Das schier endlose MotoGP-Strafregister des Franco Morbidelli wird am Sachsenring-Freitag um einen weiteren Eintrag erweitert. Dass der Italiener jemandem im Weg steht, ist wahrlich nichts mehr Neues. Wie er danach aber argumentiert, ist diesmal äußerst kurios.
Pedro Acosta im Weg gestanden: Franco Morbidelli mit nächster MotoGP-Strafe
"Ich war mit persönlicher Bestzeit im ersten Sektor unterwegs und er kam aus der Boxengasse, als wäre niemand da. Ich kam aber auf meiner besten Runde an. Da waren überall blaue Flaggen und er steht schon wieder mitten im Weg", ärgerte sich Pedro Acosta, der diesmal im Training das Opfer einer Morbidelli-Blockade wurde. Die MotoGP-Stewards reagierten wenig überraschend mit der nächsten Strafe für den VR46-Piloten. Am Sonntag geht es um drei Startplätze nach hinten.
So weit, so klar. Doch was Morbidelli danach zu sagen hatte, muss wohl als eine der kuriosesten Strafverteidigungen der Königklasse in die Geschichte eingehen. "Es waren noch 39 Minuten zu fahren. Ich kam aus der Box und pushte. Ich machte meinen Job. Meine 100 Prozent sind langsamer als Pedros. Ihr wisst doch, dass Pedro unglaublich schnell ist", begann 'Morbido' seine Ausführungen.
Morbidellis kuriose Verteidigung: Habe zu 100 Prozent gepusht!
Der Römer fährt auf seiner Outlap also selbst am Limit so langsam, dass er für Acosta zum fahrenden Hindernis wird? Richtig gehört! Auf diesem Standpunkt blieb er felsenfest: "Ich habe ihn behindert, aber ich kann euch versichern, dass ich zu 100 Prozent gepusht habe." Die Strafe kann er daher nicht nachvollziehen: "Ich kam also aus der Box, pushte zu 100 Prozent und er war einfach schneller als ich. Dafür wurde ich bestraft."
Der Vorfall vom Freitag war also eine Neuheit in seinem Repertoire. Und dieser entspräche laut Morbidelli nicht dem, was in der MotoGP eigentlich bestraft werden sollte. Als Vergleich zog er seine letzte Strafe vom vorherigen Rennen in Assen heran: "Man könnte rausnehmen, wenn jemand daherkommt, aber Fakt ist, dass ich Vollgas gab. Er kam heiß daher und war bestimmt schneller als ich, aber was soll ich sagen? Ich fuhr so schnell es ging. Eine Behinderung ist doch, wenn du da herumbummelst. Das war der Fall in Assen [als er drei Plätze Strafe für Behinderung von Bastianini erhielt, Anm. d. Red.], da ist mir ein Fehler unterlaufen, weil ich zu frustriert über meine Runde war."

Die Stewards hat diese eigentümliche Sichtweise offensichtlich nicht überzeugt. Noch kurioser wird das ganze beim Blick auf das Endresultat der Session. Acosta wurde Neunter, Morbidelli kam auf Rang Zehn. Die beiden trennten nur 6 Tausendstel. Natürlich ist eine Outlap prinzipiell langsamer, da die Reifen erst auf Temperatur kommen müssen, aber dennoch erscheint es fraglich, dass der VR46-Pilot wirklich am Limit seiner Möglichkeiten agierte, wenn er später quasi die identische Rundenzeit Acostas fuhr.
Keine Ausreden, kein Kommentar: Diogo Moreira ebenfalls bestraft
Dass eine solche Strafe auch mit viel weniger Tamtam und kuriosen Argumenten hingenommen werden konnte, zeigen die beiden Honda-Piloten Luca Marini und Diogo Moreira. Der Brasilianer erhielt ebenfalls eine Strafe von drei Startplätze, da er den Italiener in der Schlussphase des Trainings behindert hatte. Marini und Moreira erwähnten den Vorfall in ihren Medienrunden nicht einmal: Keine Beschuldigung seitens des Werkspiloten und keine Ausrede des Rookies war zu hören. Simon Crafar & Co. hatten Fakten geschaffen und das reichte ihnen offensichtlich.
Während sich Pedro Acosta nur kurz über Franco Morbidelli aufregen musste, da er das Q2 trotzdem erreichte, herrscht auf einem anderen Feld bei KTM ein Sturm. Maverick Vinales lässt nicht locker mit Vorwürfen, denen aus Mattighofen klar widersprochen wird:



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