Gabriel Bortoleto legt zum Ende der Formel-1-Saison 2025 eine dramatische Unfallserie hin. Nach seinem Horror-Unfall in Brasilien war auch das Rennen in Las Vegas für ihn eins zum Vergessen. Beim Start verbremste er sich massiv und räumt Lance Stroll und Pierre Gasly ab. Der Sauber-Rookie nimmt aus den USA eine weitere Lektion und eine Startplatzstrafe für das kommende Wochenende in Katar mit.
"Ich habe mich bei meinem Anbremspunkt ein bisschen verschätzt. Ich denke, nur fünf Meter früher und ich wäre in der Lage gewesen, das Auto zu stoppen", so Bortoleto nach seinem frühen Aus im 22. Saisonrennen. Der Sauber-Fahrer war von Platz 18 gestartet, Lance Stroll von P12 und Pierre Gasly von P10. Bortoleto wählte nach dem Start die Innenbahn und überschoss die erste Kurve. Dabei rammte er Lance Stroll, der wiederum touchierte Pierre Gasly und drehte den Alpine-Fahrer.
"Ich habe den Grip, dort wo ich mich befand, einfach falsch eingeschätzt. Ich hatte einen sehr guten Start und setzte mich innen neben den Williams [Alex Albon]. Als ich mich links von ihm positionierte, musste ich schon bremsen und war wohl zu spät dran und ich bremste fünf Meter zu spät. Ich hatte nicht den richtigen Winkel für die Kurve, weil ich komplett innen war. Ich habe mich vertan und das war meine Schuld", lautet die schonungslos ehrliche Analyse des Brasilianers.
Gabriel Bortoleto will sich entschuldigen: Lance Stroll lost in Las Vegas
Stroll ging sofort K.o., für Bortoleto war drei Runden später Feierabend. Pierre Gasly konnte ohne Beschädigung weiterfahren. "Der Unterboden war etwas beschädigt. Aber wir wollten lieber nichts riskieren, das Rennen war sowieso gelaufen. Wir haben zuerst noch den Frontflügel gewechselt, weil er abgeknickt war. Für den Unfall war der Schaden an sich nicht so groß, aber es war besser das Auto abzustellen", so Bortoleto, der sich reuig zeigt: "Es tut mir leid für Lance. Ich habe es versucht [ihn zu finden], aber er war nicht da. Ich werde definitiv noch mit ihm sprechen."
Der Unfallgegner tauchte erst gegen Rennende wieder im Fahrerlager auf. "Du kommst hier nicht zurück, alle Straßen sind gesperrt. Ich habe mir dann irgendeinen Golf-Buggy geschnappt, und wurde von so einer Militäreskorte hierher zurück begleitet. Das hat 40 Runden oder so gedauert, aber wenigstens habe ich den Weg zurück ins Paddock gefunden und muss nicht dort draußen übernachten", erklärt Lance Stroll mit einem Schmunzeln. Eine Entschuldigung sei aber sowieso nicht nötig: "Er ist ein guter Junge, so etwas macht er nicht mit Absicht", so der Aston-Martin-Fahrer.
Gabriel Bortoleto kassiert Strafe für Formel-1-Rennen in Katar
Guter Junge oder nicht, die Rennleitung hatte für Gabriel Bortoleto weniger Verständnis. Sie sah den 22-Jährigen in der vollen Verantwortung und sprach eine 10-Sekunden-Zeitstrafe aus. Da Bortoleto das Rennen auf dem Las Vegas Strip Circuit nicht beendete, wird die Sanktion in eine Grid-Penalty von fünf Plätzen für den Grand Prix von Katar am kommenden Sonntag umgewandelt. "Ich muss für meine Fehler bezahlen", gibt sich Bortoleto einsichtig.
Nachdem er in seiner Rookiesaison bereits 19 WM-Punkte einfuhr und es fünf Mal in die Punkteränge schaffte, sieht die Formkurve aktuell nicht sonderlich erbaulich aus. Bei seinem Heimrennen in Brasilien ging vor zwei Wochen alles schief. "Ich will nicht so sehr darüber reden, wie das Jahr war. Ich weiß, dass es gut war", so der Formel-2-Champion von 2024.
Er möchte seine Rookiesaison in der Königsklasse unbedingt auf einem Hoch beenden. "Ich fokussiere mich lieber auf die Zukunft, darauf, was ich besser machen kann. Die Vergangenheit ist die Vergangenheit", sagt er. "Ich will nur diese Form zurückerlangen, gute Qualifyings fahren, gute Starts und saubere Rennen, ohne Zwischenfälle. Die letzten paar Rennen ist mir das nicht gelungen, und das fühlt sich sehr schlecht an. Es ist nie gut, das Jahr so zu beenden, aber wir haben noch zwei Rennen für ein gutes Ergebnis."
Sauber-Teamchef Jonathan Wheatley sieht die Lage trotz der Unfallserie entspannt. "Er hat sehr viel Demut gezeigt, und hat direkt versucht, Lance zu finden, um sich zu entschuldigen. Das zeigt eine wahnsinnig gute Seite von Gabriel, wie er mit diesen Situationen umgeht", so der Brite. "Wir hatten nach dem Rennen eine gute Unterhaltung, nur wir beide. Ich habe ihm gesagt, dass das Schöne an der Formel 1 ist, dass wir es in einer Woche gleich wieder probieren können. Er wird es als weitere Lektion abhaken, es ist sein erstes Jahr in der F1."


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