Pole Position für die Mission WM-Titel: Pascal Wehrlein hat das vorletzte Saisonrennen der Formel-E-Saison 2026 dominant für sich entschieden und übernimmt wieder die WM-Führung vor dem Saisonfinale am morgigen Sonntag (live ab 16:00 Uhr deutscher Zeit)! Der Porsche-Werksfahrer ließ von der Pole Position aus nichts anbrennen und hat nun fünf Punkte Vorsprung auf den bisherigen WM-Führenden Jake Dennis im Kundenporsche von Andretti, der nun Wehrleins letzter realistischer Konkurrent im Kampf um den Titel ist.

Wehrlein behielt am Start die Führung und gab diese boxenstoppbereinigt nie her. Schlussendlich überquerte der Porsche-Werksfahrer nach 40 Rennrunden die Ziellinie mit 5,777 Sekunden Vorsprung auf Dennis. Der Brite kämpfte sich von Startplatz fünf mit teilweise starken Überholmanövern tapfer nach vorne und behält ebenfalls beste Chancen auf seinen zweiten WM-Triumph nach 2023. Rang drei ging an Jaguar-Werksfahrer Antonio Felix da Costa, der jedoch nun keine Chancen mehr auf den WM-Titel hat. „Porsche hat schmutzige Spielchen gespielt, aber es hat für sie funktioniert“, beschwerte sich der Portugiese im Anschluss, der Porsche zum Ende der vergangenen Saison nach einer schwierigen Beziehung verlassen hatte.

Porsche nutzt Team-Taktik stark aus

Porsche machte vom Beginn des Rennens an von der guten Ausgangsposition aus der ersten Startreihe Gebrauch. Während sein Teamkollege Nico Müller das restliche Feld im verwinkelten Teil der Strecke aufhielt, hielt Pole-Setter Wehrlein das Feld mit zwischen anderthalb und zweieinhalb Sekunden Vorsprung unter Kontrolle und sparte so ungefährdet Energie.

Diese Taktik wurde in Runde sechs nur einmal kurz gefährdet, als Zane Maloney auf der Geraden zwischen Kurve 9 und 10 mit gebrochener Radaufhängung zum Stehen kam. Jedoch wurde kein Safety-Car, sondern nur eine Full-Course-Yellow-Phase ausgerufen. Auch im Anschluss fand der auf Platz drei liegende Mitch Evans (Jaguar) keinen Weg vorbei.

Safety-Car-Pech für Müller und Evans, Wehrlein im Glück

Doch als dann das Fenster für den Pit Boost öffnete, ergab sich eine neue Möglichkeit für Evans. Nach 16 Runden holte sich der Neuseeländer an der Box die Zusatzladung ab. Nur eine Runde später kam Müller: Und blieb vorne! Doch Evans hatte in der Zwischenzeit seinen sechsminütigen Attack Mode aktiviert und ging in der 18. Runde mit der Zusatzleistung an Müller vorbei. Wehrlein blieb währenddessen davon unbeeindruckt draußen und baute seinen Vorsprung an der Spitze auf rund dreieinhalb Sekunden aus.

Das Warten machte sich bezahlt: Denn in der 21. Runde versenkte Lucas Di Grassi in seinem vorletzten Formel-E-Rennen seinen Boliden von Lola Yamaha Abt in den Barrieren von Kurve 9. Am Funk klagte Di Grassi darüber, dass das Auto weiter Vortrieb gegeben hatte. In der darauffolgenden Full-Course-Yellow-Phase ging Wehrlein an die Box und sparte so massiv Zeit. Die meisten der hinter ihm fahrenden Piloten taten es ihm gleich, wodurch Evans und Müller nach den Boxenstopps nur noch die Positionen acht und neun belegten, während Wehrlein die Spitzenposition behaupten konnte und seinen Vorsprung auf mehr als acht Sekunden ausbaute.

Jaguar bleibt in Team-WM knapp vor Porsche

Während Wehrlein ungefährdet den Sieg einfuhr, ging es für Müller im Schlussspurt sogar noch weiter rückwärts. Der Schweizer verpasste als Elfter letztlich knapp die Punkte. Evans konnte zwar Rang acht behaupten, ist jedoch mit 21 Zählern Rückstand auf Wehrlein nur noch krasser Außenseiter im Titelrennen bei noch 29 maximal zu holenden Punkten am Sonntag. Immerhin in der Team-Weltmeisterschaft liegt sein Jaguar-Team aber noch fünf Zähler vor Porsche auf Rang eins.

Hinter Evans-Teamkollege Felix da Costa belegte derweil Sebastien Buemi (Envision-Jaguar) an seinem letzten Formel-E-Wochenende den vierten Platz. Taylor Barnard (DS Penske) schloss die Top-5 ab. Dan Ticktum im Kundenporsche von Cupra Kiro, der lange Zeit auf Kurs Richtung Podestplatz gelegen hatte, musste im Schlussspurt abreißen lassen und wurde Sechster. Mahindra-Werksfahrer Edoardo Mortara wurde Siebter vor Evans, während Nick Cassidy (Citroen-DS) mit einer späten Aufholjagd Neunter wurde.

Oliver Rowland verpasst Titelverteidigung

Die Top-10 komplettierte der amtierende Weltmeister Oliver Rowland. Dieses Ergebnis reichte jedoch nicht, um den Briten im Titelkampf zu halten. Rowlands Mission Titelverteidigung ist somit gescheitert. Der Allgäuer Maximilian Günther im zweiten DS Penske verpasste als Zwölfter die Punkte. Für das deutsche Team Abt Sportsline endete das vorletzte Formel-E-Rennen der Mannschaft aus Kempten durch die Ausfälle von Maloney und Di Grassi vorzeitig.

Formel E 2026: So geht es weiter

Nach dem Samstagsrennen steht das Ende der Formel-E-Saison 2026 unmittelbar bevor. Am morgigen Sonntag entscheidet sich ab 16:00 Uhr deutscher Zeit, wer Formel-E-Weltmeister wird. Zuvor steht um 09:30 Uhr ein letztes Freies Training an, bevor ab 11:40 Uhr das Qualifying ausgetragen wird. Der Privatsender DF1 überträgt 2026 alle Rennen der Formel E live im Free-TV.

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