Exakt an diesem Wochenende vor sechs Jahren gewann Franco Morbidelli in Misano sein erstes MotoGP-Rennen. Er sollte die Saison 2020 höchst erfolgreich als Vizeweltmeister beenden. Heute ist der einst so vielversprechende Brasilo-Italiener nur noch ein Schatten seiner selbst. Während seine Ducati-Kollegen Erfolg am laufenden Band einfahren, hat Morbidelli mittlerweile nichts mehr mit den Spitzenpositionen zu tun.
Franco Morbidelli: Sechs Strafen in MotoGP-Saison 2026
Während sein in den vergangenen Jahren mangelnder Speed ausschließlich für Fahrer, Team und Hersteller problematisch ist, sind seine Aussetzer auf der Rennstrecke mittlerweile eine Gefahr für die gesamte MotoGP. Am Freitag in Misano erschien Morbidelli verspätet zum FP1 und scheint auch bis zum Training am Nachmittag nicht richtig aufgewacht zu sein. Da bummelte er nämlich einmal mehr auf der Ideallinie, blockierte Enea Bastianini und kassierte somit eine Longlap-Penalty für das Rennen.

Eine Strafe für Morbidelli ist mittlerweile fast zu einem festen Bestandteil eines MotoGP-Wochenendes geworden. Die Longlap von Misano war für ihn der sechste Penalty im 14. Grand Prix des Jahres. In Jerez fuhr er mit seiner defekten Ducati weiter, obwohl ihm mehrfach ein Verlassen der Strecke angeordnet wurde. Die Folge: 1.000 Euro Geldstrafe und 10 Minuten Sperre für das FP1 in Le Mans. Dort machte Morbidelli direkt weiter, bummelte auf der Ideallinie und wurde offiziell verwarnt. In Assen die nächste Bummelrunde, dieses Mal wurde er drei Startplätze nach hinten versetzt. Am Sachsenring wiederholte Morbidelli sein Vergehen, wieder ging es drei Startplätze zurück. In Misano wurde daher jetzt auf eine Longlap-Penalty erhöht, zwischendurch wurde Morbidelli in Aragon noch für das Ignorieren Gelber Flaggen verwarnt.
Lustig ist dieser Franco Morbidelli schon lange nicht mehr
Seine wiederholten Verfehlungen haben Morbidelli zum Dauerbrenner auf humorigen Meme-Seiten in den Sozialen Medien gemacht. Und auch an jedem MotoGP-Stammtisch stehen Morbidelli-Witzchen wohl hoch im Kurs. Verständlich, doch mir ist bei den ständigen Aussetzern des 31-Jährigen mittlerweile nicht mehr zum Lachen zumute. Seine Aktionen - allen voran das Langsamfahren auf der Ideallinie - sind keine Kavaliersdelikte, sondern brandgefährliche Aktionen für sich selbst und seine Mitstreiter auf der Rennstrecke. Wie dramatisch Kollisionen mit großen Geschwindigkeitsunterschied ausgehen können, hat die Geschichte zur Genüge gezeigt.

Dass Morbidelli deshalb mit Saisonende 2026 seinen Platz in der MotoGP verliert, ist nur folgerichtig. Dass er allerdings im kommenden Jahr in der Superbike-WM auf einer Werks-Ducati seine Karriere auf großer Bühne fortsetzen darf, lässt mich fassungslos zurück. Dass Morbidelli in der MotoGP noch keinen dramatischen Unfall verursacht hat, ist großes Glück. Glück, das nun in der Superbike-WM weiter massiv strapaziert wird. Denn es ist nicht davon auszugehen, dass bei 'Franky' noch das große Umdenken einsetzen wird. Das blieb nämlich in den vergangenen Jahren in der MotoGP völlig aus. Stattdessen nahm er stets die Opferrolle ein und sah sich in der Vergangenheit sogar zu Unrecht verfolgt.
Bei allem Respekt: Ein Fahrer mit diesem Sündenregister und ohne jegliche Reue oder Selbstreflexion hat in der Elite des Motorradsports keine Daseinsberechtigung mehr.
Jetzt seid ihr dran: Habt ihr noch Verständnis für die Vorstellungen von Franco Morbidelli? Sagt es uns in den Kommentaren!



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