 GT3 Evo, profitierte aber von einer mutigen Strategie mit einem kurzen Stopp im vorletzten Stint. Dieser Taktik-Kniff brachte den BMW an die Spitze und dem Autobauer aus München den ersten Klassensieg seit 2020.
"Es war jetzt für uns auch ein bisschen an der Zeit", fand Hesse. "Bei den anderen 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring (Pole und P3 2024; d. Red.) oder in Spa (P5 2022; d. Red.) waren wir immer ganz gut dabei, aber es hat nie so richtig geklappt. Deshalb tut der Sieg in Daytona besonders gut. Wir hatten schon letztes Jahr gute Chancen, bevor es zu einem Unfall kam. Das hat man ein bisschen im Hinterkopf. Deshalb ist uns jetzt eine echte Last von den Schultern gefallen."
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24h Daytona: Alle deutschen Klassensieger seit 2000
| Jahr | Fahrer | Auto | Klasse | Teamkollegen |
|---|---|---|---|---|
| 2001 | Christian Menzel, Lucas Luhr | Porsche 911 GT3-RS | GT | Mike Fitzgerald, Randy Pobst |
| 2002 | Timo Bernhard, Jörg Bergmeister | Porsche 911 GT3-RS | GT | Kevin Buckler, Michael Schrom |
| 2002 | Ralf Kelleners | Lola-Nissan | SRP2 | Terry Borcheller, Anthony Lazzaro, Bill Rand |
| 2003 | Timo Bernhard, Jörg Bergmeister | Porsche 911 GT3-RS | Gesamtsieg (GT)) | Kevin Buckler, Michael Schrom |
| 2005 | Dominik Farnbacher, Wolf Henzler, Pierre Ehret | Porsche GT3 Cup | GT | Shawn Price |
| 2007 | Marc Basseng | Porsche GT3 Cup | GT | Carlos de Quesada, Jean-Francois Dumoulin, Scooter Gabel |
| 2009 | Jörg Bergmeister | Porsche GT3 Cup | GT | Andy Lally, Patrick Long, Justin Marks, R.J. Valentine |
| 2010 | Mike Rockenfeller | Riley MkXI-Porsche | Gesamtsieg (DP) | Terry Borcheller, Joao Barbosa, Ryan Dalziel |
| 2011 | Wolf Henzler | Porsche GT3 Cup | GT | Andy Lally, Spencer Pumpelly, Steven Bertheau, Brendan Gaughan |
| 2012 | Rene Rast, Richard Lietz | Porsche GT3 Cup | GT | Andy Lally, John Potter |
| 2015 | Dominik Farnbacher | Dodge Viper GT3-R | GTD | Al Carter, Ben Keating, Cameron Lawrence, Kuno Wittmer |
| 2016 | Rene Rast, Marco Seefried | Audi R8 LMS GT3 | GTD | Andy Lally, John Potter |
| 2017 | Dirk Müller | Ford GT | GTLM | Joey Hand, Sebastien Bourdais |
| 2019 | Christian Engelhart | Lamborghini Huracan GT3 | GTD | Mirko Bortolotti, Rolf Ineichen, Rik Breukers |
| 2021 | Maro Engel | Mercedes-AMG GT3 | GTD | Russell Ward, Philip Ellis, Indy Dontje |
| 2023 | Maro Engel | Mercedes-AMG GT3 | GTD-Pro | Cooper McNeil, Daniel Juncadella, Jules Gounon |
| 2025 | Christopher Mies | Ford Mustang GT3 | GTD-Pro | Dennis Olsen, Frederic Vervisch |
| 2025 | Marvin Kirchhöfer, Lars Kern | Corvette Z06 GT3.R | GTD | Orey Fidani, Matt Bell |
| 2026 | Laurin Heinrich | Porsche 963 | Gesamtsieg (GTP) | Felipe Nasr, Matt Campbell |
| 2026 | Max Hesse | BMW M4 GT3 Evo | GTD-Pro | Connor De Phillippi, Dan Harper, Neil Verhagen |



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