Matteo Cairoli (Emil-Frey-Ferrari) hat sich mit einem dominanten Sieg auf dem Nürburgring zurück im Kampf um die DTM-Meisterschaft gemeldet. Der Serienneuling aus Italien ließ beim heißen Samstagsrennen (32 Grad) nichts anbrennen und setzte sich locker von der Pole Position durch. Für Cairoli war es nach zuletzt zwei schwierigen Rennwochenenden am Norisring und in Oschersleben der dritte Saisonsieg.
Cairoli überquerte die Ziellinie mit 9,9 Sekunden vor dem Zweitplatzierten Thomas Preining beim Heimspiel seines Teams Manthey-Porsche. Für den Österreicher war es der dritte aufeinanderfolgende Podesterfolg, womit sich auch der Ex-Champion wieder Chancen im Titelkampf ausrechnen kann. Preining hatte den elften Saisonlauf mit seinem Grello-Porsche von P2 aufgenommen und fuhr zumeist ein einsames Rennen.
Marco Wittmann erkämpft sich Podest am Nürburgring
Dahinter musste sich Marco Wittmann (Schubert-BMW) seinen zweiten Podestplatz in Folge härter erkämpfen. Der zweifache Meister, der von P4 gestartet war, kassierte nach den Pflicht-Boxenstopps seinen Vordermann Ben Dörr (Dörr-McLaren) mit einem starken Überholmanöver und sicherte dadurch den dritten Platz auf dem Podium. Dörr (kam von P5) schrammte als Vierter knapp an seinem dritten Saisonpodest vorbei.
Der größte 'Verlierer' aus der Spitzengruppe war Lucas Auer (Landgraf-Mercedes): Der Österreicher fiel beim Start von der dritten bis auf die fünfte Position zurück, nachdem er in Turn 1 zu weit von der Strecke gekommen war. Den Nachteil konnte Auer bis zum Rennende nicht mehr wettmachen.
DTM Punktestand: DTM Gesamtwertung 2026 als Tabelle
Samstags-Rennen: Drei Mercedes-AMG in den Top-7
Immerhin konnte Auer im Titel-Fight einen Punkt auf seinen Rivalen Maro Engel (Winward-Mercedes) gutmachen, der vom sechsten Startplatz auf der selben Position ins Ziel einlief. Engel, der dieses Jahr bereits das 24h-Rennen Nürburgring gewann, bleibt Spitzenreiter in der Gesamtwertung. Der Mercedes-AMG-Star hatte seinen Vorsprung zuletzt ausgebaut, weil er den Sieg in Oschersleben nach der Disqualifikation von Mirko Bortolotti erbte. Das Ergebnis ist allerdings vorläufig, weil GRT-Lamborghini eine Berufung angekündigt hat. Setzt das Team diese bis zur Frist am Montagabend um, wandert der Falls vors DMSB-Berufungsgericht.
Jules Gounon (Winward-Mercedes) komplettierte das AMG-Trio auf den Plätzen fünf (Auer), sechs (Engel) und sieben als Siebter. Der Franzose stand wegen einer Kollision mit Ricardo Feller nach dem Rennende aber unter Untersuchung der Sportkommissare und musste eine Strafe fürchten. Auf den Positionen acht, neun und zehn komplettierten Luca Engstler (Abt-Lamborghini), Feller (Manthey-Porsche) und Bastian Buus (Land-Porsche). Buus kassierte in der Schlussphase Nicki Thiim (Comtoyou-Aston-Martin) und verdrängte den Dänen aus den Top-10. Thiim büßte nach einem ereignisreichen Rennen mit mehreren Kontakten im Kampf um die Meisterschaft die meisten Punkte ein.
HRT-Duo stellt früh ab - Ausfall-Orgie in der Startphase
Das HRT-Team machte bei seinem Heimspiel schon nach wenigen Runden Feierabend. Arjun Maini steuerte die Box nach vier Umläufen an, Teamkollege Finn Wiebelhaus stellte seinen Ford Mustang GT3 Evo zwei Runden später ab. Beide Fahrer hatten zuvor bereits je eine Durchfahrtstrafe angetreten, weil das Team im Vorfeld gegen das Testfahrten-Reglement verstoßen hatte. Bereits im Qualifying sparten sich Wiebelhaus und Maini die Jagd nach einer schnellen Rundenzeit. Immerhin stehen dem Mustang-Duo für den Sonntag komplett frische Reifen zur Verfügung.
Weitere frühe Ausfälle sollten im Minutentakt folgen: Mirko Bortolotti (GRT-Lamborghini) musste seinen Temerario GT3 nach einem Kontakt mit Dauer-Rivale Marco Mapelli abstellen. Für den Italiener in Diensten von Abt Sportsline war das Rennen wenig später ebenfalls nach einem Kontakt mit Timo Glock (Dörr-McLaren) gelaufen. Glock wurde mit drei Penalty-Laps belegt und gab kurz darauf auf.
