Mick Schumacher hat sich nach seinem unglücklichen IndyCar-Debüt in St. Petersburg selbstkritisch gezeigt. Für die unverschuldete Kollision am Sonntag in der Startrunde, die seinem Rennen ein jähes Ende bereitete, konnte der RLL-Pilot freilich nichts. Wohl aber für die Ausgangslage, in die er sich beim Qualifying am Samstag auf dem temporären Stadtkurs gebracht hatte.

Schumacher musste das Rennen über 100 Runden vom 21. und damit viertletzten Startplatz aufnehmen, nachdem er beim Zeittraining in der Gruppenphase ausgeschieden war. Was selbst für Rookie-Fahrer möglich ist, bewies unterdessen Dennis Hauger mit dem sensationellen dritten Startplatz (P10 im Rennen). Als amtierender IndyNXT-Champion - dem Unterbau der IndyCar-Serie - wies er im Gegensatz zu Schumacher allerdings deutlich mehr Erfahrung im US-Formelsport auf.

Crash beim IndyCar-Debüt! Mick Schumacher übt Selbstkritik (12:16 Min.)

Mick Schumacher: "Habe es zusätzlich noch schwieriger gemacht"

"Nach vorne schauen", wurde Schumacher nach seinem vorzeitigen Ausfall von AP News zitiert. "Nicht zurückblicken, sondern versuchen zu verstehen, was wir auf unserer Seite hätten besser machen können - das Qualifying vielleicht als einen Punkt. Wie immer ist es ziemlich schwierig, wenn man von hinten startet. Ich glaube aber, dass ich es zusätzlich noch schwieriger gemacht habe."

Im dicht gedrängten Feld der 25 Autos kam Schumacher nur bis zur vierten Kurve, ehe es krachte: Der 26-Jährige hatte keine Chance, den miteinander kollidierten Crash-Piloten Sting Ray Robb und Santino Ferrucci auszuweichen, die in der Streckenbegrenzung steckten. Juncos-Hollinger-Pilot Robb hatte den Kurveneingang zuvor viel zu optimistisch attackiert und war in Ferruccis Seite gelandet.

Bei den hohen Geschwindigkeiten war es Schumacher unmöglich, der Unfallstelle rechtzeitig auszuweichen. Er traf Ferruccis A.J.-Foyt-Boliden am Heck, stieg auf und kam mit den Vorderrädern in der Luft zum Halt. Schumachers RLL-Wagen musste abgeschleppt werden, er selbst wurde nach dem obligatorischen Check im Medical Center an der Rennstrecke zügig entlassen. "So ist Racing", stellte der frühere Formel-1- und WEC-Pilot fest.

Mick Schumacher bei IndyCar-Debüt: Ziel verpasst

Schumacher weiter: "Ich habe gesehen, wie Santino sich verbremst hat, und mir war nicht bewusst, dass da noch ein anderer Fahrer innen ebenfalls blockierte - sogar etwas tiefer als eigentlich vorgesehen. Das hat dann eine Kettenreaktion ausgelöst. Leider war unser eigentliches Ziel, das Rennen zu beenden und alle Runden zu absolvieren, die wir uns vorgenommen hatten."

Die Rennleitung machte Sting Ray Robb als Verursacher der Dreifach-Kollision aus und brummte dem US-Amerikaner eine 30-Sekunden-Boxenstopp-Strafe auf. Robb konnte das Rennen im Gegensatz zu Schumacher und Ferrucci immerhin fortsetzen. Ärgerlich besonders für Schumacher, der bei seiner Premiere in der IndyCar-Meisterschaft jeden Kilometer brauchen kann, um weitere Erfahrung zu sammeln.

Mick nach Ausfall: "Wir hätten dieses Rennen wirklich gebraucht"

Immerhin konnte er in den Freien Trainings am Freitag und Samstag zahlreiche Runden - sogar mit die meisten aller Fahrer - in den 'Straßen von St. Pete' abspulen, nachdem Schumacher die Saison mit nur drei vorangegangenen Testfahrten in Angriff genommen hatte. Dennoch trauerte er den verpassten 99 Runden unter Rennbedingungen hinterher: "Ich denke, als Team hätten wir dieses Rennen wirklich gebraucht, um ohne Zweifel ins nächste Event zu gehen. Aber hey, wir haben noch 16 oder 17 Rennen vor uns."

Für Schumacher und Co. geht es schon am kommenden Wochenende mit dem zweiten von 18 Saisonrennen in Phoenix, Arizona (Samstag, 07. März) weiter. Hier wartet das erste von sechs Oval-Rennen in diesem Jahr. Schumacher hatte vor dem Saisonbeginn die Gelegenheit, in Phoenix zu testen. Im März stehen insgesamt sogar vier IndyCar-Rennen auf dem Programm.

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