Haas war in Australien Best of the Rest. Oliver Bearman holte den siebten Platz hinter Max Verstappen und vor Arvid Lindblad im Racing Bull. Der Brite sicherte Haas damit die ersten Punkte des Jahres während Esteban Ocon diese mit dem elften Platz knapp verpasste. Doch trotz erfolgreicher Punkteausbeute übte Bearman Kritik. Dazu gehörte das neue Racing, das laut Bearman kein echtes Racing mehr sei.

Denn der Weg zum siebten Platz gefiel dem Formel-1-Piloten nicht. Von Runde 21 bis 40 hing der Haas-Pilot hinter dem Racing Bull von Arvid Lindblad fest, ehe er das Duell in Runde 40 auf der Bremse für sich entschied. "Es war kein schöner Kampf."

Bearman kritisiert Racing: Habe 20 Runden zum Überholen gebraucht

"Es ist hart, denn was man im Boost-Modus oder im Überholmodus gewinnt, tut mir leid, ist auf dieser Strecke ist nichts", so Bearman. Die ohnehin kleinen Zugewinne des Haas durch den Boost wurden von der verwirbelten Luft des Vordermanns sofort wieder zunichtegemacht. Australien ist außerdem eine der energieintensivsten Strecken des Kalenders. Das trägt zusätzlich zum Problem bei.

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"Ich hatte zu diesem Zeitpunkt ein gutes Tempo, aber er hat sich sehr gut verteidigt und die Leistung seines Autos sehr gut genutzt. Hut ab vor ihm, aber es war frustrierend. Ich habe fast 20 Runden gebraucht, um an ihm vorbeizukommen. Zumindest konnte man mit dem DRS letztes Jahr etwas gewinnen", beschreibt Bearman.

Oliver Bearmans chaotischer Start: Platzverlust in den ersten Runden

Vor seinem Duell mit Lindblad musste sich Bearman allerdings zuerst vorarbeiten. Denn das erste Rennen 2026 ging alles andere als gut los. Nach dem Crash von Oscar Piastri vor Rennstart startete Bearman durch die frei gewordene Position im Grid auf dem elften Platz. Allerdings fiel er auf Platz 14 zurück.

Bearman rollte schon vor Rennstart einige Zentimeter in seiner Startbox, blieb aber wohl innerhalb der Begrenzung. Optimal war das für das Füllen des berühmt-berüchtigten Turbolochs nicht. Dazu kam ein Parameter außerhalb seiner Kontrolle: Liam Lawson. Der startete vier Plätze vor ihm und blieb beim Start fast stehen.

Bearman musste ihm ausweichen und verlor dadurch Schwung. "Die erste Runde war nicht optimal", so Bearman.

Bearman und der Energie-Boost: Das ist wie Formel 1 gegen Formel 2

Dann folgte die Rehabilitation – auch dank des Elektro-Boosts. "Wir hatten ein hervorragendes Tempo. Ich dachte mir einfach, ich probiere mal diesen Boost-Knopf aus und schaue, wie er funktioniert. Ich bin an allen auf der Geraden vorbeigeflogen, das war ziemlich lustig. Das ist, als würde man in der Formel 1 fahren, während alle anderen in der Formel 2 unterwegs sind."

In Runde zwei und Runde drei flog er auf der Start-Ziel-Geraden regelrecht an je einem Williams vorbei. "Das ist meiner Meinung nach kein echtes Racing", so Bearman. Und zur Wahrheit gehört auch: Ohne die Ausfälle von Isack Hadjar und Oscar Piastri wäre wohl nur Platz neun möglich gewesen. "Unabhängig davon haben wir Punkte geholt, und wir nehmen jeden einzelnen davon mit", so Bearman.

Insgesamt war es dennoch ein positiver Auftakt für Haas unter dem neuen Reglement. Besonders angesichts des Starts in die Saison 2025, als Haas dem Feld in Australien noch hinterherhinkte. "Es ist ein besonderes Gefühl, mit diesen neuen Regeln so zu starten. Für das Team ist es ein großartiges Ergebnis."

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