Der Langstreckenklassiker der 12h Bathurst trug sich 2026 vor einer Rekord-Kulisse von 55.231 Zuschauern in die Geschichtsbücher ein. Nicht nur, weil Mercedes-AMG das Rennen zum insgesamt vierten Mal gewinnt und damit in der Historie des Rennens nun gleich auf mit Mazda ist. Sondern vor allem weil der GMR-Mercedes im Rennverlauf 29 Plätze gut machte und damit den Auftakt der IGTC gewann.
Von weiter hinten schaffte es noch nie jemand in der Geschichte des Klassikers. Rekord war bisher der elfte Startplatz von Bentley 2020. Dazu wurde das Rennen von acht Safety-Car-Phasen unterbrochen.
Für das GMR-Team selbst sowie für das Fahrer-Team bestehend aus Maro Engel, Mikael Grenier und Maxime Martin ist es der erste Sieg auf dem Mount Panorama Circuit. "Das war nicht wirklich ein Wochenende, wie wir es geplant hatten. Es gab so viel Improvisation, angefangen mit dem Qualifying", sagt Maro Engel.
Horror-Unfall: Christopher Mies kollidiert mit Känguru
Schon 15 Minuten nach Start des Rennens folgte die erste Safety-Car-Phase. Christopher Mies kostete die Kollision mit einem Känguru im #64 HRT-Ford das Rennen. Das Känguru kreuzte die Strecke im für Mies ungünstigen Zeitpunkt. Der krachte mit dem Beuteltier zusammen. Mies blieb allerdings trotz heftigem Zusammenstoß bei rund 250 km/h unverletzt. Selbst die Windschutzscheibe wurde aus ihrem Anker gerissen.
Insgesamt gingen 35 Autos an den Start. Wenn ihr euch die Starterliste noch einmal anschauen möchtet, findet ihr sie im folgenden Artikel.
Auch Vorjahressieger Kelvin van der Linde erwischte das Känguru-Unglück - und das schon zuvor. Im Gegensatz zum HRT-Ford konnte sein #32 WRT-BMW allerdings noch weiterfahren – trotz gefundener Känguru-Stücke in der Bremsbelüftung.
In der folgenden Gelb-Phase knallte dann auch der #50-Vantage-KTM mit hoher Geschwindigkeit in der Murrays-Kurve in den Reifenstapel. David Crampton kämpfte mit einem kapitalen Bremsversagen.
Nach rund zwei Stunden verlor Daniel Stutterd im #111 Racing-IRC-GT bei rund 270 km/h den Spoiler und drehte sich. Das Safety-Car musste erneut raus. Das Auto kehrte nach Reparatur wieder auf die Strecke zurück.
Der Schaden am mittlerweile von Charles Weerts pilotierten #32 WRT-BMW durch das Känguru wurde inzwischen so schlimm, dass die Rennleitung das Fahrzeug in die Box schickte. Das Team musste die Front wechseln – und fiel auf Platz 27 zurück.
Favoriten Corvette scheidet mit Defekt aus
Ein weiterer Favorit war die #2 JMR-Corvette von Earl Bamber, Nicky Catsburg und Alexander Sims. Dank einer BoP-Änderung kurz vor dem Start des Rennens war die Corvette das schnellste Auto im Feld, stellte die schnellste Rennrunde und arbeitete sich während der 12 Stunden nach vorne.
Alle Siegeshoffnungen des Teams zerbrachen allerdings rund 90 Minuten vor Schluss. Earl Bamber brach die hintere linke Aufhängung. Das Rennen für die JMR-Corvette war damit beendet.
Horror-Crash sorgt für eine Stunde Rennunterbrechung
Der nächste Horror-Crash ereignete sich rund 3 Stunden und 40 Minuten vor Schluss. Ralf Aron am Steuer des #77 Craft-Bamboo-Mercedes krachte in den querstehenden #79 RT-Tsunami-Porsche von Johannes Zelgler.
Zelgler drehte sich zuvor im Streckenbereich von The Dripper und Forests Elbow. Das ist eine der unübersichtlichsten Passagen des Kurses. Zelgler berührte zuvor die Mauer und wurde auf dem Weg zurück an die Box vom #100 Grove-Mercedes am Heck getroffen. So stand der Porsche quer auf der Strecke.
Das Rennen wurde erst kurz zuvor wieder freigegeben. Aron hatte zu diesem Zeitpunkt Probleme mit dem Funk und führte die Spitzengruppe an. Aron sah den Porsche nicht und knallte in ihn hinein. Der Mercedes fing direkt Feuer. Aber zum Glück konnten beide Fahrer die Autos aus eigener Kraft wieder verlassen. Darauf folgte eine Rennunterbrechung von einer Stunde.
Maxime Martin erbt Platz 1 nach Restart
Nach der Unterbrechung galt es noch rund 2 Stunden und 30 Minuten zu fahren. Innerhalb dieser hagelte es allerdings wieder zwei Safety-Car-Phasen. Nach diesen blieb nur noch ein Spurt von 40 Minuten.
Van der Linde im #32 WRT-BMW fand sich gegen Ende des Rennens dank einer guten Strategie sogar wieder in Siegesposition und führte den Restart an. Er wurde allerdings von Joules Gounon im #75 Express-Mercedes von der Strecke gedrängt. Das beendete die Siegesambitionen für beide Fahrzeuge, die nun beschädigt waren. Die angepeilte Titelverteidigung seitens BMW blieb aus.

Profiteur der Kollision: Maxime Martin im GMR-Mercedes. Der erbte die Führung und gab sie bis zum Zieleinlauf nicht mehr her. Den zweiten Platz schnappte sich der #86-High-Class-Porsche gefahren von Li, Fjordbach und Boccolacci. Der #46 WRT-BMW mit Valentino Rossi, Augusto Farfus und Raffele Marciello holte Platz drei. "Wir waren nie das schnellste Auto, aber wir haben unser Bestes versucht", so Marciello.



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