Die Formel 1 hat sehr strenge Regeln, was die Abstimmung des Autos ab dem Beginn eines Qualifyings angeht. Sobald man zum ersten Mal die Boxengasse verlässt, gelten Parc-Ferme-Bedingungen. Das heißt: Es darf fast nichts mehr geändert werden, und für jedes Auto muss zeitgleich die finale Abstimmung an die FIA geschickt werden. Daran scheiterte Mercedes in Las Vegas - doch einer potenziell schweren Strafe entkommt man.

Erst aber hatte Jo Bauer, der Technische Delegierte der FIA, um 20:12 Uhr - also 12 Minuten nach Beginn des Qualifyings - immer noch keine Dokumente zum Aufhängungs-Setup von den Mercedes von George Russell und Kimi Antonelli vorliegen. Das Aufhängungs-Setup gehört eben zu jenen Aspekten des Autos, die ab dem Qualifying nicht mehr verändert werden dürfen.

Mercedes hat Ausrede für fehlende Setup-Dokumente im Qualifying parat

Also wurde ein Mercedes-Teamvertreter direkt nach dem Qualifying vor die FIA-Stewards zitiert, um sich zu erklären. Während des Qualifyings noch einmal Aufhängungs-Setups zu ändern wäre schließlich verboten und hätte einen Start aus der Box zur Folge. Da wäre es nur naheliegend, ein Fehlen der Dokumente ähnlich zu bestrafen.

Aber Mercedes kam bewaffnet mit Erklärungen. Man hatte die Dokumente sehr wohl versandt, wie üblich per E-Mail an die zuständige FIA-Abteilung. Nur habe es dabei ein nicht näher spezifiziertes "IT-Sicherheitsproblem" gegeben. Die Mails gingen nicht durch. Diese Argumentation belegte Mercedes mit Kopien der versandten Mails.

Das reichte den Stewards, damit ließen sie beide Mercedes vom Haken. George Russell darf seinen vierten, Kimi Antonelli seinen 17. Startplatz behalten. Mit diesem Ergebnis war Mercedes im verregneten Las-Vegas-Qualifying aber ohnehin etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Wie der Kampf um die Pole ablief, kann hier nachgelesen werden: