Die Zukunft von Fernando Alonso in der Formel 1 ist beim Grand-Prix-Wochenende in Madrid ein heißes Thema. Vor allem der Umstand, dass es noch immer nichts dazu gibt. Aktuell liegt der Ball auf der Seite des Asturiers, der hat aber keine Eile dabei, eine Entscheidung zu seiner Zukunft zu treffen.
Bereits am Donnerstag hatte er klargestellt, dass nicht sehr bald damit zu rechnen sei. Alternativen gibt es für ihn ohnehin keine in der Formel 1, er kann also nur entweder der Königsklasse den Rücken kehren oder bei Aston Martin weitermachen. Alonso strich hervor, dass man als Team gemeinsam mit Adrian Newey und Lawrence Stroll zu einer Entscheidung finden wolle. Dabei ist klar, welches Szenario Aston Martin bevorzugen würde.
Aston Martin will Fernando Alonso halten: "Sehr wichtig für die Formel 1"
Mike Krack, der als offizielles Sprachrohr des Teams an der Strecke auftritt, betonte in der Pressekonferenz auf dem Madring noch einmal: "Wir hoffen, dass Fernando weitermachen wird. Er ist sehr wichtig für unser Team. Er ist sehr wichtig für die Formel 1 und er ist sehr wichtig für den gesamten Motorsport. Es wäre schade, wenn wir ihn nicht mehr hätten."
Ein kompletter Abschied von Aston Martin erscheint als sehr unwahrscheinlich. Falls Alonso nicht mehr als Formel-1-Stammfahrer weitermachen würde, wäre es immer noch möglich, dass er eine andere Rolle innerhalb des Rennstalls einnimmt oder für die britische Marke in der WEC an den Start geht. Beides Szenarien, die er vor dem Spanien-GP nicht ausschließen wollte.
Ein wichtiges Entscheidungskriterium ist dabei nicht nur die Konkurrenzfähigkeit von Aston Martin Honda, das nach einem desolaten Saisonstart inzwischen wieder je nach Strecke im hinteren Mittelfeld angekommen ist, sondern auch allgemein die Formel-1-Regeln. Die aktuelle batterielastige Formel ist ihm ein Graus, die Regelanpassungen für 2027 sieht er aber als Schritt in die richtige Richtung. Die Frage ist nur, ob dieser Schritt in seinen Augen ausreicht. "Ich denke, es ist nicht eine einzelne Sache, an der er gerne eine Veränderung sehen würde", ist sich auch Krack im Klaren.
FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem hatte sich am Freitag ebenfalls in die Diskussion um Alonso eingeschaltet und betont, wie wichtig sein Verbleib für die gesamte Formel 1 sei. Da ein Alonso-Abschied aufgrund des schwachen Aston-Honda-Projekts "inakzeptabel" sei, hatte er sogar ziemlich unverblümt Hilfe in Aussicht gestellt – ohne weiter ins Detail zu gehen. Eine Aussage, die aufgrund des Neutralitätsprinzip der FIA als sportliche Hoheit für Stirnrunzeln im Paddock sorgte. Gleichzeitig hatte der FIA-Boss zugegeben, dass die Nachbesserungen am ADUO-Reglement im Mai auf Honda zugeschnitten waren.
Was passiert, wenn Fernando Alonso Aston Martin verlässt?
Einen gleichwertigen Ersatz für den zweifachen Formel-1-Weltmeister zu finden, erst recht in der sportlichen Lage von Aston, erscheint im Moment unmöglich. Nicht zuletzt auch deshalb, weil so gut wie alle anderen Teams schon ihre Verträge für das kommende Jahr unter Dach und Fach gebracht haben. Gerüchte rund um Sergio Perez zerschlugen sich im Sommer etwa ziemlich schnell.
Mike Krack verwarf in Madrid alle Gedanken an eine Alternative. "Ich werde nicht über einen Plan B reden." Er fügte hinzu: "Es wäre so dramatisch, [wenn Alonso aufhören würde], dass ich darüber gar nicht reden oder nachdenken will." Nichtsdestotrotz: Je länger Alonso sein Team hinhält, desto akuter wird auch die Frage nach einem potenziellen Plan B gestellt werden müssen.
Eine naheliegende Variante wäre wohl Yuki Tsunoda. Der japanische Red-Bull-Reserve verfügt über kein Cockpit für das kommende Jahr und pflegt enge Beziehungen zu Honda, die ihn jahrelang in der Formel 1 gehalten haben. Aus diesem Blickwinkel wäre er marketingtechnisch eine gute Alternative und bei seinen Ersatzauftritten zeigte er, dass er nach wie vor ein solider Formel-1-Fahrer ist.
Das einzige Fragezeichen in Form seiner Red-Bull-Verbindungen sollte eine machbare Hürde darstellen, da die Bullenteams ohnehin ein Luxusproblem von vier potenziellen Fahrern für drei verfügbare F1-Cockpits haben. Die RB-Konstellation könnte je nach Stammplatz-Vergabe und je nach Vertragslage auch einen anderen Kandidaten an Land spülen - sei das nun Liam Lawson oder Nikola Tsolov.
In einem ähnlichen Szenario könnte sich Aston Martin auch bei Haas umschauen. Das US-Team hat auch nach seinem TPC-Shootout vor zwei Wochen noch keine finale Entscheidung getroffen, wie es 2027 weitergeht. Dort steht das Cockpit von Esteban Ocon in der Verlosung. Leonardo Fornaroli oder Rafael Camara sind Anwärter darauf. Letzterer ist an Ferrari gebunden, aber das bedeutet immer noch, dass entweder Fornaroli oder Ocon auf der Strecke bleiben.
Aston Martin verfügt in seinem eigenen Fahrerkader an Reservepiloten mit Stoffel Vandoorne in der Theorie auch über einen ehemaligen F1-Piloten. Dessen Zeit in der Königsklasse liegt inzwischen allerdings schon acht Jahre zurück. Jak Crawford als FP1-Fahrer ist auch designierter Ersatzmann, seine Nachwuchsvita liest sich allerdings nicht sehr überzeugend. Beide sind höchstens Außenseiter.



diese Formel 1 Nachricht