Zweites Rennen, zweiter BMW-Sieg - und zum zweiten Mal in der NLS-Saison entgleitet Mercedes ein vermeintlich lockerer Sieg aufgrund einer Strafe. Diesmal ist es ein Code-60-Vergehen, welches das Mercedes-Kundenteam KCMG nach einem Start von Pole um den Sieg bringt.

Der Sieger: Der Schubert-BMW #77 in den Händen des Trios Marco Wittmann, Philipp Eng und Robin Frijns hatte von Startplatz 2 aus in einem schwierigen Start-Stint erst Boden verloren und mit den Reifen gehadert, doch mit einem vorgezogenen ersten Boxenstopp brachte das Team Wittmann in freie Fahrt und legte den Grundstein für den zweiten BMW-Sieg nach dem Eröffnungs-Triumpf von ROWE. Insgesamt ist es der 56. Gesamtsieg für BMW, der Vierte für Schubert.

Nach dem ersten Stint fuhren Wittman, Eng und Frijns ein kontrolliertes Rennen, schienen lange dabei aber lediglich auf Kurs zum zweiten Platz. Denn die Pace gab der KCMG-Mercedes von David Pittard, Jesse Krohn, Edoardo Liberati und Nordschleifen-GT3-Debütant Kamui Kobayashi vor. Pittard hatte das Auto am Vormittag auf Pole gestellt, und an einem Punkt hatte das Quartett schon über 30 Sekunden Vorsprung.

KCMG-Mercedes verschenkt Sieg unter Code-60: Doch dann kam die Hiobsbotschaft für KCMG. Krohn war in einer Code-60-Zone mit 115 km/h erwischt worden, fast doppelt so schnell wie erlaubt. Eine 85-sekündige Stop-and-Go-Strafe beendete alle KCMG-Hoffnungen auf das Podium. Man stoppte außertourlich und kam abgeschlagen auf P4 ins Ziel - mit genau 85 Sekunden Rückstand. Wie schon beim letzten NLS-Lauf mit der Disqualifikation von Max Verstappen war Mercedes wohl das schnellste Auto auf der Strecke, verliert den Sieg aber nach Fehlern und Strafe.

Der KCMG-Mercedes auf der Nordschleife
KCMG schien bei NLS 3 lange auf Siegkurs, Foto: IMAGO / Fotostand

Manthey-Porsche und HRT-Ford mit Comeback-Fahrten: Die Podiums-Plätze machten am Ende zwei Autos unter sich aus, die aus den Untiefen des Feldes gestartet waren. Der HRT-Ford Mustang GT3 von Dennis Olsen, Fred Vervisch, Chris Mies und Vincent Kolb hatte im Qualifying Probleme mit der Benzinpumpe gehabt, und der Manthey-Porsche #911 von Ayhancan Güven und Matt Campbell schien von P16 kommend selbst zu Beginn des Rennens beim ersten NLS-Start des Jahres nicht wirklich Pace zeigen zu können.

HRT hatte sich bis zur letzten Stunde schließlich auf P2 vorgekämpft, aber in den letzten zwei Stunden kam Güven so richtig in Fahrt. Kurz nach dem letzten Boxenstopp drängte er sich schließlich robust am Ford vorbei auf den zweiten Platz. Davor hatte er ihm eingangs einer Code-60-Zone einen Schubser mitgegeben, war aber mit einer Verwarnungsflagge davongekommen.

NLS 3 auf dem Nürburgring - Top-10 - Ergebnis des Rennens

P.Nr.TeamAutoFahrerZeit
177Schubert MotorsportBMW M4 GT3 EVOMarco Wittman
Philipp Eng
Robin Frijns
28 Runden
2911MantheyPorsche 911 GT3 RAyhancan Güven
Matt Campbell
+ 21,759
365HRTFord Mustang GT3Dennis Olsen
Fred Vervisch
Christopher Mies
Vincent Kolb
+ 28,705
447KCMGMercedes-AMG GT3Kamui Kobayashi
Jesse Krohn
Edoardo Liberati
David Pittard
+ 1:25,675
575Max Kruse RacingAudi R8 LMS GT3 Evo IIDominik Fugel
Marcel Fugel
Benjamin Leuchter
+ 1:47,295
623Gamota RacingBMW M4 GT3 EVOAntal Zsigo
Moritz Kranz
David Jahn
+ 2:52,496
75BLACK FALCON EAEPorsche 911 GT3 RDaan Arrow
Mustafa Mehmet Kaya
Mike Stursberg
+ 3:34,496
8786Renazzo MotorsportLamborghini Huracan GT3 EVO IISak Nana
Christoph Breuer
'Dieter Schmidtmann'
Thomas Mutsch
+ 4:12,462
966Reiter EngineeringKTM X-BOW GTXMiklas Born
Arne Hoffmeister
Julien Apotheloz
+ 5:17,801
10901SRS Sorg RennsportPorsche 911 GT3 CupPatrik Grütter
Fabio Grosse
+ 5:53,405

BMW Z4 GT3 crasht beim Comeback: Bitter endete das Comeback des klassischen und nun schon etwas betagten BMW Z4 GT3. Das von Peter Posavac für ein erstes Erprobungsrennen an den Start gebrachte Auto crashte früh im Rennen mit Frank Nikolaus am Steuer zu Beginn der Nordschleife.

Einer von zwei HWA EVO.R schafft es ins Ziel: Zum allerersten Mal fuhren in diesem Rennen die auf dem klassischen Mercedes 190E basierenden HWA EVO.R-Prototypen mit. Einer der in der SP-X-Klasse genannten Autos schaffte es mit Luca Ludwig, Jamie Green und Lance David Arnold auf P18 mit über 6 Minuten Rückstand ins Ziel. Das zweite Auto rollte mit Evald Holstad am Steuer gegen Rennmitte im Bereich Brünnchen aus.

Keinen guten Tag hatte außerdem der Falken-Porsche. Mit Klaus Bachler und Benjamin Leuchter hatte man in der ersten Rennhälfte in den Top-5 mitgemischt, doch dann erlitt Leuchter vermutlich nach dem Überfahren von Trümmerteilen einen Reifenschaden und stand lange bei Hohe Acht, ehe er nach einem Reifenwechsel mit großem Rückstand zurück an die Box fahren konnte. Für das Montieren eines nicht im Auto mitgeführten Reifens wurde das Team anschließend entsprechend disqualifiziert.

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