Er hat es getan: Formel-1-Weltmeister Max Verstappen absolvierte am heutigen Samstag sein GT-Renndebüt in der Nürburgring Langstrecken-Serie (NLS). Und das nicht irgendwo, sondern auf der berüchtigten Nürburgring-Nordschleife. Das klare Ziel: Genug Runden fahren, um die Nordschleifen-Permit, also den sogenannten „Nordschleifen-Führerschein“ zu erhalten, um in Zukunft bei dem 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring starten zu dürfen.

Dieses Unterfangen wurde im Laufe des Tages allerdings vor einige Herausforderungen gestellt. Nach einer stundenlangen Zitterpartie, ob Verstappen die Permit nach seinem Start nun tatsächlich erhalten würde, steht nach Informationen von Motorsport-Magazin.com mittlerweile fest, dass Verstappen diese erhalten wird. Ein Gremium des Deutschen Motor Sport Bundes (DMSB) erteilte Verstappen in Anbetracht der Umstände eine Sondergenehmigung. Einem zukünftigen Start beim berühmten 24-Stunden-Rennen steht die Permit somit nicht mehr im Wege. Doch warum musste Verstappen überhaupt erst zittern?

Kuriose Zitterpartie! Drama um Verstappens Nordschleifen-Permit (18:26 Min.)

Verstappen zittert nach Unfall von Teamkollegen

Verstappen begann das um kurz nach 12:00 Uhr gestartete Rennen zunächst sichtbar vorsichtig, denn er wollte damit offenbar vermeiden, frühzeitig in eine Kollision verwickelt zu werden. Das hätte sein Permit-Unterfangen nämlich abrupt beenden können, weil er dafür zwingend insgesamt 12 gezeitete Runden, auf zwei verschiedenen leistungsschwächeren Fahrzeugen hätte absolvieren müssen! Die gedrosselte Motorleistung seines GT4-Porsche betrug rund 300 PS und damit nur halb so viel wie die eines GT3-Sportwagen, beispielsweise in der DTM, mit dem Verstappen demnächst um Gesamtsiege bei Langstreckenrennen kämpfen möchte.

Mit der Tatsache, die geforderten Mindestrunden absolviert zu haben, begann auch das Drama, denn ausgerechnet Verstappens Teamkollege Christopher Lulham hatte im Zeittraining mit seinem Porsche angeblich einen Unfall, bei dem dieser so stark beschädigt wurde, dass an einen Doppelstart von Verstappen zunächst nicht zu denken war.

Max Verstappen bei der NLS am Nürburgring
Verstappen gab sein Debüt auf dem Nürburgring, Foto: IMAGO / Gruppe C Photography

Der Porsche mit der #89 und Lulham konnte deshalb das Rennen nicht von der Startaufstellung aus, sondern lediglich aus der Boxengasse aufnehmen. Was danach passierte, ist völlig unklar und nicht seriös zu belegen. Denn der #89 Porsche absolvierte nie eine volle Runde und tauchte somit nicht auf den Zeitenmonitoren auf. Fraglich war daher, ob das Auto dennoch als gestartet galt. Dies wurde vom Deutschen Motor Sport Bund (DMSB) schließlich bestätigt. Da dies der Fall ist, erhielt Verstappen die Permit ungeachtet der Tatsache erhalten, dass er in der #89 keine Rennrunde absolvierte. Denn schon seine offizielle Nennung als Starter auf zwei Autos bei 12 absolvierten Rennrunden genügte zum Erlangen der Permit. Das Einsatzteam Lionspeed GP wollte sich zunächst nicht zu dem Zwischenfall offiziell äußern.

So reagiert der DMSB auf Verstappen-Situation

Fakt bleibt: Verstappen ist die geforderten 12 Runden gefahren und hat sich dabei „nichts zu Schulden kommen lassen“, wie ein Sprecher des Deutschen Motorsport Bundes (DMSB) gegenüber Motorsport-Magazin.com bestätigte.

Max Verstappen bei der NLS am Nürburgring
Der DMSB hat noch keine Entscheidung zur Verstappen-Permit verkündet, Foto: IMAGO / Gruppe C Photography

Starker Regen am Nürburgring, Falken-Porsche siegt

Im Hinblick auf die Performance fuhr Verstappen derweil in Runde fünf eine persönliche Bestzeit (9:01,410 Minuten) bei trockenen Bedingungen und übergab den Porsche nach Erfüllung seiner Mindestrunden an seinen Teamkollegen Christopher Lulham.

Der Brite hatte das Pech, das kurz nach seiner Ausfahrt aus der Boxengasse erste Regentropfen vom Himmel fielen. Kurze Zeit später war der Regen dann plötzlich so stark, dass alle Fahrzeuge zum Reifenwechsel an die Box kamen, darunter auch die #980 von Verstappen und Lulham.

Der Sim-Racer hatte nur ein Ziel vor Augen: den Porsche ohne Risiko über die Ziellinie zu bringen, was ihm trotz schwieriger Bedingungen wegen einer abtrocknender Rennstrecke auch gelang. Zur Belohnung konnte sich das Red-Bull-Porsche nach 24 Runden und insgesamt 584,592 absolvierten Kilometern über Platz sieben in der Porsche-Cup-3-Klasse mit dem 718 Cayman GT4 CS und Rang 27 unter insgesamt 117 Teilnehmern freuen. Den Gesamtsieg fuhr derweil der #3 Falken-Porsche (Julien Andlauer/Joel Sturm) vor dem Schwesterauto mit der Startnummer #4 ein. In der Top-Klasse SP9 Pro standen allerdings auch lediglich drei Autos auf der Nordschleife am Start.