Gabriel Bortoletos Formel-1-Heimwochenende in Brasilien hätte wohl nicht schlechter laufen können. Nach seinem brutalen Unfall im F1-Sprintrennen am Samstag schied der Lokalmatador im Grand Prix von São Paulo gleich in der ersten Runde nach einer Kollision mit Aston-Martin-Pilot Lance Stroll aus.

Ist Lance Stroll der Bösewicht in Gabriel Bortoletos Heimrennen?

Nach dem Start fuhr Bortoleto auf der Außenlinie neben Stroll in Kurve 10 hinein, der Aston-Martin-Pilot touchierte Bortoletos Hinterreifen und beförderte ihn in die Barriere. Das zweite Aus für den Brasilianer an diesem Wochenende, nach seinem Horror-Unfall mit 57-g im Sprintrennen am Samstag. "Ich glaube, das war mit Abstand das härteste Wochenende meiner Karriere bisher. Der Unfall am Samstag war wahrscheinlich der Größte, seit ich Rennen fahre", verriet er nach seinem Ausfall.

"Es war mein erstes Heimrennen und ich habe wirklich gehofft, ein gutes Rennen vor meiner Familie und den Fans fahren zu können", war er enttäuscht. "Du hoffst immer einen guten Job machen zu können oder zumindest ein gutes Rennen zu fahren. Nicht einmal eine ganze Runde beenden zu können, war für mich wirklich schwer zu akzeptieren." Einen Groll gegen Stroll hegt der 21-Jährige aber nicht. Die Berührung stempelt er als klaren Rennunfall ab.

Das große Trostpflaster waren für Bortoleto die die brasilianischen Fans, die ihm das gesamte Wochenende den Rücken stärkten. Auch die beiden Ausfälle des Rookies taten der Stimmung der Fans keinen Abbruch. "Die Unterstützung der Fans dieses Wochenende war unglaublich. Trotz der schwierigen Momente haben sie mir immer zugejubelt, meinen Namen geschrien und so viel Liebe gezeigt", freute er sich. "Ich kann ihnen nicht genug danken - es bedeutet mir alles. Zu sehen wie viel es meinem Land bedeutet, macht mich sehr stolz! Ich hoffe, ich kann ihnen bald einen Grund zum Feiern geben."

Gefühlschaos bei Sauber-Teamchef Jonathan Wheatley nach Grand Prix von São Paulo

Auch Sauber-Teamchef Jonathan Wheatley verlässt Brasilien mit gemischten Gefühlen. Das Team musste nach dem Crash im Sprintrennen Bortoletos Auto von Grund auf erneuern. Der Brasilianer verpasste dadurch das Qualifying und startete von ganz hinten ins Rennen - mit frühem Ende. "Es war herzzerreißend mit anzusehen, wie Gabi in der ersten Runde seines ersten Heim-Grand-Prix nach außen gedrängt wurde, besonders bei so unglaublicher Unterstützung der Fans", so Wheatley nach dem Rennen.

Während der Rookie-Pilot erneut ausfiel, schaffte es Nico Hülkenberg mit dem zweiten Sauber-Boliden auf Platz neun in die Punkteränge. "Nico hat bis zum Ende brillant gekämpft und zeigte echte Gelassenheit. Wir haben hart um Platz sieben gekämpft, aber die beiden Racing Bulls haben gut zusammengearbeitet und es uns schwer gemacht, an ihnen vorbeizukommen", erklärte Wheatley. "Trotzdem sind wir stolz, mit Punkten aus Brasilien abzureisen." Sauber punktete nach Austin und Mexiko in Interlagos zum dritten Mal in Folge und liegt jetzt mit 62 Punkten auf Rang neun in der Konstrukteurswertung - acht Punkte hinter Haas.