Fast zeitgleich musste Tom Kalender seinen Landgraf-Mercedes in der Box abstellen, vorausgegangen war eine Kollision mit Nicki Thiim (1 Penalty-Lap). Damit erlebten die Fans sechs vorzeitige Ausfälle nach nur 15 Minuten. Nach den Boxenstopps war auch für Kelvin van der Linde (Schubert-BMW) vorzeitig Schluss. Kurz vor dem Zieleinlauf kollidierten dann noch GRT-Lamborghini-Ersatzmann Christian Engelhart und Thierry Vermeulen (Emil-Frey-Ferrari) – damit insgesamt neun Ausfälle am Ende.
DTM Nürburgring 2026: So lief das Rennen am Samstag
Die Startaufstellung: Wie 2025 stand am Samstag bei der DTM auf dem Nürburgring ein Ferrari auf der Pole Position, diesmal in Person von Matteo Cairoli. Der Italiener ging zum zweiten Mal nach in seiner DTM-Karriere von Startplatz eins in Rennen, daneben stand Thomas Preining im Manthey-Porsche in der ersten Reihe. Mit Lucas Auer, Marco Wittmann und Ben Dörr hatten auch Mercedes-AMG, BMW und McLaren ein Auto in den Top-5. Meisterschafts-Leader Maro Engel fuhr von Startplatz sechs los, sein Verfolger Nick Thiim hatte im Aston Martin von P11 eine schwierige Aufgabe vor sich. Von ganz hinten schickte HRT seine beiden Ford Mustang GT3 ins Rennen. Arjun Maini und Finn Wiebelhaus hatten schon vor dem Wochenende wegen eines regelwidrigen Tests jeweils Durchfahrtstrafen kassiert, weshalb das Team im Qualifying nicht entscheidend eingriff.
Der Start: Cairoli behauptete die Führung am Start souverän vor Preining. Der Porsche-Fahrer musste stattdessen in die Speigel schauen, blieb aber auf Platz zwei. Dahinter erwischte Auer einen schlechten Start und fiel auf P5 hinter Dörr und Wittmann zurück. Maro Engel blieb auf P6, dahinter folgten Gounon, van der Linde, Feller und Kalender. Gegen van der Linde wurde allerdings direkt eine Penalty-Lap für einen Frühstart ausgesprochen. In Kurve sieben gerieten Bortolotti und Mapelli aneinander. Der Champion von 2024 fiel dadurch auf P18 zurück. Die Szene landete zur Untersuchung bei der Rennleitung. Am Ende des Feldes saßen die beiden HRT-Ford nach der Startrunde gleich ihre Durchfahrtstrafe ab.
Chaotische Anfangsphase mit vielen Ausfällen im Samstagsrennen der DTM auf dem Nürburgring
Der Rennverlauf: Matteo Cairoli leistete in der Anfangsphase unangefochten die Führungsarbeit, dahinter blieb das Klassement weiterhin unverändert. In Runde drei gab es den ersten Ausfall. Mirko Bortolotti musste seinen Lamborghini Temerario GT3 in Folge der Kollision mit Mapelli an der Box abstellen. Laut Teamchef Gottfried Grasser waren die Kühler durch den Ausritt derart mit Dreck verstopft, dass die Wassertemperatur des Lamborghinis immer weiter anstieg. In den darauffolgenden Runden folgten ein wahrer Aderlass im 21-köpfigen DTM-Feld.
Arjun Maini stellte seinen Ford Mustang in Runde vier ab, Teamkollege Finn Wiebelhaus seinen zwei Umläufe später. Der Inder erklärte, auf der Startrunde einen Kerb falsch erwischt zu haben. Vibrationen auf der linken Seite zwangen ihr zur Aufgabe. Für Marco Mapelli war ebenfalls in Runde sechs Schluss. Er war zuvor in Turn 2 mit Timo Glock aneinandergeraten. Der ehemalige Formel-1-Pilot kassierte als Auslöser für die Kollision drei Penalty-Laps und gab das Rennen nach acht Runden auf. Eine Runde zuvor hatte auch Tom Kalender abgestellt, nachdem er in der Schikane eine Divebomb von Nick Thiim kassiert hatte und ins Abseits geschickt wurde. Der Däne erhielt dafür eine Penalty-Lap.
