Die neue Formel 1 2026 hinterließ bei Weltmeister Lando Norris heute in Australien einen starken Eindruck - jedoch keinen guten. Der McLaren-Fahrer landete im Rennen in Melbourne am Sonntag auf Platz fünf. Gegen die Mercedes-Doppelsieger hatte er keine Chance, doch die Performances seines Teams rückte für ihn vor dem Hintergrund des ersten Grand Prix mit den neuen Autos sowieso in den Hintergrund. Der Brite fand für den Sport in seiner jetzigen Form harte Worte.
"Das ist einfach nur Chaos und irgendwann hast du einen großen Unfall", lautet das Fazit des elfmaligen Grand-Prix-Siegers. Nach einem durchwachsenen Wochenende mit technischen Problemen ging er von Platz fünf ins Rennen und sah die Zielflagge nach 58 Runden ebenfalls als Fünfter. Was für die Zuschauer am Start nach besonders guter Unterhaltung aussah, empfand er als Fahrer einfach nur als gemeingefährlich.
"Du fährst und wir sind diejenigen, die eigentlich nur darauf warten, dass irgendetwas passiert und etwas fürchterlich schiefgeht. Und das ist keine schöne Situation", so der 26-Jährige. Am Start wurden die eklatanten Unterschiede bei der Leistungsabgabe der unterschiedlichen Power Units und jeweiligen Teams deutlich. Die Ferrari-Fahrer überrumpelten vorne aus den Startreihen zwei und vier die komplette Spitzengruppe. Weiter hinten preschte Fernando Alonso im Aston Martin von P15 auf P10 vor.
Gefahr für Fahrer: Formel-1-Motoren 2026 künstlich und willkürlich
"Es ist sehr künstlich. Alles hängt davon ab, was der Power Unit gerade so einfällt, und was sie manchmal einfach willkürlich macht. Du wirst dann einfach von fünf Autos überholt und kannst gar nichts dagegen tun", erklärt Norris. Anstelle seines sechsten Startplatzes fuhr er durch den Unfall von McLaren-Teamkollege Oscar Piastri auf dem Weg ins Grid als Fünfter los. Am Start wurde er von Lewis Hamilton (Startplatz 7) und Arvid Lindblad (Startplatz 9) überholt, ging seinerseits aber an Kimi Antonelli vorbei, der von P2 gestartet war und bis auf die siebte Position durchgereicht wurde.
Wie erratisch die Startphase war, zeigte die Entwicklung bei Lewis Hamilton. Der siebenfache Weltmeister fuhr auf dem Run zur ersten Kurve bis auf Platz vier vor und wurde dann bei der Anfahrt auf Turn drei wieder auf P6 durchgereicht. Am Ende der Startrunde war er Dritter. Die erratischen Positionswechsel sind für Lando Norris schlichtweg ein Sicherheitsrisiko: "Du kannst dabei 50 km/h Differenz haben. Wenn du damit jemandem auffährst, gehst du einfach nur fliegen und dann fliegst du über den Zaun. Du kannst dir selbst und auch anderen ziemlichen Schaden zufügen. Und das ist eine schreckliche Sache, ich will gar nicht daran denken."
Rennsieger George Russell hingegen feierte die neuen Autos im Funk auf seiner Ehrenrunde hemmungslos ab. "Sehr schön, sehr schön! Ich mag diese Autos! Ich mag diese Motoren!", so der Mercedes-Fahrer euphorisch. Für Lando Norris ist das keine Überraschung. "Als Fahrer sagen wir, was gesagt werden muss. Natürlich sind manche zufriedener als andere, das verstehe ich natürlich auch", so der Weltmeister. "Es gibt jetzt auch nicht viel, was wir daran ändern können. Also macht es auch keinen Sinn, jetzt noch mehr zu sagen."
Formel-1-Weltmeister McLaren sportlich weit weg
Sportlich hatte der Tag für Lando Norris wenig zu bieten. Der Rückstand von über 50 Sekunden auf den Rennsieger ist für ihn alles, was er wissen muss: "Das macht natürlich nicht so viel Spaß wie letztes Jahr, aber es ist, was es ist. Wir haben heute das Maximum herausgeholt, denke ich. Wir sind eindeutig sehr weit weg, aber ich hatte einen netten Kampf mit Max [Verstappen]."
McLaren-Teamchef Andrea Stella erklärte bereits nach dem Qualifying, wo die Defizite gegenüber dem Motorenpartner liegen. Lando Norris ist zuversichtlich, dass McLaren mit den Erfahrungen aus Melbourne ein Schritt gelingen wird. "Wir haben uns verbessert und dabei viel gelernt, was für uns heute wichtig war", sagt er. "Es gibt noch viel herauszufinden. Das Gute ist, dass wir zu den Autos hinter uns einen guten Gap haben. Das Schlechte ist, dass der zu den Autos vor uns auch groß ist. Es ging heute in erster Linie darum, erstmal zu verstehen, dass wir mit unserem Auto noch weit von dem entfernt sind, wo wir sein müssen."


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