"Dieser Große Preis von Mexiko war nichts für schwache Nerven", titelte der Blick – und brachte damit perfekt auf den Punkt, was sich 71 Runden lang im Autódromo Hermanos Rodríguez abspielte. Ein VSC, ausgelöst von Carlos Sainz drei Runden vor Ende des Formel 1-Rennens, verhinderte noch mehr Nervenkitzel. Was war passiert?

Sainz, der bis in Mexiko ein schwieriges Rennen mit mehreren Strafen erlebt hatte, drehte sich in Kurve 14 am Ausgang des Stadions. Er schlug leicht in die Streckenbegrenzung ein – doch das reichte aus, damit die Hinterachse seines FW47 brach. Sainz lenkte seinen Williams direkt in eine Öffnung der Leitplanken. "Ich habe alles getan, um ein Safety Car oder VSC zu verhindern. Das war das Sicherste, was ich tun konnte", stellte der Spanier klar.

FIA verteidigt VSC-Entscheidung

Trotz seiner Bemühungen wurde ein Virtual Safety Car (VSC) ausgerufen. Für so manchen war diese Entscheidung schwer nachzuvollziehen. Die FIA verteidigte die Entscheidung für das VSC, da der Williams in einer exponierten Position zum Stillstand gekommen war. Als das Auto zu rauchen begann, war klar, dass die Streckenposten zur Bergung des Fahrzeugs eingreifen mussten. In einem solchen Fall ist es üblich, dass das Rennen "neutralisiert" wird – in diesem Fall mit einem Virtual Safety Car. Sobald der Williams von den Marshals in eine geschützte Position geschoben wurde, wurde das Rennen wieder freigegeben.

Carlos Sainz stellt seinen Williams ab
Sainz lenkte den Williams zwar in eine Öffnung der Leitplanke ..., Foto: IMAGO/PsnewZ
Marshals schieben den Williams von Carlos Sainz hinter die Barriere
...trotzdem mussten die Marshals ausrücken, um ihn weit genug hinter die Leitplanke zu schieben, Foto: IMAGO/PsnewZ
Williams von Carlos Sainz auf Abschleppwagen
Von dort ging es für den Boliden auf den Abschleppwagen, Foto: IMAGO/PsnewZ

Mit dem VSC griff man jedoch gegen Rennende in das Duell zwischen Charles Leclerc und Max Verstappen um Platz zwei und zwischen Oliver Bearman und Oscar Piastri um Platz vier ein – und damit auch in den WM-Kampf. Ein vierter Platz hätte für Piastri ausgereicht, um seine WM-Führung gegen Lando Norris zu behaupten. Allerdings räumte Piastri ein, dass es auch ohne VSC schwierig geworden wäre. "Ich habe mein Bestes versucht. Es ist eine Sache, ins DRS-Fenster zu fahren, eine andere, den Gegner zu überholen. Ich habe mein Bestes versucht, aber selbst ohne VSC wäre es schwierig gewesen, an Bearman vorbeizugehen", so der McLaren-Pilot.

VSC rennentscheidend ja oder nein? Meinungen gehen auseinander

Charles Leclerc glaubt wiederum, dass er ohne das Virtual Safety Car den zweiten Platz gegen Verstappen wohl kaum hätte verteidigen können. Fred Vasseur war allerdings nicht besorgt. "Als Max sich Charles am Ende näherte, war ich nicht allzu nervös. Auf dieser Strecke ist es sehr schwierig zu überholen. Daher bin ich mir nicht sicher, ob das VSC wirklich einen großen Unterschied gemacht hat", so der Ferrari-Teamchef. Sein Konterpart bei Red Bull Racing, Laurent Mekies, sah die Fans durch das VSC auf jeden Fall um einen spannenden Kampf gebracht.

"Das VSC hat am Ende einen großartigen Kampf verhindert", sagte Red-Bull-Teamchef Laurent Mekies. "Max war Charles pro Runde sechs bis sieben Zehntel voraus. Das VSC hat uns einen schönen Kampf und vielleicht ein paar Punkte gekostet, aber das gehört zum Spiel dazu." Auch Max Verstappen nahm den dritten Platz in Mexiko sportlich: "Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man. So ist das eben im Rennsport."

Norris auf WM-Kurs - Schockmoment: Marshal beinahe überfahren! (09:59 Min.)