Marc Marquez kann am Sonntag wieder einmal MotoGP-Geschichte schreiben. Ein weiterer Sieg an seinem geliebten Sachsenring würde die Einstellung eines Uralt-Rekords von Giacomo Agostini bedeuten, der als bislang einziger Pilot in der Königsklasse zehn Mal auf der gleichen Strecke gewinnen konnte. Vor dem Wochenende schien die Egalisierung dieses 51 Jahre alten Bestwerts eigentlich nur Formsache, nach dem Trainingsfreitag kommen aber leise Zweifel auf.

Marc Marquez sicher: Fabio Di Giannantonio aktuell schneller!

"Ich bin momentan nicht der Schnellste", warnte ausgerechnet Marquez selbst, nachdem er das Training am Nachmittag angeführt hatte und damit eigentlich ideal in den Deutschland-GP gestartet war. Ein harmloser Sturz im FP1 am Vormittag war lediglich einer neuen Bodenwelle in Kurve drei zu verdanken, die der Ducati-Star noch nicht entdeckt hatte. Kein Drama also, nach der Rückkehr an die Box ging es direkt mit 'Business as usual' weiter. Marquez holte sich im FP1 noch Platz zwei und im Training dann die schon angesprochene Bestzeit.

Von Zufriedenheit war in seiner Medienrunde am Freitagabend aber trotzdem keine Spur. "Momentan bin ich nicht der Schnellste", unterstrich der neunmalige Weltmeister erneut und machte deutlich: "Auf eine Runde ja, aber in der Rennpace nicht. Da ist es [Fabio] Di Giannantonio, der aktuell etwas mehr Pace hat als ich."

Den VR46-Piloten nannten am Freitag auch viele andere MotoGP-Piloten als einzigen realistischen Herausforderer für Marquez. Raul Fernandez, den man nach Bestzeit im FP1 und Platz zwei im Training durchaus auch auf dem Zettel haben konnte, sah sich beispielsweise nicht im Rennen. "In Sachen Pace sind wir deutlich von Marc und Ducati entfernt", kommentierte er und fand damit sehr ähnliche Worte wie Fabio Di Giannantonio. Denn kurioserweise wollte auch er nichts von vermeintlichen Siegchancen am Sachsenring wissen: "Marc ist hier immer einen Schritt voraus. Ich versuche, so nah wie möglich an ihm dran zu sein. Meine Pace mit dem Medium war stark, aber uns fehlt schon noch etwas, um an ihm dranbleiben zu können."

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Marc Marquez schiebt Druck auf Diggia: Er braucht die Punkte!

"Er mag den Druck offenbar nicht", lachte Marquez daraufhin. Für den Ducati-Star ist aber klar, dass am Sachsenring eher sein Kollege aus dem Kundenteam abliefern muss als er selbst. "Er kämpft um die Weltmeisterschaft. Er ist Dritter und braucht die maximalen Punkte, wenn er in den nächsten Rennen mit den Aprilias kämpfen will. Platz zwei oder drei ist für mich auch okay", lautete seine Botschaft. Wie ernst diese zu nehmen ist, bleibt aber abzuwarten. Schließlich ist auch Marquez selbst ein Meister darin, die Erwartungshaltung zu drücken.

Was meint ihr: Kann Fabio Di Giannantonio Marc Marquez im Kampf um die Siege in Sprint und Grand Prix ernsthaft fordern? Sagt es uns in den Kommentaren!

Für Schlagzeilen sorgten am Freitag auch Maverick Vinales und KTM. Hier droht so langsam die Eskalation. In diesem Artikel gibt es alle Infos: