Die beiden Formel-1-GPs in Bahrain und Saudi-Arabien wurden aufgrund des Krieges im Nahen Osten schon im März aus dem Rennkalender gestrichen und damit natürlich auch die Wochenenden der Formel 2 an beiden Orten sowie die Rennen der Formel 3 in Bahrain und der rein weiblichen F1 Academy in Saudi-Arabien.
Während die Königsklasse keine direkten Ersatzrennen benannte und offiziell nach wie vor nur von einer Absage im April die Rede ist, galt es von Anfang an als wahrscheinlich, dass die Nachwuchsserien für Reserve sorgen würden. Im Falle der Formel 2 geschah das nun auch. Am Donnerstag gab das Unterhaus der Königsklasse bekannt, dass Miami und Montreal kurzfristig in den Rennkalender nachrücken.
Ersatz für Nahost-Rennen: Die Formel 2 geht nach Nordamerika
Bereits seit längerem machten Gerüchte die Runde, dass die beiden Frühjahrs-GPs auf dem nordamerikanischen Kontinent mit den besten Aussichten für diese Rolle als Ersatzrennen ausgestattet sind, jetzt wurde dies auch offiziell bestätigt. Damit gibt es schon bei den nächsten beiden F1-Wochenenden Formel-2-Action und gleichzeitig auch ein Debüt, denn die höchste Nachwuchskategorie unter der Königsklasse war noch nie in Nordamerika zu Gast.
Der Kalender der Formel 2 bleibt damit bei 28 Rennen verteilt auf 14 Wochenenden. F2-CEO Bruno Michel wurde in der Bekanntgabe folgendermaßen zitiert: "Es war keine leichte Aufgabe, aber es ist wirklich fantastisch, die F2 zum ersten Mal nach Nordamerika zu bringen. Das wollten wir schon seit langem, und so können wir sicherstellen, dass wir so schnell wie möglich wieder Rennen fahren können."
Formel 2 2026: So sieht der neue Rennkalender aus
| Datum | Strecke (Land) | |
|---|---|---|
| 1 | 7.–8. März | Melbourne (Australien) |
| 2 | 2.–3. Mai | Miami (USA) |
| 3 | 23.–24. Mai | Montreal (Kanada) |
| 4 | 6.–7. Juni | Monaco (Monaco) |
| 5 | 13.–14. Juni | Barcelona (Spanien) |
| 6 | 27.–28. Juni | Spielberg (Österreich) |
| 7 | 4.–5. Juli | Silverstone (Großbritannien) |
| 8 | 18.–19. Juli | Spa (Belgien) |
| 9 | 25.–26. Juli | Budapest (Ungarn) |
| 10 | 5.–6. September | Monza (Italien) |
| 11 | 12.–13. September | Madrid (Spanien) |
| 12 | 25.–26. September | Baku (Aserbaidschan) |
| 13 | 28.–29. November | Lusail (Katar) |
| 14 | 5.–6. Dezember | Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) |
Logistisch schlagen die beiden Rennwochenenden eine Kerbe in die Budgets der Nachwuchsteams, die ansonsten beinahe nur ausschließlich bei den Rennen in Europa und in Vorderasien an den Start gehen. Die einzige Ausnahme war bisher das Wochenende in Australien. Geographisch näherliegende Alternativen gab es kaum, denn auch sämtliche Herbst-Rennen der Königsklasse, bei denen die Formel 2 nicht ohnehin mit von der Partie ist, gehen in Übersee über die Bühne.
Formel 1 Kalender 2026 - Rennen, Startzeit, Strecken
Zandvoort ist ohnehin keine Option, da das Paddock sehr wenig Platz bietet und mit der F1 Academy und dem Porsche Supercup als Rahmenserien bereits gefüllt ist. Die einzige Alternative wäre für die Formel 2 also gewesen, ein eigenständiges Wochenende abseits der Königsklasse abzuhalten. Das gab es in der höchsten Juniorserie unter der Formel 1 zuletzt 2017 in Jerez. Eine für die Nachwuchsserie kommerziell wenig attraktive Variante.
F1-Chef Stefano Domenicali und FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem lobten bei der Verkündung den F2-Boss und sein Team für die Arbeit und hoben auch die Veranstalter in Kanada und Miami hervor. "[Bruno] und die gesamte F2-Familie haben großartige Arbeit geleistet und eng mit uns, der FIA sowie den Veranstaltern in Miami und Montreal zusammengearbeitet, um sicherzustellen, dass wir die Rennpause in dieser Saison so kurz wie möglich halten", so Domenicali.
Ben Sulayem wurde folgendermaßen zitiert: "Die Hinzufügung dieser beiden Runden stellt sicher, dass die Formel-2-Meisterschaft stark und ausbalanciert bleibt, und in der Lage bleibt, für die Teams, die Fahrer und die Fans zu liefern. Die Meisterschaft nach Nordamerika zu bringen ist ein wichtiger Schritt in dem fortwährenden globalen Wachstum, welcher den Pfad neben der Formel 1 verstärkt."
Ersatzrennen waren für die F2-Fahrer und -Teams vor allem deshalb wichtig, da zahlreiche Verträge mit den Nachwuchspiloten, die mehrere Millionen Euro für ein Cockpit pro Saison mitbringen, auf Basis von 14 Runden abgeschlossen wurden. Eine ersatzlose Absage hätte also unweigerlich für Probleme gesorgt.
Lösung für F2 und F1 Academy gefunden: Wie geht es mit der Formel 3 weiter?
Die F1 Academy hat eine andere Lösung gefunden, um ihre beiden Rennen aus Saudi-Arabien noch im weiteren Saisonverlauf und im Rahmen der Formel 1 über die Bühne zu bringen. Die rein weibliche Serie trägt in Montreal und in Austin drei anstelle von zwei Rennen aus. Wie es bei der Formel 3 weitergeht, ist noch nicht bekannt. Sie stand für Bahrain im Programm und muss also ebenfalls zwei Rennen irgendwo unterbringen.



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