Lando Norris krönt sich beim letzten Rennen der Saison 2025 erstmals zum Formel-1-Welmeister. Dem McLaren-Fahrer reichte auf dem Yas Marina Circuit ein dritter Platz, um seinen Punktevorsprung von zwei Zählern über die Ziellinie zu retten. Nach dem Rennen zeigte sich er sich von seiner gewohnt emotionalen Seite und konnte Freudentränen nicht unterdrücken.

Schon als ihm noch am Teamfunk die McLaren-Entscheidungsträger gratulierten, brachen die Emotionen aus ihm heraus, während er sich bei seinem Team und seinen Eltern für alles bedankte. Angekommen bei den Parc-Ferme-Interviews zeigte er sich dann vor Emotionen komplett aufgelöst: "Oh Gott, ich habe lange nicht mehr geweint und ich dachte nicht, dass ich weinen würde, aber ich tat es."

Lando Norris: "Jetzt weiß ich, wie sich Verstappen fühlt"

"Es war eine lange Reise", sagte Norris und wiederholte dann nochmal den Dank bei allen seinen Wegbereitern, vor allem aber bei seinen Eltern. "Meine Mutter und mein Vater waren diejenigen, die mich seit dem Anfang immer unterstützt haben", sprach Norris, ehe ihm unter den nächsten Tränen das Weitersprechen schwerfiel. "Ich schaue aus wie ein Loser", stellte er deshalb fest. Eine Feststellung, der wohl beim Formel-1-Finale in Abu Dhabi kaum jemand zustimmen würde.

"Es fühlt sich unglaublich an. Jetzt weiß ich ein bisschen, wie sich Max fühlt", sagte Norris weiter, nachdem er sich wieder ein bisschen gefangen hatte. Er gratulierte auch seinen beiden Titelrivalen Max Verstappen und Oscar Piastri und erklärte: "Es war eine Freude mit ihnen zu kämpfen und es war mir eine Ehre. Ich habe so viel von beiden gelernt. Ich habe es genossen, es war ein sehr langes Jahr."

Lando Norris dankt McLaren: Unglaubliche Reise von neun Jahren

Auch McLaren kam in den ersten Dankesreden von Norris nach dem Zielstrich vor: "Es war eine unglaubliche und lange Reise mit McLaren, auf der wir in den letzten neun Jahren waren. Wir haben viele verrückte und gute Zeiten durchgemacht. Dass ich ihnen mit dem ersten Fahrer-Titel in vielen Jahren, etwas zurückgeben kann, gibt mir das Gefühl, dass ich meinen Teil geleistet habe." Es ist der erste Weltmeister-Titel für das Team aus Woking seit Lewis Hamilton im Jahr 2008.

Hier alle F1-Weltmeister der Geschichte:

Im Finalrennen in Abu Dhabi zuvor hatten sowohl er als auch sein Team keine Fehler begangen und seinen Titelvorsprung immer kontrolliert. Doch den Gedanken an die WM habe er trotzdem nicht verhindern können: "Man kann nicht nicht daran denken", so Norris. Dass er seine zweite Position auf der ersten Runde gegen Oscar Piastri verlor, störte Norris genauso wenig wie, dass Verstappen an der Spitze davonfuhr. Denn ein dritter Platz war schließlich unter allen Umständen ausreichend.

Untersuchung! Norris-Titel gerät nur kurz in Gefahr

Nachdem er in der Startphase Charles Leclerc hinter sich halten konnte, schien sein Titelgewinn nur einmal kurz in Gefahr zu geraten. Nämlich als für ein Überholmanöver gegen Yuki Tsunoda kurz eine Untersuchung gegen ihn lief, da Norris dabei neben der Strecke gewesen sein soll. Die Stewards sahen aber keinen Grund für eine Strafe, und erteilten stattdessen Tsunoda eine 5-Sekunden-Strafe für ein mehrfaches Spurwechseln. Damit war der Weg endgültig frei für den ersten WM-Titel des Briten.

Von dieser Untersuchung wurde Norris von seinem Team überhaupt nicht in Kenntnis gesetzt, aber die Situation hätte ihn auch sonst nicht beunruhigt, behauptet er: "Ich wusste, dass das, was ich getan habe, in Ordnung war. Also hatte ich nichts, worüber ich mir Sorgen machen musste." Bevor er die Ziellinie überfuhr, wollte Norris dem Braten dennoch nicht ganz trauen: "Wir haben oft gesehen, dass in der Formel 1 alles passieren kann."

Nach 58 Runden gab es dann die Erlösung. Für Norris kommt der Titel nach einem Jahr, in dem es lange danach aussah, als würde er nur die zweite Geige im Team spielen. Erst recht nach einem technisch bedingten Ausfall beim Niederlande-GP, der ihn im WM-Kampf 34 Punkte Rückstand einbrachte.

Lando Norris wird in Abu Dhabi Weltmeister
Foto: Motorsport-Magazin.com, IMAGO

Doch in den Herbstmonaten riss Norris das Ruder herum, während sich Piastri auf Formsuche befand. "Meine besten Vorstellungen kamen, als ich sie am meisten gebraucht habe", analysierte er nach der Siegerehrung, "in der zweiten Saisonhälfte, als ich mich etwas im Rückstand befand, da zeigte ich mein Bestes."

Lando Norris ist Weltmeister und sprang dafür in Abu Dhabi nur so hoch, wie er musste. Reicht das, um auch die Krone als bester Fahrer des Wochenendes einzufahren? Hier könnt ihr entscheiden und alle Fahrer benoten: