Liam Lawson startete im Formel-1-Grand-Prix von Las-Vegas von Position sechs und erreichte zum achten Mal in dieser Saison eine Startposition in den Top-10. Trotzdem lief das Rennen für den Neuseeländer alles andere als nach Plan. Bereits am Start entging er nur knapp einer Kollision.

Lawson greift in Las Vegas beinahe in Fahrer-WM ein

Lawson erwischte einen guten Start und schloss zu Oscar Piastri auf. In Kurve 1 setzte er sich links auf der Innenseite neben Piastri. Als der vor ihm fahrende George Russell abbremste, versuchte Lawson, nach rechts auszuweichen, um eine Kollision mit dem Mercedes-Piloten zu vermeiden. Dabei touchierte er das linke Vorderrad von Piastri und beschädigte die rechte Endplatte seines Frontflügels.

"Es war extrem rutschig und ich hatte am Bremspunkt keinen Platz, wohin ich ausweichen konnte. Ich wollte nur verhindern, dass ich meinem Vordermann ins Heck fahre", erklärte Lawson nach dem Rennen. Die Rennleitung stufte den Vorfall aber als Rennunfall ein und verhängte keine Strafe.

Nicht nur Lawson trug am Start Schaden davon. Gabriel Bortoleto verursachte in Kurve 1 den Ausfall von Lance Stroll. Was Ex-Rennleiter Niels Wittich zur Entscheidung der Rennleitung nach dem Vorfall zu sagen hat, lest ihr hier:

"Wir sind nach dem Kontakt meilenweit zurückgefallen. Es gab danach nicht viel, was wir von dort ausrichten konnten", gab Lawson enttäuscht zu. Unter virtuellem Safety-Car in Runde drei stoppte er für einen neuen Flügel und harte Reifen, musste das Feld aber danach von ganz hinten aufrollen.

"Es tut mir leid für Oscar und auch unser ganzes Team, weil das Auto dieses Wochenende echt schnell war", entschuldigte sich Lawson. "Wir hätten heute zwei Autos in den Punkten haben sollen. Es ist wirklich schade, vor allem mit meiner Startposition." Schlussendlich reichte seine Leistung für den 16. Platz - gewertet wurde er aber als Vierzehnter, da beide McLaren-Piloten bei den Unterboden-Checks durchfielen und disqualifiziert wurden.

Hadjar hadert in Las Vegas mit Rennstrategie

Isack Hadjar profitierte vom Zwischenfall zwischen Piastri und seinem Teamkollegen und ging am McLaren-Piloten vorbei. Der Racing-Bulls-Pilot konnte am Start drei Plätze gutmachen und lag zwischenzeitlich auf Position fünf. Nach seinem Boxenstopp kämpfte sich Hadjar zurück auf Platz acht, seine Startposition war jedoch das Maximum.

"Ich bin ein bisschen enttäuscht über die Pace heute", gab er zu. "Natürlich liegt das auch daran, dass wir keine Long-Run-Simulationen gemacht haben, aber ich hatte trotzdem das Gefühl, dass wir zu viel gemanagt haben." Hajdar wäre lieber eine aggressivere Strategie gefahren, wie er schon zu Beginn des Rennens an seine Box gefunkt hatte. Das Team erwartete jedoch, aufgrund der Daten aus dem letzten Jahr, mehr Graining und ging daher vorsichtiger vor.

Am Ende mit acht, statt vier Punkten aus Las Vegas abzureisen [aufgrund der McLaren-Disqualifikation; Anm. der Red.], gibt Hadjar aber eine Extraportion Motivation für die letzten beiden Saisonrennen, vor allem auch deshalb "weil Katar und Abu Dhabi Strecken sind, die unserem Auto besser liegen sollten."

Beste Konstrukteurs-Platzierung für die Racing Bulls zum Greifen nahe

Racing-Bulls-Teamchef Alan Permane zeigte sich ebenfalls erfreut über die Leistung des Rookies. "Wir haben ein starkes Wochenende abgeliefert. Isack hat ein tolles Rennen abgeliefert und sich keinen Fehler erlaubt", freute sich der Brite. "Die Punkte sind extrem wichtig für die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft."

Mit 90 Punkten liegen die Racing Bulls zwei Rennen vor Schluss auf Platz sechs der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft. Ihr Vorsprung auf Haas beträgt derzeit 17 Zähler. Sollten sie ihre Position in der Tabelle halten können, wäre das die beste Konstrukteurs-Platzierung für den Rennstall seit dem Jahr 2021.

Was die Disqualifikation der beiden McLaren-Piloten für Max Verstappen im Kampf um seinen fünften Fahrer-Weltmeistertitel bedeutet, erfahrt ihr in diesem Video:

Erklärt: Beide McLaren disqualifiziert - Verstappen profitiert (16:59 Min.)