Aufmerksame Formel 1-Fans haben sie längst bei den Wintertests in Bahrain entdeckt: neue Leuchten am Heck und an den Seitenspiegeln der Boliden. Warum letztere keine Blinker sind, das Rücklicht 2026 plötzlich auch blau leuchtet - und wofür die zusätzlichen Signale gut sind - das erklären wir in diesem Artikel.
Rear Impact Structure Light (RIS)
Wie bisher befindet sich das Rücklicht, auch als Rear Impact Structure Light bekannt, in der Mitte des Fahrzeughecks unter dem Auspuffrohr. Neu sind das ovale Design, das rund 180g leichter ist als sein eckiger Vorgänger, sowie die mittig verbaute Onboard-Kamera inklusive Mikrofon. Ebenfalls neu ist die Farbwechsel-Funktion des Rear Impact Structure Light. Leuchtet es blau, bedeutet das, dass der Fahrer im Cockpit noch keine vollständige Superlizenz besitzt (z.B. ein Rookie im Freitagstraining). Bei allen anderen Fahrern leuchtet es hingegen rot.


"Das System wird sich im Laufe der Zeit weiterentwickeln und verbessern", sagt FIA Single Seater Director Nikolas Tombazis. Künftig sollen noch weitere Farben mit unterschiedlichen Bedeutungen hinzukommen. Die Funktion des Rear Impact Structure Light besteht darin, dem Hinterherfahrenden mittels Blinksequenzen über den Energiestatus des Vordermanns zu informieren. Um das Signal des Rücklichts zu verstärken, leuchten auch die dünnen Streifen an der Heckflügel-Endplatte in rot.
Rear Impact Structure Light - Bedeutung der Blinksignale:
- Einzelnes Blinksignal: MGU-K (Motor Generator Unit – Kinetic) liefert weniger als die maximale Leistung von 350 kW
- Zwei Blinksignale: Die MGU-K liefert keine Leistung
- Mehrere schnelle Blinksignale: Die MGU-K lädt auf, während der Verbrennungsmotor (ICE) unter Volllast läuft
Wie bisher kann das Rücklicht aus Sicherheitsgründen auch in anderen Situationen zum Einsatz kommen. So kann es beispielsweise eine Safety-Car-Phase oder einen doppelten gelben Sektor signalisieren oder darauf hinweisen, dass das Auto mit Intermediates oder Regenreifen ausgestattet ist.
Alle anderen Fälle:
- Safety Car
- Virtuelles Safety Car
- Low-Grip-Bedingungen (von der Rennleitung festgelegt)
- Anti-Stall
- Falsche Neutralstellung
- Geschwindigkeitsbegrenzer
- Auto in einem doppelten gelben Sektor
- Auto mit Intermediates oder Regenreifen ausgestattet
- Auto langsamer als 20 km/h
- Motor auf der Strecke ausgegangen


Lateral Safety Lights
In den letzten beiden Fällen kommen auch die neuen Lateral Safety Lights zum Einsatz. Die seitlichen Sicherheitsleuchten sind an den Außenspiegeln angebracht und blinken gelb. Dadurch sollten Fahrer sie aus allen Blickwinkeln und vor allem bei allen Wetterbedingungen sehen können. Sie werden aktiviert, wenn entweder ein Auto vollständig zum Stillstand gekommen ist (z.B. nach einem Dreher), oder wenn das Auto langsamer als 20 km/h fährt. Zusätzlich leuchten sie auf, wenn beim Rennstart ein Fahrer im Leerlauf feststeckt. Sobald der Fahrer einen Gang einlegt, gehen die Lichter aus.
"Die Idee dazu kam von den Fahrern in einer der Fahrerbesprechungen. "Im Grunde genommen meinten sie, dass man bei Nässe und einem querstehenden Auto das Rücklicht nicht sehen kann, weil man sich seitlich befindet", verrät Tombazis und fügte hinzu: "Auch wenn man sich einem Auto nähert und es etwas neblig ist, sieht man es möglicherweise nicht. Daher wurde von den Fahrern vorgeschlagen, seitliche Rücklichter anzubringen, und genau das haben wir getan."



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