30 Rennen an 25 Wochenenden im Jahr 2025, aber das Beste kommt zum Schluss: Laurin Heinrich fuhr nur eine Woche nach seinem Prototypen-Debüt im Porsche beim WEC-Finale in Bahrain aufs Podium beim prestigeträchtigen FIA GT-Weltcup in Macau. Die kleine Weltreise mit 24-stündigem Zwischenstopp in Frankfurt hatte sich für den Porsche-Vertragsfahrer mehr als gelohnt.
Heinrich belegte im Porsche 911 GT3 R den dritten Platz beim Hauptrennen in Macau hinter Sieger Antonio Fuoco (Ferrari) und Raffaele Marciellos BMW - und das bei seinem erst zweiten Start auf dem wohl anspruchsvollsten Stadtkurs der Welt. Zuvor in Bahrain gab es für den 24-Jährigen und WEC-Aussteiger Porsche zwar nichts Zählbares zu holen, doch die gesammelte Erfahrung könnte sich anderweitig auszahlen.
Laurin Heinrichs Zukunft: "Werden ihn im LMDh-Auto wiedersehen"
Heinrich darf sich in Zukunft gute Chancen auf Prototypen-Renneinsätze im Porsche 963 ausrechnen, den die Zuffenhausener weiterhin werksseitig in der IMSA-Meisterschaft einsetzen. "Laurin hat einen großartigen Job gemacht. Er wäre auch nicht hier, wenn wir ihm nicht vertrauen würden", lobte Porsches LMDh-Werksleiter Urs Kuratle den Würzburger im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com, um dann anzukündigen: "Wir werden ihn weiterhin sehen, auch im LMDh-Auto."
Die nächste Gelegenheit bietet sich schon im Januar 2026 bei den 24 Stunden von Daytona, wo Heinrich bereits zum erweiterten Prototypen-Team gehören könnte. Beim US-Klassiker und dem gleichzeitigen IMSA-Saisonauftakt greift Porsche nach dem dritten Gesamtsieg in Folge - mit Heinrich, der alle IMSA-Strecken in den vergangenen beiden Jahren mit dem GT3-Porsche gelernt hat und 2024 die GTD-Pro-Meisterschaft gewann?

Ex-Junior Heinrich: Porsche-Werksvertrag als Ziel
"Natürlich ist es mein Ziel, irgendwann Porsche-Werksfahrer zu werden und Full-Time in einem Werksauto zu sitzen", sagte Heinrich in Bahrain zu Motorsport-Magazin.com. "Das ist wohl das Ziel eines jeden Porsche-Fahrers, der nach der Junioren-Zeit seinen Weg gehen will. Wie es 2026 weitergeht, wird noch entschieden."
Den IMSA-Test in Daytona am vergangenen Wochenende verpasste der frühere Carrera-Cup-Champion, weil er zeitgleich in Macau fuhr. Porsche setzte bei den Testfahrten die Werksfahrer Matt Campbell und Julien Andlauer sowie die Penske-Piloten Josef Newgarden und Scott McLaughlin ein. Campbell und Andlauer sollen sich laut Gerüchten eines der IMSA-Autos für die volle Saison 2026 teilen, während Kevin Estre und Laurens Vanthoor als heiße Anwärter für den zweiten Werks-Porsche gelten. Bei den langen Rennen wie in Daytona oder Sebring stoßen weitere Fahrer hinzu.
Die Fahreraufgebote für 2026 - inklusive der künftigen Formel-E-Pläne - könnte Porsche bei seiner traditionellen Night of Champions am 29. November in Weissach bekanntgegeben. LMDh-Leiter Kuratle sagte: "Wir haben viele großartige Fahrer, und wir müssen sicherstellen, dass die besten Talente in den richtigen Programmen sind. Aber Porsche ist bekannt dafür, junge Fahrer zu fördern, und das wird auch mit Laurin Heinrich weitergehen."

Porsche-Prototyp: "Größte Herausforderung, die ich jemals hatte"
Heinrich schlug sich bei seinem Debüt in Bahrain an der Seite von Andlauer und Mathieu Jaminet (verlässt Porsche nach zehn Jahren) achtbar. Im Vorfeld hatte er nur zwei Testtage in Road Atlanta sowie Simulator-Sessions zur Vorbereitung auf den komplexen LMDh-Porsche. "Es war natürlich schade, dass wir als Hersteller nicht die Performance auf der Strecke hatten, um das entsprechende Ergebnis zu erzielen", sagte er mit Blick auf das 8-Stunden-Rennen, in dem Doppelsieger Toyota und die neuen Weltmeister von Ferrari dominierten.
Heinrich weiter: "Es war definitiv die größte Herausforderung, die ich jemals hatte, aber ich bin sehr zufrieden, wie es gelaufen ist. Ich habe meine eigenen Erwartungen übertroffen und denke, dass ich selbst mein größter Kritiker bin. Im Verkehr habe ich es etwas leichter angehen lassen. Es war auch nicht das Ziel, dass ich überall reinhalte, sondern, dass ich einen sauberen Stint durchfahre - ohne Strafen, ohne Kontakt. Und genau so war es."



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