Nicki Thiim war nach dem DTM-Samstagsrennen auf dem Nürburgring komplett bedient. Der Titelaspirant kam nach einem ereignisreichen Nachmittag nicht über den elften Platz hinaus und fiel dadurch in der Meisterschaft zurück.

Als Gesamt-Zweiter in die Eifel gereist, büßte der Aston-Martin-Fahrer zwei Positionen in der Tabelle ein. Thiims Rückstand zu Spitzenreiter Maro Engel beträgt nun 30 Punkte - vorbehaltlich einer möglichen Berufung von GRT-Lamborghini rund um den verlorenen Oschersleben-Sieg von Mirko Bortolotti.

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Nicki Thiim poltert: "Frechheit, was hier vorgeht"

Thiim, der das Rennen von P11 aufgenommen hatte, fühlte sich am Samstag chancenlos mit seinem Aston Martin Vantage GT3 Evo - und machte daraus kein Geheimnis. "Ich dachte, Oschersleben wäre schlimm, aber das ist absolut Next Level", polterte der deutschsprachige Däne wenige Minuten nach dem Zieleinlauf am DTM-Mikrofon. "Super enttäuscht. Das ist eine Frechheit, was hier vorgeht."

Zwei Dinge missfielen Thiim, dessen Papa Kurt aus der Comtoyou-Box zuschaute, besonders. Zum einen offenbar die Balance of Performance, mit der er schon zuletzt in Oschersleben haderte und jetzt nachlegte: "Ich merke schon, wie das hier in der DTM funktioniert. Die geben uns ein paar Glory-Momente, und dann werden wir komplett abgedreht. Heute bekommt Ferrari seinen Moment, und morgen geht es so weiter. Es ist schwierig, ernst zu nehmen, was hier vor sich geht. Da ist einfach keine Konstanz drin. Das ist einfach eine Frechheit. Man kämpft mit einem Knüppel, während die anderen Pistolen haben."

Thiim über Mercedes-Youngster: "Klar zu sehen, was seine Aufgabe war"

Zum anderen echauffierte sich Thiim über das Vorgehen seines Kontrahenten Tom Kalender - Teamkollege von Titelanwärter Lucas Auer bei Landgraf-Mercedes - im Rennen: "Mit Tom war ganz klar zu sehen, was seine Aufgabe war: mich um jeden Preis nicht vorbeizulassen. In der ersten Runde ist er in Turn 5 komplett in den Dreck geflogen. In der dritten Runde habe ich versucht, ihn in der Schikane zu überholen. Und er zieht komplett rüber, noch vor der Bremszone. Das war das absolute Ziel von ihm: uns nicht vorbeizulassen, damit er seinem Kollegen da schön helfen kann."

Die Rennleitung bewertete den Zweikampf in der Schikane allerdings anders und brummte Thiim eine Penalty-Lap wegen Abdrängens von Kalender auf, was den Aston-Piloten zunächst weit zurückwarf. Für Mercedes-AMG-Youngster Kalender war das Rennen wenig später vorzeitig beendet - sein vierter Ausfall in der laufenden Saison.

Kalender kontert Thiim-Vorwurf: "Das war unsportlich"

Kalender betrachtete den Vorfall mit Thiim ganz anders als sein dänischer Gegner. "Aus meiner Sicht ist ganz klar, was passiert ist", sagte der 18-Jährige am DTM-Mikrofon. "Der Nicki war einfach viel zu weit hinter mir. Ich habe mich extra dazu entschieden, nicht zu blocken, weil ich über die Gerade so eine gute Lücke aufgemacht habe. Dann so reinzuhalten - es war schon klar, wie die Sache ausgeht. Das war unsportlich, um ehrlich zu sein."

Bis zum Duell in der Schikane sei das Rennen aus Sicht von Kalender recht ruhig verlaufen: "Klar, Nicki hat ein bisschen Druck gemacht. Es war aber nicht so, dass ich groß in Zweikämpfe verwickelt war. Wir schauen nach vorne, aber ich habe mittlerweile aufgehört, die Ausfälle zu zählen. Die stapeln sich schon dieses Jahr."

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