George Russell gewinnt die Qualifying-Generalprobe zum Barcelona-Catalunya GP. Der Mercedes-Pilot benötigte für die 4,657 Kilometer 1:15,679 Minuten und untermauerte damit den starken Eindruck, den er schon am Trainingsfreitag der Formel 1 hinterlassen hatte. Dahinter ging es zwischen Ferrari und McLaren eng zur Sache, WM-Leader Kimi Antonelli kam erneut nicht so recht in Fahrt und verzweifelte im Verkehr.

Das Ergebnis: Zwei Zehntelsekunden war George Russell schneller als Oscar Piastri auf Rang zwei. Alle Zeiten wurden am Ende der Session auf frischen Soft-Reifen gefahren, um sich auf die Qualifikation einzuschießen. Nur wenige Tausendstel hinter Piastri reihte sich Charles Leclerc im Ferrari auf Rang drei ein. Lando Norris landete im zweiten McLaren nur 0,003 Sekunden hinter Leclerc auf Rang vier.

Dahinter klaffte bereits eine große Lücke. Satte sieben Zehntelsekunden fehlten dem fünfplatzierten Lewis Hamilton auf die Russell-Bestzeit. Erneut schwach zeigte sich Red Bull: Max Verstappen kam nur auf Rang sechs, Isack Hadjar fehlte auf Rang acht schon eine Sekunde.

Im Red-Bull-Sandwich landete Andrea Kimi Antonelli. Der Mercedes-Pilot musste seinen letzten Versuch aber abbrechen. Zunächst lief er in Kurve 1 auf Lance Stroll auf und brach die Runde sofort ab. "Oh mein Gott, immer Stroll", ärgerte er sich. Dabei stand der Kanadier gar nicht wirklich im Weg. Eine Runde später beschwerte sich Antonelli zurecht, als ihn gleich mehrere Autos in Kurve 10 behinderten. "Oh mein Gott, das ist unglaublich", schimpfte er. Der Italiener wurde ungewohnt emotional am Funk: "Warum haben wir immer Verkehr?"

Sehr ordentlich lief das 3. Training für Audi. Nico Hülkenberg war auf Rang neun Best of the Rest, Gabriel Bortoleto wurde Elfter. Der letzte Platz in den Top-10 ging an Arvid Lindblad im Racing Bull.

Die Zwischenfälle: Kurz nach Halbzeit musste die Session für fünf Minuten unterbrochen werden. Valtteri Bottas hatte seinen Cadillac unsanft im Kiesbett von Kurve 10 abgestellt. Der Finne konnte aber nichts dafür. "Ich habe die Bremsen verloren, das Bremspedal wurde lang", funkte er aus dem Cockpit. Glück im Unglück: Das ausreichend dimensionierte Kiesbett verzögerte den Boliden, sodass er nicht einschlug.

Die Technik: Über Nacht gab es im Fahrerlager reichlich zu tun. Die Pirelli-Ingenieure haben die Trainingsdaten ausgewertet und anschließend die Vorschriften für das restliche Wochenende leicht angepasst. Die Drücke auf Vorder- und Hinterachse sinken jeweils um 1,0 PSI auf 25,0 PSI, respektive 24,0 PSI. Auch bei den Strecken-spezifischen Power-Unit-Vorgaben gab es minimale Anpassungen.

Gasly-Podium zurück! Warum Mercedes die Anwälte einschaltet (09:45 Min.)

Gearbeitet wurde außerdem bei Alpine und McLaren. Die McLaren-Mechaniker tüftelten an der Installation der Power Units, um die Zuverlässigkeit der Triebwerke sicherzustellen. Bei Alpine wurde für Pierre Gasly das Auto auf einem neuen Chassis aufgebaut. Beide Teams mussten dafür einen Sperrstunden-Joker nutzen.

Das Wetter: Das Quecksilber stieg auf fast 32 Grad Celsius, auf dem Asphalt wurden 50 Grad gemessen. Die heißen Bedingungen in Kombination mit dem rauen Asphalt und der schnellen Strecke sorgten dafür, dass die Reifen nach einer Runde schon nicht mehr zu gebrauchen waren. Beim Formel-1-Qualifying heute (16:00 Uhr, live auf RTL, Sky, ORF, SRF) werden ähnliche Bedingungen erwartet.