Für Ferrari ist der Regen in der Formel 1 seit Jahren ein Problem. Im überraschend nassen Qualifying von Las Vegas wird man da prompt erst recht kalt erwischt. Am Ende wird es so schlimm, dass Lewis Hamilton auf dem letzten Startplatz landet. Seine Verzweiflung überschattet danach Charles Leclerc neunter Rang, der allerdings auch keiner Ehrenrettung gleich kommt.
"Seit ich bei Ferrari bin, haben wir im Nassen massive Probleme", stöhnt Leclerc. Für ihn fühlt es sich eigentlich seit 2019 gleich seltsam an, obwohl dazwischen schon ein riesiger Regelumbruch stattgefunden hat. Bei jedem Regenschauer versucht man neue Experimente, aber ob mit Reifen, mit Aufhängungs-Setup, Aerodynamik, nichts klappt: "Ich weiß genau, was ich brauche, um schneller zu sein, aber das zu erreichen ist sehr schwierig."
Der die Ferrari-Eigenheiten in seinem ersten Jahr erst recht noch nicht verstehende Lewis Hamilton hatte sich dieses Jahr ebenfalls schon mehrfach darüber beschwert, doch in Las Vegas erreichte die Angelegenheit einen neuen Tiefpunkt. "Schlimmer geht nicht", lautet Hamiltons Bilanz. Beide Ferrari melden dasselbe: Sie fanden einfach keinen Weg, die Reifen konstant ins Arbeitsfenster zu bringen.
"Ich kann von meiner Seite nur sagen, dass es unglaublich schwer zu fahren ist", unterstreicht Leclerc. Erst recht bitter, wo das Auto doch eigentlich im Trockenen sowie im nur etwas feuchten FP3 richtig gut gewesen war: "Jetzt aber war es komplett nass. Das Auto konnten wir dafür sowieso nicht mehr ändern." Tatsächlich fuhr Leclerc ohnehin schon mit relativ zur Konkurrenz recht hohem Abtriebs-Niveau: "Hätte uns eigentlich helfen sollen."
Hamilton geschockt: Dachte, wir kämpfen um die Las-Vegas-Pole
"Ich war richtig, richtig aufgeregt und dachte, wir würden endlich einen guten Tag haben", ist das alles besonders für Hamilton schwer wegzustecken. "Ich habe bei der Vorbereitung alles getan, was geht, alle Trainings über, und heute hat es sich in FP3 hervorragend angefühlt. Da bekam ich am Schluss die Runde nicht zusammen, aber ich dachte, wir wären die Schnellsten. Und dann kommst du als 20. aus dem Qualifying. Das ist definitiv das härteste Jahr."
Nicht einmal eine gelbe Flagge auf seiner letzten Q1-Runde mag Hamilton als Ausrede bemühen: "Da war Gelb in der letzten Kurve, und dann in Kurve 17, also musste ich vom Gas, und als ich über die Linie kam, war die Ampel schon rot. Aber ich hatte sowieso den Grip nicht. Das hätte denke ich keinen Unterschied gemacht." Fast 1,1 Sekunden hatten ihm auf den retteten 15. Platz gefehlt. Praktisch verlor er Zeit nur in schnellen Kurven, wo er absolut kein Vertrauen ins Auto aufbauen konnte.
Leclerc war in Q1 zwar über zwei Sekunden schneller gewesen als Hamilton, aber wirklich konkurrenzfähig fühlte sich auch er nie: "Unser Auto ist so schon nicht einfach zu fahren. Dann hier in Vegas auf einem Stadtkurs in einer kalten nassen Nacht, da kommt alles zusammen." Mehrere Male besuchte er die Auslaufzone, darunter auf seinem letzten Q3-Versuch, was in dem enttäuschenden neunten Platz mit 1,938 Sekunden Rückstand auf Pole-Mann Lando Norris mündete.
Ferrari-Verzweiflungsgrad hoch - für Rennen und für Regen-Zukunft
"Wenn es morgen trocken ist, haben wir denke ich ein richtig gutes Auto, aber sich von Platz 20 aus nach vorn zu kämpfen wird richtig, richtig schwer", kann Hamilton für das Rennen in Las Vegas entsprechend schon nicht mehr viel sagen. Leclercs Prognosen sind nicht minder düster. Noch einmal: Ferrari fährt eigentlich schon mit mehr Abtrieb. "Also ja, das mit dem Überholen wird morgen schwierig."

So stellt sich Ferrari einmal mehr nach diesem Qualifying vor allem die Frage, was man im Regen denn so falsch macht. "Wir haben Lewis im Team, wir hatten Carlos [Sainz] im Team, die haben auch andere Autos im Regen gefahren, und es ist völlig klar, dass wir bei diesen Bedingungen besser werden müssen", fordert Leclerc.
Leclerc mahnt, dass man das trotz des anstehenden Endes der Ground-Effect-Ära trotzdem für 2026 aktiv als Baustelle angehen muss, weil es eben älter ist: "Es war ja mit der Autogeneration davor auch schon so ähnlich." Kann der Fahrer dabei allerdings auch eine Rolle spielen? Leclercs desaströse Ferrari-Regenbilanz im Detail analysiert gibt es hier:



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