Wie im Vorfeld prognostiziert, kommt die einzigartige Natur des Stadtkurses von Monaco mit seinen vielen langsamen und mittelschnellen Passagen den Eigenschaften des Ferraris entgegen. Mercedes musste hingegen das schlechteste FP2-Ergebnis der noch jungen Formel 1-Saison 2026 einstecken. Dabei sind die Plätze vier und fünf auf dem Papier weniger dramatisch als der nackte Rückstand auf die Spitze.
George Russell fehlten auf Lewis Hamilton knapp vier Zehntel, Kimi Antonelli lag sogar eine halbe Sekunde zurück. "Wir haben erwartet, dass Ferrari das Team ist, das es zu schlagen gilt. Viele Leute dachten, das sei nur Gerede, aber sie hier eindeutig die Messlatte", erklärte George Russell. Etwas überraschender war für ihn viel mehr die Pace von Max Verstappen, der in beiden Trainingssessions die drittschnellste Zeit markierte.
Monaco: Ferrari fliegt, Mercedes kämpft
Mercedes schien am Freitag vor allem mit einem Ungleichgewicht zwischen der Vorder- und Hinterachse zu kämpfen. Während Russell mit überhitzten Hinterreifen haderte, klagte Kimi Antonelli über einen schwer zu berechnenden W17. "Kimi meinte, dass das Auto etwas unberechenbar im Balanceverhalten ist. Man weiß beim Einlenken nicht genau, was man bekommt", erklärte der stellvertretende Teamchef Bradley Lord.
Doch gerade im zweiten Sektor mit seinen schnelleren Kurven muss der Fahrer an die Grenze gehen, um die Zeit herauszufahren. "Wir werden die Daten genau analysieren und sehen, welche Setup-Änderungen zwischen FP1 und FP2 dafür gesorgt haben, dass ihm ein Teil dieser Sicherheit verloren ging", sagte Lord.
Antonelli und Russell setzten im FP2 auf unterschiedliche Setups, die für das zweite Freie Training angeglichen wurden. Doch nur Russell gelang damit ein Sprung. "Wir müssen denselben Schritt über Nacht machen. Es gibt noch Verbesserungsmöglichkeiten", gab sich der Brite optimistisch.
Hält Ferraris Favoritenrolle in Monaco auch nach den Trainings? Teamchef Frederic Vasseur hält Vorsprung für unrealistisch.
Auf der Suche nach dem Sweet Spot
Dabei deutete er an, dass man bereits einige Ideen hat, um die mechanische Performance über Nacht auf dem schwierigen Straßenkurs von Monaco zu verbessern. Ob es jedoch ausreichen wird, um Ferrari ernsthaft zu gefährden, ließ er offen. "Jedes Auto hat eine gewisse DNA, und die DNA von Ferrari, insbesondere auf der mechanischen Seite des Autos, funktioniert auf diesen Straßenkursen, wenn es in den Kurven viel Auf- und Abbewegung gibt, sehr gut", analysierte der Brite.
Auch wenn Mercedes am Freitag noch nicht den Sweet Spot gefunden hat, zeichnet sich Monaco als das bislang anspruchsvollste Wochenende dieser Saison ab. Besonders auffällig: Nach dem Wechsel auf die Soft-Reifen verlor der Mercedes an Pace, während Ferrari vor allem auf den Mediums eine beeindruckende Konstanz an den Tag legte.
Trotz des schwierigen Auftakts stecken die Mercedes-Piloten den Kopf nicht in den Sand. "Es war nicht gerade der einfachste Freitag dieser Saison. Aber wir wissen ganz genau, an welchen Stellschrauben wir drehen müssen, und dass wir uns noch deutlich steigern können", gab sich Antonelli kämpferisch.



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