Marco Wittmann (Schubert-BMW) hat sich die Pole Position für das Samstagsrennen der DTM auf dem Sachsenring (heute um 13:30 Uhr) gesichert. Der zweifache Champion behielt in der packenden Schlussphase des Qualifyings die Nerven und stürmte zur ersten Pole in der aktuellen Saison sowie der 18. seiner DTM-Karriere.
"Das war eine extreme Überraschung für uns", sagte Wittmann, der wegen seines Nürburgring-Sieges 20 Kilo Erfolgsballast an Bord haben wird. "Der Sachsenring war für uns in der Vergangenheit nie ein gutes Pflaster. Ich habe meinen Ingenieur gefragt, ob er mich verarschen will! Das Chaos mit der roten Flagge ist uns etwas entgegengekommen."
Die Zeitenjagd am Samstagmorgen war eine knappe Angelegenheit, weil den Fahrern nach einer durch Lucas Auer ausgelösten Rot-Phase nur knapp drei Minuten Zeit für eine bis zwei schnelle Runden zur Verfügung standen. Hinter Wittmann belegte Thomas Preining (Manthey-Porsche) den zweiten Startplatz und übernahm dank der 2 Zusatzpunkte sogar die Führung in der Meisterschaft vor Maro Engel. Der Winward-Mercedes-Pilot wurde Fünfter, kassiert fürs Rennen aber eine 3-Platz-Gridstrafe (Auer-Kollision am Nürburgring).
Unfall von Lucas Auer überschattet Qualifying
Das Qualifying wurde von einem heftigen Unfall von Lucas Auer (Landgraf-Mercedes) überschattet. Der Österreicher, der am Freitag seinen 32. Geburtstag feierte, crashte 2:42 Minuten vor dem Ende und löste eine Unterbrechung mit roten Flaggen aus. Der Unfallhergang wirkte ungewöhnlich: Auer verlor bei der Anfahrt zu Kurve 7 plötzlich das rechte Hinterrad, drehte sich im neben der Strecke und schlug vorne links in die Reifenstapel ein. Laut Mercedes-AMG sei die Radnabe gebrochen.
Auer konnte zügig Entwarnung geben und meinte in einer ersten Reaktion bei ProSieben: "Ich habe eingelenkt, ein komisches Geräusch gehört und bin dann abgeflogen. Komisch, davor hatte sich alles gut angefühlt." Teamchef Klaus Landgraf sagte: "Wir müssen das erst analysieren." Ein bitterer Rückschlag für den DTM-Titelanwärter, der von hinten starten muss - sofern sein Mercedes-AMG GT3 rechtzeitig repariert werden kann. Auer fiel zuletzt am Nürburgring wegen einer Kollision mit Maro Engel vorzeitig aus.
Qualifying: BMW, Porsche und Mercedes in Top-5
Auf den Plätzen drei, vier und fünf: Jules Gounon (Winward-Mercedes), Kelvin van der Linde im zweiten Schubert-BMW und Titelanwärter Engel. Damit landeten zwei BMW, zwei Mercedes-AMG und ein Porsche in den Top-5. Die beiden Ferrari von Matteo Cairoli und Thierry Vermeulen folgten auf den Positionen sechs und acht, dazwischen drängelte sich Tom Kalender im Landgraf-Mercedes.
Mirko Bortolotti (GRT-Lamborghini) und Nicki Thiim (Comtoyou-Aston-Martin) komplettierten die Top-10. DTM-Debütant Simon Connor Primm im Audi von Seyffarth Motorsport belegte den 17. Platz. Der Sachse absolvierte früh eine Push-Runde und lag bis zum zwischenzeitlichen Abbruch an zweiter Stelle. Als der Rest des Feldes in den Schlussminuten loslegte, wurde Primm durchgereicht. Der 21-Jährige ließ immerhin fünf Gegner hinter sich.



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