Lando Norris unterstrich im Formel-1-Qualifying in Las Vegas auf eindrucksvolle Weise seine WM-Ambitionen. Der Regen machte das Zeittraining für das 22. Saisonrennen in den USA zur maximalen Herausforderung. Die Bedingungen trafen ihn völlig unvorbereitet, doch auf seinem Weg zur siebten Pole Position im Jahr 2025 ließ der McLaren-Fahrer keine Zweifel aufkommen.

"Ich hab vor dem Qualifying ein kleines Nickerchen gemacht. Ich hatte erwartet, dass es trocken sein würde. Als ich sah, dass es regnete, dachte ich mir: oh, Scheiße, das geht nicht gut", so Lando Norris, der sich im Verlauf des Qualifyings keine Blöße gab. Nach den Plätzen 13 und 4 im Q1 und Q2 passte im Q3 alles - vor allem das Timing.

McLaren und Lando Norris im Q3 weltmeisterlich

Nachdem die ersten beiden Teile des Qualifyings auf Regenreifen absolviert wurden, fuhren die Piloten im Finale den Intermediate-Reifen. Norris reihte sich vor dem Start des Q3 hinter Charles Leclerc als zweites Auto auf. "Ich habe lieber etwas länger am Boxenausgang gewartet, um dann freie Bahn zu haben und mit den anderen hinter mir nichts zu tun zu haben. Das Risiko wollte ich eliminieren, einfach ein paar Runden einlegen und Vertrauen zum Auto aufbauen", erklärt er.

Auf der immer schneller werdenden Strecke positionierte sich McLaren optimal, um am Ende der Session die Track-Evolution maximal zu nutzen. "Das hat perfekt funktioniert", so Norris, der das Auto optimal für die Schlussattacke vorbereitete. "Wir haben Push-Lap, Cooldown-Lap, Push-Lap gemacht und dafür gesorgt, dass die Batterie und die Reifen im richtigen Zustand sind", so der 26-Jährige.

Er und Teamkollege Oscar Piastri gingen vor Ablauf der Zeit als letzte Fahrer über die Linie, um ihren letzten Run zu absolvieren. Mit absoluten Sektorbestzeiten entriss Norris dem zu diesem Zeitpunkt auf der provisorischen Pole stehenenden Max Verstappen die Bestzeit. Am Ende war er drei Zehntelsekunden schneller als der Weltmeister im Red Bull. Rivale Piastri kam nicht über Platz fünf hinaus.

Regen macht Las Vegas zur Rutschpartie

Bei diesen Bedingungen erneut die Oberhand zu haben, gibt Norris ein besonders gutes Gefühl. "An einem Tag wie diesem ist es noch befriedigender, denn es war ein schwieriger", sagt er. Eigentlich hatte er den Regen nach seinem Mittagschläfchen schon verflucht. "Als ich vor dem Qualifying wach wurde, war ich über den Regen nicht allzu glücklich. Das bedeutet normalerweise immer etwas mehr Chaos, und ich hatte bei diesen Bedingungen dieses Jahr nicht immer das größte Selbstvertrauen."

Im Q1 waren die Formel-1-Fahrer erstmals auf einem nassen Las Vegas Strip Circuit unterwegs und die Erfahrung war für Norris in jeder Hinsicht befremdlich. "Das war übel, so mit die schlimmsten Bedingungen", so der elfmalige Grand-Prix-Sieger. "Es fühlte sich an wie auf Slicks, so rutschig, überall Schlupf und stehende Räder auf den weißen und gelben Fahrbahmarkierungen. Im Q1 und Q2 habe ich es sicher gespielt, und dann im Q3 mit etwas mehr Risiko."

Max Verstappen im Rennen gefährlich

Mit der Pole Position und Piastri auf Startplatz fünf hat Lando Norris für das Rennen in Las Vegas die optimale Ausgangslage. Für das Rennen gibt es allerdings viele Fragezeichen, denn der Trainingstag war aufgrund von mehreren Unterbrechungen nicht allzu ergiebig. "Ich denke, niemand ist mehr als vier Runden am Stück gefahren. Wir haben keine Ahnung, wie die Stints aussehen", sagt Norris.

Er hatte bereits vor dem Rennwochenende angekündigt, die letzten Saisonrennen nicht für den WM-Titel zurückstecken zu wollen. Dass seine direkte Konkurrenz weniger zu verlieren hat, ist ihm allerdings genauso bewusst. "Ich erwarte, mit Max und Carlos zu kämpfen. Beide werden Druck machen, denn für sie sind es gute Möglichkeiten. Es kann viel passieren, aber wenn es trocken bleibt, ist es für alle etwas einfacher. Ich bin in der bestmöglichen Position und damit für den Moment glücklich."