Knapp einen Monat nach der Verkündung des Formel-E-Einstiegs hat Opel im französischen Le Castellet offiziell den ersten Prototypen für die vollelektrische Formelserie enthüllt. Die ersten Runden absolvierte das Auto auch schon, in den Händen von Entwicklungsfahrerin Sophia Flörsch.

GSE 27FE nennt sich der Formel-E-Opel offiziell. Damit wird der deutsche Hersteller zum Auftakt der neuen Gen4-Ära ab Ende 2026 für die Saison 2026/27 antreten. Das Rollout auf dem Circuit Paul Ricard markiert dementsprechend den Start in ein monatelanges Testprogramm, das in Summe auch 15 Tage auf diversen europäischen Strecken umfassen wird.

Bis jetzt obliegt das Fahren Sophia Flörsch. Die 25-Jährige wurde Anfang April als Test- und Entwicklungsfahrerin bestätigt und erhält dementsprechend auch die Ehre, das neue Auto auf dem Circuit Paul Ricard zu fahren: "Nach ersten Tests im Simulator hier das erste Mal im Formel-E-Gen4-Rennwagen von Opel zu fahren, ist ein unbeschreiblicher Moment."

"Das brutale Drehmoment, diese völlig neue Performance - es fühlt sich an wie die Zukunft des Motorsports, und ich bin bereit, die Limits herauszufahren", kündigt Flörsch an. Sie wird auch in den nächsten Wochen eine zentrale Rolle bei den Tests spielen. Einsatzfahrer hat Opel bislang noch keine benannt.

Erster Formel-E-Opel fährt in Frankreich

Für diese ersten Ausfahrten präsentiert sich der Opel GSE 27FE erst einmal in einer speziellen Prototyp-Lackierung, einer Kombination aus Schwarz und knalligem Gelb, vom Designteam als "Lightspeed"-Grafiken tituliert. Die in den letzten Jahren eingeführte Designsprache will an die oft gelbe Opel-Sporthistorie erinnern und zugleich Elektro und Dynamik in den Vordergrund rücken. Die tatsächliche Rennlackierung wird im Oktober auf dem Pariser Autosalon enthüllt.

In Sachen Geschichte ist dieses Rollout auf dem Circuit Paul Ricard für Opel durchaus signifikant, schließlich markiert es die erste Ausfahrt eines von einem Opel-Werksteam eingesetzten Rennautos in über 20 Jahren, seit die Marke damals aus der DTM ausstieg. Seitdem betrieb Opel Motorsport mehr auf Sparflamme, etwa durch Rallye-Cups.

"Die Formel E ist für uns viel mehr als ein weiteres Motorsport-Programm - sie ist die Speerspitze unserer GSE-Strategie", unterstreicht Marketingchefin Rebecca Reinermann da gleich. "Hier zeigen wir, wie aufregend und zugleich relevant elektrische Performance für uns bei Opel ist."

Teamchef Jörg Schrott ergänzt: "Was wir heute enthüllen, ist weit mehr als ein Prototyp. Der Opel GSE 27FE ist ein strategischer Technologiebeschleuniger für unsere Arbeit in der Serie und speziell für unsere GSE-Performance-Modelle."