Im Frühsommer 2026 schien Francesco Bagnaia das Ruder endlich wieder herumgerissen zu haben. Nach Monaten der MotoGP-Krise punktete er in Barcelona, Mugello sowie im Balaton Park und in Brünn an vier Rennwochenenden konstant gut, war Stammgast bei den Siegerehrungen und konnte in Tschechien sogar den Sprint gewinnen.

Francesco Bagnaia: Punktelos seit Sommerpause

Doch seither ist Bagnaia wieder in alte Muster verfallen: Seit der Sommerpause konnte er keinen einzigen WM-Punkt holen, in Silverstone und Aragon schrieb er jeweils eine Nullnummer. Bagnaia selbst sprach von einer demütigenden und beschämenden Situation. Und auch an diesem Wochenende in Misano deutet wenig auf eine Trendwende hin. Die Trainings am Freitag beendete er auf den enttäuschenden Rängen 18 und 19.

Bagnaia am Tiefpunkt - Lüthi: Er braucht Schwung für Aprilia! (33:51 Min.)

Schon am Donnerstag vor seinem Heim-Grand-Prix ließ Bagnaia mit kuriosen Aussagen aufhorchen. Ducati arbeitet weiterhin mit immer neuen Ideen daran, ihm ein Motorrad zur Verfügung zu stellen, dass seinen Ansprüchen gerecht wird. "Wir brauchen aber keine neuen Dinge. Wir brauchen alte Dinge wieder", erklärte Bagnaia voller Überzeugung. Er stellte sogar die steile These auf, dass Ducati mit seinem Motorrad aus der Saison 2024 immer noch die MotoGP dominieren würde. Ein klarer Vorwurf also an den Arbeitgeber, der nach Meinung von Bagnaia eine falsche Entwicklungsrichtung eingeschlagen hat.

Ducati-Boss stellt klar: Waren 2025 Weltmeister!

Ducati-Team-Manager Davide Tardozzi wurde am Freitag während des MotoGP-Trainings von Boxengassenreporter Jack Appleyard mit den Aussagen seines einstigen Erfolgsgaranten konfrontiert. Tardozzis Reaktion sprach Bände: Mit hochgezogenen Augenbrauen und einem ratlosen Lächeln lauschte er, um Bagnaia dann umgehend zurechtzuweisen. "Ich glaube das Pecco seine Ideen hat, aber nach 2024 haben wir eine weitere Weltmeisterschaft gewonnen", so Tardozzi, der damit natürlich auf die überragende Saison von Marc Marquez im Vorjahr verweist.

Marc Marquez hatte Francesco Bagnaia von Beginn an im Griff, Foto: IMAGO / NurPhoto
Marc Marquez hatte Francesco Bagnaia von Beginn an im Griff, Foto: IMAGO / NurPhoto

Die Geduld mit Bagnaia scheint in der Ducati-Führungsebene bald aufgebraucht zu sein. Mit Saisonende verlässt er die Mannschaft aus Borgo Panigale ja nach acht gemeinsamen Jahren und dockt bei der italienischen Konkurrenz von Aprilia an. Von einer Trennung auf Raten will Tardozzi aber nichts wissen: "Es gibt keinen Mangel an Vertrauen zwischen Ducati und Pecco - weder in die eine, noch in die andere Richtung. Ich weiß das, weil ich täglich mit ihm spreche. Er weiß, dass wir bis zur letzten Runde des letzten Rennens alles versuchen werden, um ihm zu helfen."

Was meint ihr: Kann Bagnaia mit Ducati noch einmal zu altem Glanz zurückkehren? Sagt es uns in den Kommentaren!