HRT-Ford handelte sich wegen eines regelwidrigen DTM-Tests für das Wochenende auf dem Nürburgring eine drastische Strafe ein. Die Fahrer Arjun Maini und Finn Wiebelhaus müssen im Rennen eine Drive-Through-Penalty antreten. Der Grund: Das Team hatte bei einem Test auf dem Nürburgring den Platin-Fahrer Frank Stippler im Einsatz, womit es gegen das DTM-Testreglement verstieß. Bei HRT-Boss Ulrich Fritz sorgt die Entscheidung der Sportkommissare für Missmut. Der Test sei ganz anders abgelaufen und hätte keineswegs einen Wettbewerbsvorteil gebracht.

Fritz räumte einen menschlichen, operativen Fehler seines Teams ein. Für die Härte des Urteils der Sportkommissare fehlt dem Geschäftsführer des Rennstalls hingegen jegliches Verständnis . "Wir haben uns bei dem Test, bei dem es lediglich darum ging, die ABS-Probleme in den Griff zu bekommen, nachweislich keinen Vorteil erarbeitet", so Fritz am Nürburgring gegenüber Motorsport-Magazin.com.

Regelwidriger Test von HRT weder mit DTM-Reifen noch auf DTM-Strecke

Am 3. August hatte HRT laut Urteil der DTM-Stewards auf dem Nürburgring mit Frank Stippler auf den DTM-Reifen von Pirelli getestet. Doch laut Fritz entspricht das nicht den Tatsachen: "Der Test hatte sportlich keinerlei Relevanz, vor allem, weil wir dabei auf anderen Reifen, nämlich der letztjährigen Pirelli-Spezifikation, keinem neuen Reifensatz (100 km Laufleistung) gefahren sind."

Ferner wurde beim Test auch nicht das in der DTM genutzte Sprint-Layout mit einer Länge von 3,629 Kilometern befahren. "Wir sind dazu auf einem anderen Streckenlayout mit Goodyear-Kehre, der schnelleren Veedol-Schikane und auch nicht auf der aktuellen DTM-Variante mit Kurzanbindung der GP-Strecke gefahren. Dabei sind wir auch nur 14 Push-Runden gefahren. Die waren im Vergleich zum letzten Jahr sogar zwei bis drei Sekunden pro Runde langsamer", beteuert Fritz.

HRT-Chef hält Bestrafung seiner DTM-Fahrer für falsch

Dass seine Stammfahrer für den Einsatz eines nicht in der DTM gemeldeten Piloten büßen müssen, stößt Fritz besonders sauer auf. "Es gab keinen Performance-Vorteil, weshalb die Strafe, die unsere beiden Fahrer jetzt betrifft, für uns nicht nachvollziehbar ist", poltert das DTM-Urgestein. Auch eine sportliche Strafe hätte seiner Meinung nach nicht derart drastisch ausfallen müssen: "Bei den vorliegenden Fakten hätte aus meiner Sicht - wie auch in der Vergangenheit bei einem ähnlichen Vergehen praktiziert - eine Geldstrafe ausgereicht. Auch das Streichen eines Freien Trainings der DTM am Freitag wäre aus unserer Sicht noch vertretbar gewesen."

Darüber hinaus monierte er auch die Geldstrafe in Höhe von 500 Euro, die wegen eines nicht rechtzeitig angemeldeten Tests auf dem Hockenheimring ausgesprochen wurde. Im Urteil beziehen sich die Offiziellen dabei auf Arjun Maini, jedoch wurde der Test nicht vom Inder sondern von Junior-Fahrern durchgeführt.