Für Aston Martin geht das Formel-1-Debakel 2026 in Australien in die nächste Runde. In den Trainings von Melbourne setzte sich das Trauerspiel von den Wintertestfahrten nahtlos fort. Nachdem Fernando Alonso im FP1 gar nicht fuhr, landete er in der zweiten Session fünf Sekunden hinter der Bestzeit von Oscar Piastri. Der Spanier ist in Anbetracht der anhaltenden Situation schon wieder bedient. Er sieht die Verantwortung für die Krise bei Honda und wirft den Medien Stimmungsmache vor.
"Wir analysieren natürlich noch die Daten aus dem FP2, aber es hat sich nicht sonderlich anders als in Bahrain angefühlt", konstatiert Alonso gegenüber Sky Sports F1. Nach dem Aussitzen im ersten Training, kam er am Nachmittag auf 18 Runden. Teamkollege Lance Stroll absolvierte im FP1 drei Runden, im zweiten 13. Als 20. fehlte Fernando Alonso im FP2 selbst auf den vor ihm platzierten Valtteri Bottas im Cadillac eine ganze Sekunde.
Formel-1-Start von Aston Martin in Australien hängt von Honda ab
"Im FP1 sind wir nicht allzu viele Runden gefahren - wegen dem Honda-Problem. Und dann hatten wir im FP2 auch ein paar Honda-Probleme", verweist Alonso ohne Umschweife auf den Motorenpartner als Ursache für die anhaltenden Schwierigkeiten, wie er es seinerzeit als Teamleader bei McLaren Honda zu handhaben pflegte. Als wären die sportlichen Herausforderungen nicht groß genug, war in der Pressekonferenz unmittelbar vor dem zweiten Training noch eine logistische Krisensituation bekanntgeworden.
Laut Teamchef Adrian Newey kann Honda für die Power Units derzeit nicht ausreichend Ersatzteile bereitstellen. "Wir können schon", versichert Alonso, dass die Teilnahme von Aston Martin am Grand Prix von Australien nicht vom Team abhängt. "Es ist eine Frage für Honda, ob sie Lagerbestand haben!"
Aston-Martin-Teamchef Adrian Newey zeigt Verständnis für Fernando Alonso
So lange beide AMR26 fahren, hat er die Hoffnung, in Melbourne zumindest noch Fortschritte machen zu können. "Wir müssen was unser Programm für das Wochenende angeht einiges aufholen. Hoffentlich haben wir morgen ein sauberes FP3", so der 44-Jährige, der beteuert, dass selbst ohne konkurrenzfähige Rundenzeiten eine Entwicklung vorhanden sei: "Das ist die Formel 1, die Technologie ist leider sehr komplex und es braucht etwas Zeit. Wir fahren jede Woche, vielleicht sieht man die Fortschritte nicht, die wir sehen wollen, aber es passieren Dinge. Kleinere oder größere, es gibt innerhalb des Teams immer Fortschritte."
Adrian Newey äußerte schon im Vorfeld sein Verständnis für die Dünnhäutigkeit seines Fahrers. "Das [Ersatzteilsituation] sorgt jetzt für einen Ärger. Für Fernando ist das mental im Moment eine schwierige Situation", so der Brite. "Er ist eine fantastische Person und wir alle versuchen unsere Hoffnungen zu bewahren, denn wir wussten, dass es ein schwieriges Jahr werden würde."
Fernando Alonso kritisiert Stimmungsmache in den Formel-1-Medien
Viel weniger Verständnis zeigt Fernando Alonso dafür, wie die Situation bei Aston Martin von der Öffentlichkeit aufgenommen wird. "Wir sind viel weniger negativ als die Medien und die Menschen um uns herum", kritisiert der zweimalige Weltmeister. "Es ist immer schön, eine Geschichte zu erzählen, wenn jemand erfolgreich ist. Und wenn es für jemanden nicht läuft, werden beide Seiten übertrieben. Wir wissen, wo wir stehen! Wie ich gestern schon sagte, stehen wir vor einer großen Herausforderung. Jeder im Team nimmt diese Challenge an und wir versuchen alles, um aus der Situation herauszukommen."


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