Seit dem 20. April, also 189 Tage, hatte Oscar Piastri den ersten Platz in der Formel-1-Fahrerweltmeisterschaft inne. Doch mit dem Großen Preis von Mexiko-Stadt ist das vorbei. Piastris fünfter Platz reichte nicht, um seine Führung zu verteidigen, jetzt muss er sich mit einem Punkt Rückstand hinter seinem Teamkollegen und größten WM-Rivalen Lando Norris einreihen.

Norris auf WM-Kurs - Schockmoment: Marshal beinahe überfahren! (09:59 Min.)

In Mexiko fuhr Piastri über 40 Sekunden nach seinem Teamkollegen über die Ziellinie. Und trotzdem kann seine Leistung als Erfolg angesehen werden, denn nach seinem Start ist der fünfte Platz zumindest Schadensbegrenzung. In der ersten Kurve bekam er eine ordentliche Ladung Staub aufs Visier, den die Autos vor ihm aufwirbelten. Mit eingeschränkter Sicht und wenig Grip fuhr er weit in die Kurve hinein und fiel einige Plätze zurück, kämpfte sich aber noch in der ersten Runde auf den neunten Rang zurück.

Der Verkehr verwehrte ihm eine Flucht nach vorne. Einen Großteil des Rennens machte sich Piastri mit dem Heck von George Russells W16 bekannt. Zuerst im Duo und später, als sie auf Kimi Antonelli aufliefen, im Dreiergespann arbeiteten sie sich durchs Feld. Obwohl Piastri ordentlich Druck auf die Mercedes-Piloten ausübte und diese nach einer Schimpftirade von Russell die Plätze tauschten, kam der Australier nicht an den Silberpfeilen vorbei.

Erst nach seinem zweiten Boxenstopp konnte er Antonelli und Russell hinter sich lassen und seine Jagd auf Oliver Bearman beginnen. Doch es sollte nie zum Überholmanöver kommen. Ein virtuelles Safety Car in den letzten zwei Runden verwehrte Piastri den vierten Platz, mit dem er seine WM-Führung mit einem Punkt Vorsprung bewahrt hätte.

Lösung für Piastris F1-Krise? Ein geänderter Fahrstil!

Trotzdem könne Piastri stolz auf sich sein, meinte McLaren-Teamchef Andrea Stella. Obwohl eine Verbesserung der Pace durch den Verkehr schwer feststellbar war, hat der WM-Zweite im Rennen einige entscheidende Anpassungen an seinem Fahrstil gemacht. Schon seit einigen Wochen betonte Stella, dass sich Piastri auf Strecken mit einem niedrigen Griplevel schwertut – im Gegensatz zu Lando Norris.

Nach dem Qualifying habe man bei McLaren eine gründliche Analyse durchgeführt und Wege besprochen, wie Piastri seinen Fahrstil auf solchen Strecken verbessern kann. Diese Anpassungen hat er in den 71 Runden des Mexiko-Stadt Grand Prix ausprobiert: "Ich habe viel experimentiert, ein paar Dinge geändert. Ich habe das Gefühl, dass ich einige Schritte vorwärts gemacht habe, aber wegen des Verkehrs ist das schwer zu messen. Ich hoffe, dass wir aus dem Rennen lernen können und ich mich verbessern kann. Das würde mich schon glücklich machen", so Piastri.

Denn die Pace ist im Auto, das bewies Norris mit seinem Sieg. Der neuerdings WM-Zweite muss sie nur noch freischalten. Doch mit einem für ihn unnatürlichen Fahrstil ist das leichter gesagt als getan. "Die letzten Rennen waren überraschend in Bezug auf die Pace. Wir haben eine Ahnung, wo die Pace ist und was wir machen können, um sie herauszukitzeln. Aber ich muss das Auto in den letzten Wochenenden sehr anders fahren, was komisch ist, wenn dein Fahrstil in den vorherigen 18 Rennen in Ordnung war", ist Piastri doch etwas perplex über die plötzlichen Probleme.

Für Stella hat sich bewiesen, dass die Änderungen Früchte getragen haben: "Seine Pace war definitiv konkurrenzfähiger als im Qualifying. Es ist wichtig für ihn, solche Erfahrungen zu machen und neue Tools zu seinem Repertoire hinzuzufügen. In den letzten vier Rennen haben wir wieder ganz andere Bedingungen, darauf muss er vorbereitet sein. Aber nach diesem Rennen kann er sehr stolz und zufrieden mit sich sein." Im Endspurt der Saison gibt es für Piastri nur ein Ziel: die WM-Führung zurückzuholen. Wie sieht sein Plan dafür aus? "Mehr Pace finden und mehr Rennen gewinnen."

Lando Norris hat heute das Formel-1-Rennen in Mexiko 2025 gewonnen. War er auch wirklich der beste Fahrer des Wochenendes? Jetzt alle F1-Piloten für das MSM-Ranking bewerten!