Wie jedes Jahr gilt bei den 24h Nürburgring: Es wird in Sachen Sicherheit nicht lange gefackelt, wenn Fahrer in den Doppelgelb- und Code-60-Zonen auf der Nordschleife die Tempolimits übertreten. Ein Fahrer wird am Samstag gleich viermal erwischt, beim letzten Mal mit einem massiven Überschuss, was in sofortiger Disqualifikation resultiert.
Bei den 24h auf dem Nürburgring gibt es bekanntlich keine Safety-Car-Phasen oder andere Unterbrechungen. Stattdessen werden lokal an Problemstellen Tempolimits und Überholverbot ausgerufen. Bei Doppelgelb gelten 120 km/h, bei Code-60 60 km/h. Übertretungen werden grundsätzlich mit Zeitstrafen geahndet. Bei mehr als 65 km/h wird weiters sofort die Nordschleifen-Permit entzogen - jener "Sonder-Führerschein", den jeder Fahrer braucht, um auf der Nordschleife Rennen zu fahren.
Code-60-Verstöße kulminieren in Permit-Entzug
Jarno D'Hauw, einer von drei Fahrern auf dem BMW M240i #658 von JJ Motorsport (mit Hakan und Recep Sari), wurde schon um 18:20 Uhr mit dem ersten Verstoß um 4 km/h in einer Code-60-Zone mit 45 Sekunden Zeitstrafe belegt. Um 19:10 Uhr und 19:23 Uhr folgten zwei weitere 45-Sekunden-Strafen wegen Übertretungen um 4 und 9 km/h.
Diese drei hatten sich noch im Rahmen gehalten, doch der richtige Hammer kam erst. Denn schon um 17:43 Uhr war D'Hauw in einem Code-60 mit 136 km/h, sprich 76 km/h über dem Limit erwischt worden. Nach sorgfältiger Prüfung bestätigten die Stewards um 21:36 Uhr den Verstoß und damit den sofortigen Permit-Entzug zusammen mit einer 106-Sekunden-Strafe.
Probleme mit Code-60 hatte am Samstagabend auch ein erfahrener Profi-Rennfahrer, nämlich Tom Coronel im #19 Max Kruse Racing Audi R8 GT3 (mit van Roon/Kohlhaas/Huisman). Coronel war um 19:18 Uhr in einer Zone 35 km/h über dem Limit erwischt worden. Das ist in der zweiten von vier Verstoß-Stufen, dafür kassierte Coronel 65 Strafsekunden und einen Strafpunkt auf seiner Lizenz.
Lange Liste an Tempolimit-Strafen am Samstag bei den 24h Nürburgring
Tempo-Überschreitungen werden auf der Nordschleife gestaffelt geahndet. Bis 15 km/h entkommt man lediglich mit Zeitstrafen. Bis 40 km/h kommt ein Strafpunkt dazu, bis 65 km/h zwei Strafpunkte. Ein Permit-Entzug folgt entweder wenn man so 3 Strafpunkte gesammelt hat, oder alternativ auch nur einmal über 65 km/h über dem Limit war.
Weiters wurde Nic Jönsson im #777 RPM Racing-Porsche 911 Cup 41 km/h über einem Doppelgelb-Limit gemessen und mit 2 Strafpunkten und 71 Sekunden belegt. Bei Arno Klasen im #171 BSL Racing Team Porsche Cayman waren es 54 km/h, 2 Strafpunkte und 84 Sekunden. Maik Knappmeier im #89 KMA-Racing VW Golf TCR wurde mit 37 km/h erwischt und kassierte 66 Sekunden und einen Strafpunkt.
Am Samstagabend gab es noch eine lange Liste an Strafen in den unteren Stufen der Tempolimit-Übertretungen. Bei teils turbulenten Bedingungen mit vielen Code-60-Zonen und Mischwetter nicht weiter überraschend.
Keine Konsequenzen gab es hingegen für Alexander Sims, der im Scherer-Audi #16 den KCMG-Mercedes #47 von Jesse Krohn eingangs einer Code-60-Zone gerammt hatte. Hier hatte Verwirrung geherrscht - ein Streckenposten davor hatte Grün signalisiert. Dann sollte eigentlich kein direkter Code-60 folgen. Die Stewards sprachen Sims entsprechend auch nach Ermittlungen frei.
Die letzten Abendstunden des Samstages gibt es hier im Liveticker:



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