Die Formel 1-Saison 2026 bringt ein neues Motorenreglement mit sich, und damit eine Antriebseinheit mit 50% elektrischer Leistung. Schon nach den ersten Testfahrten in Barcelona berichteten einige Fahrer von einem eigenartigen Fahrverhalten der Boliden durch die neue Antriebseinheit. Weltmeister Lando Norris lässt sich davon nicht verunsichern, obwohl er erwartet, dass das neue Reglement spürbar mehr Arbeit mit sich bringt.

"Ich denke, jeder im Feld wird mehr Zeit im Simulator verbringen und sich stärker darauf konzentrieren, die Batterie zu verstehen und die Liftpunkte zu kennen", meint Norris und relativierte gleichzeitig die zusätzliche Arbeitsbelastung. "Die neuen Regeln machen unser Leben zwar etwas schwieriger, aber ich werde dafür ziemlich gut bezahlt. Daher kann ich mich nicht beschweren. Ich glaube, das kann keiner von uns."

Ocon erwartet weniger Fahrereinfluss - Norris widerspricht

Und dennoch gibt es einige Fahrer im Feld, die von der neuen Motorenregelung weniger angetan sind. Esteban Ocon ging sogar so weit zu behaupten, dass die Fahrer nur noch 20% Einfluss auf das Rennen hätten. Norris hält dagegen und schreibt den Piloten mehr Einfluss als zuvor zu. "Ich denke, der Fokus liegt zunehmend auf der Fähigkeit der Fahrer, all die neuen Dinge zu kontrollieren", argumentierte er. "Es kommt sicher ein zusätzlicher Ingenieursanteil dazu, aber es ist immer noch der Fahrer, der alle Entscheidungen treffen muss."

Genau darin liege die neue Herausforderung. Der Pilot müsse ebenfalls verstehen, wie die Batterie im Rennbetrieb funktioniert, wo er sie einsetzen kann und wo nicht und welche Konsequenzen der Einsatz der Elektroenergie hat.

Ingenieurswissen für Formel-1-Piloten wichtiger denn je

Besonders bedeutsam könnte dieses Wissen für das Qualifying werden. Bisher war die Aufgabe vergleichsweise simpel: Dirty-Air vermeiden und die schnellste Runde abspulen. Ab 2026 muss die Energie besser eingeteilt werden, um später auf der Geraden nicht zu verhungern. "All das zu verstehen, erfordert viel Ingenieurskunst und Berechnungen, und der Fahrer muss sich allen möglichen Rennsituationen bewusst sein", so Norris.

Der Brite rechnet daher in der kommenden Saison mit komplizierteren Überholmanövern und einigen Chaos-Rennen. "Es wird kniffliger, und man kann mehr Fehler machen, aber das ist die Herausforderung der Regeln in diesem Jahr", resümierte er.

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