Ferrari kontrolliert erstes DTM-Rennen am Nürburgring souverän
In Runde 14 wurde das Boxenstopp-Fenster geöffnet. Cairoli führte mit dreieinhalb Sekunden auf Preining souverän. Dörr lag als Dritter fünf Sekunden hinter dem Leader. Dahinter entzerrte sich das Feld immer mehr. Auf P10 hatte Thiim bereits einen Rückstand von 17 Sekunden auf Cairoli. Marco Wittmann und Lucas Auer nutzten 35 Minuten vor Schluss von den Plätzen vier und fünf als erste die Gelegenheit zum Pitstop. Auch Jules Gounon, Luca Engstler, Nick Thiim und Christian Engelhart kamen sofort rein. Einen Umlauf später reagierte Dörr Motorsport mit Ben Dörr. Er kam zwar vor Marco Wittmann aus der Box, wurde dann aber vom BMW-Fahrer kassiert.
In Runde 16 zogen Thomas Preining und Maro Engel mit ihren Reifenwechseln nach. Engel war am Pit-Exit zunächst vor Wittmann, Dörr und Auer. Mit ihren Reifen auf Betriebstemperatur fuhr das Trio allerdings Kreise um den Meisterschaftsführenden und gingen allesamt vorbei. Für Cairoli war der Pistop in Runde 17 fällig. Er behauptete sich nach einer Standzeit von 6,2 Sekunden vor Preining, hatte aber klar an Vorsprung eingebüßt. Der Champion von 2023 war im Porsche nach den Boxenstopps auf anderthalb Sekunden dran.
Zwischen Jules Gounon und Ricardo Feller kam es zeitgleich zu einem Kontakt. Der Schweizer kam im Manthey-Porsche aus der Box und wurde in Kurve eins außen von Gounon kassiert. Der AMG-Fahrer zog am Kurvenausgang aggressiv nach rechts, um der Ideallinie zu folgen, übersah dabei aber Feller. Der drehte sich durch den Kontakt in die Leitplanken, verlor aber nur zwei Positionen und konnte sein Rennen trotz Beschädigung fortsetzen. Anders Kelvin van der Linde, der seinen Schubert-BMW nach 22 Runden in der Garage parkte.
Waldbrände in der Eifel sorgen für dichten Nebel über dem Nürburgring
Die Schlussphase: An der Spitze blieb Bastian Buus im Porsche von Land Motorsport bis kurz vor Ende des Boxenstopp-Fensters draußen. Erst in Runde 26 kam der Däne zum Service und griff danach als 13. wieder ins Geschehen ein. Über den Nürburgring legte sich in der zweiten Rennhälfte ein zunehmend dichter Nebel, der vom Rauch der Waldbrände in der Eifelregion über den Kurs getragen wurde. Der Rennverlauf blieb davon jedoch unbeeinträchtigt.
Matteo Cairoli hatte zehn Minuten vor Schluss einen Vorsprung von neun Sekunden auf Thomas Preining herausgefahren und war auf dem Weg zu einem ungefährdeten dritten DTM-Sieg. Im Mittelfeld ging es dafür noch zur Sache. Ricardo Feller übte massiv Druck auf Nick Thiim aus und jagte seinen Konkurrenten in Runde 31 in einen Fehler. Nach einem Verbremser von Thiim in Kurve eins übernahm der Manthey-Pilot den neunten Platz.
Drama selbst in der letzten Runde beim DTM-Rennen auf dem Nürburgring
Auf frischeren Reifen war auch Bastian Buus in der Schlussphase aggressiv unterwegs. In Runde 35 holte er sich P12 von Christian Engelhart und bearbeitete danach gleich Thierry Vermeulen im zweiten Ferrari. Der Niederländer verteidigte sich mit Händen und Füßen, doch Buus war für ihn auf der Bremse in Kurve eins selbst auf der Außenbahn nicht zu halten. Für eine Attacke auf Landsmann Thiim reichte es bei Buus danach aber nicht mehr.
Nach 39 Runden feierte Matteo Cairoli mit über zehn Sekunden auf Thomas Preining einen dominanten Sieg. Marco Wittmann sah die Zielflagge drei Sekunden nach Preining und komplettierte als Dritter das Podium. Er hielt sich Ben Dörr, Lucas Auer und Maro Engel erfolgreich vom Leib, die ihm bis zum Schluss wie ein Schatten gefolgt waren. Die Top-10 komplettierten Jules Gounon, Luca Engstler, Ricardo Feller und Bastian Buus.
Dahinter ging selbst die letzte Runde nicht ohne einen Zwischenfall über die Bühne. Beim Anbremsen auf die Schikane räumte Christian Engelhart im Duell um Platz 13 den Ferrari von Thierry Vermeulen ab. Der Niederländer verteidigte sich bei der Anfahrt innen, sein Verfolger setzte zum Switchback an und fuhr ihm stumpf ins Heck. Beide Fahrer drehten sich nach der Kollision ins Kiesbett und sahen die Zielflagge nicht.

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