Eine Bestzeit im Freien Training kann in der Formel 1 vieles und gleichzeitig nichts bedeuten. Trotzdem dürfte es nach zuletzt schwierigen Wochen der McLaren-Seele guttun, im Klassement von den Plätzen eins und drei zu grüßen. Lando Norris und Oscar Piastri trennte nur der Hauch von 57 Tausendstelsekunden. Im McLaren-Sandwich fand sich George Russell wieder, dem auf Platz zwei lediglich neun Tausendstel auf die Spitze fehlten.
"Ich denke, es war ein vernünftiger Freitag - nicht perfekt, aber ein Schritt in die richtige Richtung", erklärte Norris. Ein wichtiger Faktor ist das flüssige Streckenlayout des Circuit de Barcelona-Catalunya mit mittelschnellen und schnellen Kurven, die den Stärken des MCL40 entgegenkommen. Zudem brachte McLaren eine neue Version des Frontflügels an die Strecke, den das Team vor zwei Rennen in Kanada zunächst getestet und dann wieder abmontiert hatte. Durch die modifizierte Endplatte erhofft man sich eine optimierte aerodynamische Strömungsführung und folglich eine gesteigerte Gesamtperformance.
"Unsere Basis ist stärker als bei den bisherigen Rennen. Das Auto arbeitet in einem ganz anderen Bereich, was ermutigend ist", zog Lando Norris eine erste positive Bilanz. Auch wenn ihm der Wind und die sommerlichen Temperaturen im FP2 zu schaffen machten, könnten gerade Asphalttemperaturen jenseits der 50 Grad für McLaren eine Chance darstellen. Bislang kann das Team aus Woking an seine Stärke in puncto Reifenmanagement aus den Vorjahren nicht anknüpfen. Die höheren Streckentemperaturen könnten ihr bisheriges Problem, die Reifen nur schwer auf Temperatur zu bringen, minimieren.
Kann McLaren die Konkurrenz ärgern?
"Es ist immer schwierig, am Freitag eine definitive Aussage zu treffen, aber die ersten Anzeichen sind positiv und bringen uns in eine gute Ausgangsposition", sagt Randeep Singh. Aufgrund der Hitze könnten die Reifen vor allem im Rennen über Sieg und Niederlage entscheiden. Das weiß auch der McLaren-Renndirektor: "Der Schlüssel wird darin liegen, den Reifenverschleiß effektiv zu kontrollieren und über die gesamte Renndauer hinweg ein gutes, konstantes Tempo zu halten."
Doch auf den ersten Blick ist McLaren auf einer Runde stark, nicht jedoch über die Distanz. Mehr dazu in der Trainingsanalyse:
Entsprechend bleibt Norris vorsichtig: "Wir sind bei den Teams, bei denen wir sein wollen. Aber es ist schwer einzuschätzen, welche Tankfüllungen oder Power-Modi die anderen fahren." Hoffnung für das heutige Qualifying schöpft er vor allem daraus, dass der Wagen trotz Problemen schnell ist. "Die Tatsache, dass das Auto trotzdem gute Rundenzeiten fährt, selbst wenn es sich nicht perfekt anfühlt, ist ein gutes Zeichen. Das bedeutet auch, dass wir noch Dinge verbessern können."



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