MotoGP-Weltmeister Marc Marquez zeigte sich in Ungarn nach seiner Schulteroperation erstmals im Jahr 2026 wie in alten Zeiten. Der Superstar dominierte das Wochenende mit Pole-Position und Sieg in Sprint sowie Grand Prix. Trotz immer noch beträchtlichem Rückstand von 72 Punkten in der Fahrerwertung kam sofort die Frage auf, ob die Titelverteidigung doch noch möglich sein könnte? Der Experte von Motorsport-Magazin.com schätzt die Lage ein.
Tom Lüthi: Marc Marquez fiel beim Sprint-Sieg großer Stein vom Herzen
Noch vor dem Wochenende hatte der Ducati-Pilot jegliche Favoritenrolle von sich gewiesen, um dann unschlagbar zu sein. "Es war sicher auch bewusstes Tiefstapeln von ihm mit dabei. Auch um den Druck wegzuschieben, damit er sich auf seinen Job konzentrieren kann. Er musste schlussendlich noch selbst herausfinden, wie er zurechtkommt, wie er die Schulter über die Distanz bringt und so weiter. Nach dem Sprint ist ihm ein großer Stein vom Herzen gefallen. Als er da gewinnen konnte, hat er auch Blut geleckt für den Sonntag", meint Tom Lüthi in der neuesten Ausgabe der Interwetten MotoGP-Magazins. Diese könnt ihr hier sehen:
Das Wochenende sollte den Gegnern der Nummer 93 eine Warnung sein, meint der Schweizer. Obwohl der Sonntag auch mit einem Sternchen versehen war: "Wir haben im Rennen gesehen, dass die zwei Aprilias und Di Giannantonio in der ersten Kurve schon weg waren als große Gegner von Marc Marquez. Dann war natürlich noch Pedro Acosta da auf der KTM, der hat über das ganze Wochenende einen super Job gemacht. Er hat es dann trotzdem nicht ganz geschafft. Es zeigt sicher den Gegnern: Marc konnte jetzt schon gewinnen. Der wird sicher gefährlich sein und sie müssen sich an der Nase fassen und versuchen, hart weiterzuarbeiten, wenn sie ihn schlagen wollen."
Ungarn Idealszenario für Marc Marquez, aber Lüthi warnt MotoGP-Konkurrenz: Der wird gefährlich!
Gleichzeitig schwebt jedoch noch ein gewisses Fragezeichen über Marc Marquez. "Dieses Wochenende hat es anscheinend gereicht, mit 90 Prozent Fitness zu gewinnen. Dann nehmen wir aber hinzu, was wir aus der Vergangenheit wissen, dass die Strecken gegen den Uhrzeigersinn Marcs Fahrstil extrem entgegenkommen", betonte Lüthi. Tatsächlich waren die Gegebenheiten am Balaton Park wie gemalt für Marquez' Fähigkeiten und seine angeschlagene rechte Schulter: Die langsamste, damit körperlich wenig anstrengendste, Strecke im Kalender voller Linkskurven und mit wenig Grip. Schon im überragenden Jahr 2025 hatte er nur in Aragon und am Sachsenring ähnlich stark dominiert wie dort. Um ersteren Kurs gab es am Mittwoch Neuigkeiten, mehr dazu hier:
Dennoch glaubt Lüthi daran, dass der Weltmeister auch auf anderen Strecken wieder in Richtung Spitze gelangen kann: "Aber wenn er in absehbarer Zeit komplett fit wird, dann wird es schon schwierig für die Gegner. Ich denke natürlich auch an die Weltmeisterschaft. Er hat sich jetzt schon auf Platz 5 nach vorne gearbeitet und hat weniger Punkte Rückstand. Diese Saison ist noch lang und wenn dann nichts passiert, wie weitere Verletzungen, weitere Stürze, Nullnummern und so weiter, dann ist er wirklich gefährlich."

MotoGP-Saison noch lang: Marc Marquez kann Weltmeister werden!
Wie sehr sich die Weltmeisterschaft noch ändern kann, wurde durch das Wochenende am Balaton Park klar: "Er hat eine Chance, Ungarn war das Beispiel dafür. Die Gegner haben gestrauchelt, haben nicht groß Punkte geholt. Marc hat voll abgeräumt. Wir haben noch 14 Rennen zu fahren. Das sind sehr viele Punkte, die noch verteilt werden." Deswegen schließt unser Experte die Titelverteidigung nicht aus: "Wenn er die Konstanz halten kann, dann ist er ganz einfach gefährlich. Die Saison ist noch lang, es kann noch viel passieren. Er kann Weltmeister werden."
Um wieder auf volle Fitness zu kommen, wird Marc Marquez aber wohl noch Zeit brauchen. Die lange Sommerpause im Juli kommt da wie gerufen. Davor gilt es aber noch zwei Härtetests und einen absoluten Joker für Marquez zu absolvieren. Tom Lüthi glaubt aber nicht, dass dies an den WM-Chancen etwas ändert: "Der Sachsenring wird kommen. Dort kann er wie in Ungarn vielleicht wieder dominieren oder relativ einfach sehr viele Punkte holen. In Brünn und Assen könnte es eventuell sein, dass er dort sagt: Er muss durchkommen und möglichst viele Punkte mitnehmen. Wenn er sich in den Top 6 oder vielleicht sogar der Podiumsnähe bewegt, dann holt er ja auch gute Punkte. Selbst wenn Bezzecchi alle Rennen dort gewinnt und die volle Punktzahl von diesen zwei Wochenenden mitnimmt, dann wäre auch das schlussendlich noch ein Erfolg für Marc Marquez. Dann kann er sich weiter auf die Mission Weltmeistertitel 2026 fokussieren."
Soweit also die Einschätzung von Tom Lüthi. Aber was sagt Marc Marquez selbst zu seinen Chancen? Das könnt ihr hier lesen:



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