Frustrierend. Ein einziges Wort reicht aus, um den Saisonauftakt 2026 von Max Verstappen zusammenzufassen. Nach drei Rennwochenenden findet er sich auf einem ungewohnten Terrain wieder: WM-Neunter im Sandwich zwischen Oliver Bearman und Pierre Gasly. Da drängt sich unweigerlich die Frage auf: Ist Verstappen in seiner zwölfjährigen Formel-1-Laufbahn jemals schlechter aus den Startlöchern gekommen? Motorsport-Magazin.com macht den Check.

Ein einfaches Ja oder Nein würde der Brisanz der aktuellen Lage kaum gerecht werden. Man muss tiefer graben, um Verstappens Gefühlswelt zu verstehen. Er beteuert zwar, dass seine im Raum stehenden Rücktrittsgedanken nichts mit der schwächelnden Performance seines RB22 zu tun haben: "Ich kann leicht akzeptieren, auf P7 oder P8 zu sein. Denn ich weiß, man kann nicht immer dominieren, Erster oder Zweiter sein, oder um das Podium kämpfen".

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Doch es darf bezweifelt werden, dass der Kampf gegen die einstige Mittelfeld-Konkurrenz von Haas oder Alpine für einen Vollblut-Racer wie Verstappen keine bittere Pille ist. Dass er an fahrerischer Qualität nichts eingebüßt hat, bewies er beim Saisonauftakt in Australien. Nach einem Crash in Q1 pflügte er von Startplatz 20 noch bis auf Rang 6 nach vorne. Solche Aufholjagden ziehen sich wie ein roter Faden durch seine Karriere.

Betrachten wir lediglich die ersten drei Rennen jeder Saison, fallen besonders zwei Grand Prix ins Auge: Beim Großen Preis von China 2017 fuhr er von Startplatz 16 - er profitierte am Grid von drei Strafversetzungen - auf das Podium. Genauso stark zeigte sich Verstappen beim Großen Preis von Saudi-Arabien 2023, als er von Startposition 15 noch Zweiter wurde und sich noch den Punkt für die schnellste Rennrunde sicherte.

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Der Defektteufel als Stammgast

Der China GP 2026 markierte hingegen einen neuen Tiefpunkt: Das erste Mal seit Einführung des Formats 2021 blieb Verstappen in einem Sprint ohne Punkte. Ein Ausfall im Rennen (Kühlung) rundete das äußerst frustrierende Wochenende in Shanghai ab. Ein Blick in die Statistik zeigt: Ein Ausfall gehört bei Verstappen fast schon zum Inventar. In sechs seiner zwölf Saisons verbuchte er ein DNF in den ersten drei Rennen. Lediglich in Bahrain 2018 war eine Kollision der Grund für sein Aus, ansonsten war es die Technik.

2015 und 2022 schlug gleich zwei Mal der Defektteufel zu. 2015 streikte jeweils in Australien und in China die Power Unit an seinem damaligen Toro Rosso STR10. 2022 stoppte ein Problem mit der Benzinzufuhr in Bahrain und ein Benzinleck in Australien Verstappens RB18.

Übersicht: Verstappen-Ausfälle in den ersten drei Saisonrennen (2015-2026)

  • Australien GP 2015: DNF, Power Unit
  • China GP 2015: DNF, Power Unit
  • Bahrain GP 2017: DNF, Bremsdefekt
  • Bahrain GP 2018: DNF, Kollision
  • Österreich GP 2020: DNF, Power Unit
  • Bahrain GP 2022: DNF, Benzinzufuhr
  • Australien GP 2022: DNF, Benzinleck
  • Australien GP 2024: DNF, Bremsen hinten rechts
  • China GP 2026: DNF, Kühlung

Nicht weniger bitter verlief das Japan-Wochenende. Verstappen wurde von Pierre Gasly nicht nur im Qualifying, sondern auch im Rennen bezwungen. Rundenlang biss er sich die Zähne am Alpine-Piloten aus. "Ich habe es einmal versucht, nur um zu sehen, wie es läuft", verriet Verstappen. Auf der Geraden winkte er Gasly sogar noch zu. "Ich dachte mir: 'Bis später.'" Sein Galgenhumor verdeutlicht die sportliche Krise. Auch in der Fahrer-Weltmeisterschaft ist der vierfache F1-Champion hinter Gasly gerutscht.

Fazit: So schlimm war es noch nie

Das bringt uns auf die Eingangsfrage zurück, ob Verstappen jemals schlechter aus den Startlöchern gekommen ist. Die Antwort ist Ja und Nein. In seiner Rookie-Saison bei Toro Rosso fuhr er sechs WM-Zähler ein, womit faktisch 2015 sein schlechtester Saisonstart war. Seit er jedoch in einem Red Bull sitzt, lief es für ihn noch nie so schlecht wie 2026.

Selbst 2018, seinem bis dato schlechtesten Saisonstart bei Red Bull, standen nach drei Rennen 18 Punkte auf dem Konto. Bis zum Ende der Saison hatte er sich auf P4 nach vorne gekämpft, seitdem war er in der Fahrerwertung nie schlechter positioniert. Überhaupt hat Verstappen seit seinem Wechsel zu Red Bull 2016 in jeder Saison mindestens einen Grand Prix gewonnen. Ob diese beeindruckende Serie im Krisenjahr 2026 hält, ist wohl eines der größten Fragezeichen dieser Saison.

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