Vor zwei Monaten war die Permit für die Nürburgring-Nordschleife in aller Munde. Denn Max Verstappen startete in der 'Grünen Hölle' mit einem gedrosselten Porsche Cayman GT4 bei der NLS (Nürburgring Langstrecken Serie), um sich den Führerschein für die längste Rennstrecke der Welt zu verdienen. Denn auch für den Formel-1-Weltmeister gibt es keine Ausnahme.
Ein Vorhaben, das schließlich gelang, aber erst nach langem Zittern. Eine Zitterpartie, die es in dieser Form jetzt nicht mehr geben würde. Denn der DMSB änderte die Bestimmungen zum Erlangen der Nordschleifen-Permit in mehreren Punkten unter dem Leitmotiv einer Vereinfachung und Modernisierung.
DMSB überarbeitet Permit-Regeln: Verstappen-Zitterpartie als Vorbild?
Dabei nimmt man direkt jene Regeln ins Visier, die Verstappen im September beinahe um seine Permit gebrach hätten. Denn in der Vergangenheit war es für die Erlangung einer Stufe-A-Permit erforderlich, zwei Rennergebnisse und insgesamt 14 Runden in der Wertung zu haben, sowie gleichzeitig mindestens 20 Prozent Fahranteil zu erreichen.
Bei Verstappen wurde das zu einem Drahtseilakt, denn er fuhr zwar die geforderten 14 Runden in einem Porsche von Lionspeed GP, der andere, auf dem er gemeldet war, schaffte es nach einem Unfall im Training mit seinem Teamkollegen Chris Lulham am Steuer jedoch nicht um die erste Runde.
Würde es trotzdem als Rennergebnis zählen? Ausschlaggebend wurde kurioserweise also unter anderem eine Formalie rund um ein Auto, bei dem sich Verstappen im Rennen gar nicht am Steuer befunden hatte. Erst nach langem Abwarten und einer Einzelfallprüfung des zuständigen Entscheidungsgremiums wurde bekannt, dass Verstappen den großen Nordschleifen-Führerschein erhält.
Jetzt wurden exakt diese Paragraphen überarbeitet. Wie der DMSB am Freitag bekanntgab, genügt ab 2026 für den Erwerb der A-Lizenz nun ein straffrei absolviertes Rennen auf der Nordschleife, bei mindestens acht gefahrenen Runden (inklusive maximal zwei im Qualifying). Die Vorgabe des Mindest-Fahranteils von 20 Prozent entfällt komplett.
Damit wäre der Verstappen-Fall in Zukunft somit eindeutig. Der DMSB begründet die Änderung mit höherer Transparenz und besserer Nachvollziehbarkeit für alle Beteiligten. Ob die etwas skurrile Zitterpartie rund um Verstappen als Ausgangspunkt für diese Änderungen diente, ist nicht bekannt. Der amtierende F1-Champion hatte die frisch erlangte Permit auch gleich im September in Anspruch genommen. In der Pause zwischen den Formel-1-Wochenenden in Baku und Singapur sicherte er sich mit Lulham den Sieg beim neunten NLS-Rennen der Saison in einem Ferrari 296 GT3.
Nordschleifen-Permit: In Zukunft zählt auch Simracing
Auch für das Permit der Stufe B gab es weitreichende Änderungen. Die wohl weitreichendste davon ist, dass in Zukunft für Inhaber einer internationalen D-Lizenz auch Simracing zu einem Teil mit einfließen kann. Konkret heißt das, dass Fahrer, die an einer Saison der digitalen NLS-Meisterschaft (DNLS) teilnehmen, künftig nur noch einen Start bei der RCN (Rundstrecken Challenge Nürburgring) benötigen, um die größte Hürde zur B-Permit zu bezwingen. Unter der Voraussetzung, dass drei Saisonstarts in der digitalen Meisterschaft straffrei erfolgen.
In der Vergangenheit waren verpflichtend entweder zwei RCN-Starts oder einer als Einzel-Fahrer erforderlich. Diese Möglichkeiten bleiben weiterhin bestehen. Genauso wie der Erhalt der B-Permit über die Absolvierung eines Lehrgangs. Diesen Weg hatte Verstappen im September gewählt. Unabhängig davon, über welche dieser Varianten man die B-Permit anpeilt, ist aber nach wie vor ein e-Learning verpflichtend erforderlich. Dieses wurde gleichzeitig mit der Permit-Novelle aktualisiert.



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