Alpine hat sich die vorläufige Pole Position für die 94. Auflage der 24 Stunden von Le Mans (13.-14. Juni 2026) gesichert. Vorläufig, weil: Die vorderen Platzierungen im Qualifying am Mittwochabend hatten keinen sportlichen Wert. In dieser Session ging es vor allem darum, einen Platz in den Top-15 der jeweiligen Klasse (Hypercar, LMP2 und LMGT3) zu ergattern. Die jeweils 15 schnellsten Autos ziehen in die Hyperpole-Session am Donnerstag (20:00-22:00 Uhr) ein, wo die finale Startaufstellung ermittelt wird.

Nur drei der 18 Hypercars schieden vorzeitig aus, darunter ein höchst prominentes 'Opfer': Der Vorjahressieger-Ferrari kam nicht über den 17. Platz hinaus und wird das Rennen demnach von dieser Startposition aufnehmen! Der amtierende Le-Mans-Sieger Phil Hanson bekam im gelben #83 AF-Corse-Ferrari (Kubica, Ye, Hanson) keine saubere Runde zusammen und handelte sich zudem mehrere Track-Limit-Verstöße ein.

24h Le Mans: Vorjahressieger-Ferrari vorzeitig raus

Dem Briten Hanson fehlten nach acht absolvierten Runden 2,3 Sekunden zum vorläufigen Pole-Setter Ferdinand Habsburg, der den #35 Alpine A424 (Habsburg, Milesi, Felix da Costa) zum ersten Platz führte. Ebenfalls vorzeitig raus: Die beiden Peugeot 9X8 in den Händen von Ex-Formel-1-Fahrer Stoffel Vandoorne und Malthe Jakobsen, der den Franzosen zuletzt in Spa die erste WEC-Pole beschert hatte. Vandoorne fehlten vier Zehntelsekunden zum rettenden 15. Rang (#51 Ferrari).

Hinter dem jubelnden Österreicher Habsburg (3:23.135 Minuten) fuhren die beiden Cadillac-Piloten Louis Deletraz im #12 Jota und Jordan Taylor in der #101 von IMSA-Gaststarter Wayne Taylor Racing auf die Plätze zwei und drei. Dem Schweizer Deletraz, der Stammfahrer Alex Lynn ersetzt, fehlten nur 0,013 Sekunden zum Alpine.

Der aktuelle WEC-Meisterschaftsführende Rene Rast führte den #20 BMW M Hybrid V8 (Rast, Frijns, S. van der Linde) zum vierten Platz. Dahinter folgten Cadillac--Fahrer Sebastien Bourdais sowie Kevin Magnussen im zweiten LMDh-BMW. Die beiden schnellen Aston Martin Valkyrie in den Händen von Alex Riberas und Tom Gamble belegten die Plätze sieben und neun, dazwischen quetschte sich Toyota-Ass Sebastien Buemi.

Qualifying: WEC-Neueinsteiger Genesis vor Ferrari-Trio

Großer Jubel herrschte beim WEC-Neueinsteiger Genesis Magma Racing, der überraschend mit beiden Autos den Sprung in die Hyperpole schaffte: Daniel Juncadella auf P11, dahinter Pipo Derani an 13. Stelle. Noch überraschender: Beide GMR-001 des koreanischen Autobauers platzierten sich vor den Werks-Ferrari auf P14 und P15.

Interessante Regeländerung: In diesem Jahr müssen erstmals alle Fahrer eines Teams zum Einsatz kommen, sofern es sich für die finale Hyperpole-2-Runde qualifiziert hat. Im Vorfeld galt es also zu taktieren, welcher Pilot in welchem Abschnitt zum Einsatz kommt und welche Runde als wichtigste angesehen wird. Beim Blick auf die Fahrerwahl im heutigen Qualifying kamen wohl noch nicht bei allen Teams die schnellsten Fahrer zum Einsatz.

LMGT3-Klasse: Beide Manthey-Porsche weiter - McLaren-Duo raus

In der mit 25 Autos am stärksten besetzten LMGT3-Klasse ging die vorläufige Pole an Peter Dempsey (3:55.744 Minuten) in der #34 Corvette von TF Sport. Hier durften nur die Bronze-Fahrer antreten. Die drei weiteren GT3-Corvette im Feld schafften hingegen nicht den Sprung in die Hyperpole-Runde am Donnerstag und zählten zu den zehn vorzeitig ausgeschiedenen Fahrzeugen. Auf den Plätzen zwei und drei landeten Eric Powell im #77 Ford Mustang GT3 Evo von Proton Competition sowie Aston-Martin-Fahrer Gray Newell im Abstand von zwei Zehntelsekunden.

Die beiden Porsche 911 GT3 R der amtierenden Le-Mans-Klassensieger von Manthey gelangten in die Hyperpole am Donnerstag: James Cottingham führte den #91 Neunelfer zu P4, während Teamkollege Yasser Shahin auf Platz 15 bis zur letzten Sekunde zittern musste.

Am Ende fehlten Abdulla Al-Khelaifi im #62 Mercedes-AMG GT3 von Iron Lynx auf P16 nur sechs Hundertstelsekunden für den Einzug in die Hyperpole. Aus dem AMG-Trio gelang nur der #61 um Martin Berry (Platz 11) der Sprung in die nächste Runde. Auffällig: Beide McLaren 720 S GT3 Evo von Garage 59 schieden vorzeitig aus und müssen sich mit den Startplätzen 17 und 23 in der Klasse begnügen.

LMP2-Klasse: Französin Doriane Pin erobert Bestzeit

In der LMP2-Klasse mit 19 Autos setzte sich die Mercedes-F1- und Peugeot-WEC-Testfahrerin Doriane Pin durch. Die junge Französin benötigte 3:34.662 Minuten für ihre beste Runde und hatte mehr als eine halbe Sekunde Vorsprung zum Zweitplatzierten Ian Aguilera. Pin teilt sich den stark besetzten #30 Duqueine mit Porsche-Werksfahrer Julien Andlauer und McLaren-Nachwuchspilot Richard Verschoor.

Vier der 19 LMP2-Boliden verpassten die morgige Hyperpole und starten von den Plätzen 16 bis 19: #44 Proton Competition (Horst Felbermayr Jr./Horst Felix Felbermayr/Lorenzo Fluxa), #25 Algarve Pro Racing (Michael Jensen/Enzo Trulli/Jake Hughes), #48 RD Limited (Fred Poordad/Tristan Vautier/Romain Dumas) und #3 DKR Engineering (John Farano/Sebastian Alvarez/Renger van der Zande).

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