Portrait:

Lando Norris begann seinen Motorsport-Weg eigentlich gar nicht mit der Formel 1. MotoGP-Legende Valentino Rossi gehört zu Norris' größten Idolen, und er wollte seine Karriere erst auf dem Motorrad beginnen. Nach einem Besuch bei der britischen Kart-Meisterschaft legte er aber den Fokus auf vier Räder, und war im Kart 2013 auch schnell auf europäischer Ebene erfolgreich. 2014 startete er - etwas ungewöhnlich für einen zukünftigen F1-Piloten - im GT-Auto, nämlich in der britischen Ginetta Junior Championship. Nach Platz drei stieg er für 2015 in den Monoposto um, nämlich in die britische Formel 4, die er auf Anhieb gewann.

2016 folgte der Titel im Formel Renault 2.0 Eurocup, in der nordeuropäischen Formel Renault und in der neuseeländischen Toyota Racing Series. Die Erfolgsserie ging 2017 mit 9 Siegen und dem Titel in der europäischen Formel 3 weiter. McLaren klopfte an und bot einen Platz im Nachwuchskader. 2018 startete Norris mit McLaren-Unterstützung in der Formel 2 für Carlin. Zwar gewann er nur ein Rennen, konnte aber dank Konstanz bis zum Schluss um den Titel kämpfen.

Norris wird McLarens Alonso-Erbe

McLaren konnte er damit überzeugen, und die Briten setzten den erst 19-jährigen Norris als Erbe von Fernando Alonso ins zweite McLaren-Cockpit neben Carlos Sainz. Norris ließ sofort aufhorchen: Das Qualifying-Duell mit seinem Teamkollegen Carlos Sainz entschied er mit 11 zu 10 für sich. Mit Sainz hatte er den perfekten Teamkollegen für sich. Die beiden zelebrierten abseits der Strecke eine gute Freundschaft und sorgten für einen richtigen Popularitätsschub bei McLaren.

Das Duo machte in der Saison 2020 für dort weiter, wo es 2019 aufgehört hatte. Norris gelang beim ersten Rennen in Österreich gleich sein erstes Podium, und zeigte auch sonst einen deutlichen Schritt nach vorne. 2021 schließlich etablierte er sich als einer der Top-Fahrer im Feld: Mit vier Podien und einem deutlichen Sieg gegen seinen neuen Teamkollegen, den etablierten Rennsieger Daniel Ricciardo, holte er den sechsten WM-Rang.

Beinahe hätte er auch seinen ersten Sieg gefeiert. In Sotschi war er von der Pole aus ins Rennen gegangen und hatte das Rennen kontrolliert, ehe er in einem hochdramatischen Finish den nahenden Regen unterschätzte. Unter dem Strich aber hatte er einen weiteren Schritt nach vorne geschafft, und der erste Sieg kann nicht mehr ewig weit weg sein.