Grundsätzlich herrscht überall im Fahrerlager der Formel 1 ein prinzipielles Einverständnis, dass die Motor-Regeln für 2027 angepasst werden sollten, um die großen Energie-Spar-Probleme in den Griff zu bekommen, die in den ersten Monaten für viel Kritik gesorgt haben. Aber was man tun soll, da streiten sich die Teams. Audi stellt nun am Rande von Monaco klar, warum man prinzipiell dagegen ist.

Die Revolutionären im Fahrerlager wären schließlich bereit, sich weit von der ursprünglichen Idee des 50-50-Splits zwischen Verbrenner und Elektro zu entfernen. Mit einem signifikanten Erhöhen des Benzin-Durchflusses, um bis zu 15 Prozent, wäre das zu erreichen. Das würde zwangsweise auch signifikante Entwicklungen an der Power Unit erzwingen.

Das wäre für Mercedes und Red Bull, die bereits gute Motoren haben, einfacher zu akzeptieren. Diejenigen, die aber Rückstand haben und am Aufholen arbeiten, sträuben sich, hier quasi einen Schritt zurückmachen zu müssen, um wieder bei der Basis anzusetzen. Geschichten über Audis Unwillen kursieren seit Wochen. Am Rande des Monaco-GPs legte Konzern-CEO Gernot Döllner diesen Standpunkt öffentlich dar.

Audi-CEO verdeutlicht in Monaco: Wollen diese F1-Regeln behalten

Für Döllner reichen grundsätzlich die Optimierungen, welche die FIA nach den ersten drei Rennen beim Energie-Management vornahm: "Ein paar Dinge mussten optimiert werden, das war nach drei Rennen offensichtlich, und diese Dinge gingen denke ich schon in die richtige Richtung." Aber darüber hinaus? "Wir würden gerne behalten, was wir aktuell haben. Aus zwei Gründen."

"Zuerst einmal müssen wir mit dem System arbeiten, das wir aktuell im Auto haben, und da gibt es in unserem Projekt viele Dinge zu optimieren", hebt Döllner gegenüber Motorsport-Magazin.com hervor. "Die Änderung würde uns nicht helfen auf unserem Weg, den eigentlichen Antriebsstrang zu optimieren."

Flügel-Wahnsinn in Monaco: Mercedes radikal! Ferrari Favorit? (09:49 Min.)

"Und der andere Aspekt ist die Budget-Obergrenze", meint Döllner. "Das würde Geld aus anderen Bereichen abziehen, in denen wir es lieber hätten." Audis Interesse, das Projekt für eine Quasi-Neuentwicklung so früh schon wieder zurückzusetzen, hält sich stark in Grenzen. "Wir würden wirklich Stabilität für die Saison 2027 vorziehen. Basierend auf unserer spezifischen Situation als neu eingestiegener Motorlieferant macht diese Position absolut Sinn für uns."

Was tut Audi, wenn für 2027 Änderungen kommen?

Aktuell sieht es so aus, als würden die Änderungen aber vor allem an Ferrari hängen. Die Italiener würden ebenfalls gerne weiterentwickeln. Schließlich machen sie sich auch Hoffnungen auf die zusätzlichen Entwicklungs-Zugeständnisse es Reglements (ADUO). Käme eine große Änderung, wäre es mit den ganzen Beschränkungen wie der Kosten-Obergrenze aber nicht mehr sinnvoll, dieses Jahr noch ein Update zu entwickeln, selbst wenn man dürfte. Die Saison 2026 wäre gelaufen.

Wenn man Ferrari zu einem Kompromiss bewegen kann, dann würde das aber die nötigen Stimmen in der Gruppe der Motor-Hersteller erreichen. Audi wäre isoliert, ihre Gegenstimme nichts mehr wert. Mehr zu dem möglichen Kompromiss gibt es hier:

Akzeptieren würde man Änderungen letztendlich, sagt Döllner: "Zuerst brauchen wir eine Entscheidung. Dann werden wir schauen, was das für unsere Entwicklungsprozesse bedeutet. Aber wenn die Regeln kommen, dann müssen wir anpassen. So ist es. Wir würden aber bevorzugen, das nicht tun zu müssen. Das ist glasklar."

Sportlich lief es am Freitag in Monaco für Audi sehr gut. Beide Autos beendete den Tag in den Top-10. Wie das 2. Training lief, könnt ihr hier lesen: