Wir wagen einen kleinen Blick zurück in die Vergangenheit. Um genauer zu sein, an den Beginn des Augusts. Max Verstappen holte in Ungarn bescheidene zwei Punkte und hatte 97 Punkte Rückstand auf WM-Leader Oscar Piastri - mit noch zehn verbleibenden Rennen. Die Weltmeisterschaft ist zu diesem Zeitpunkt fast gelaufen. Neun Rennwochenenden und einen Katar-Sieg später und schon ist Verstappen voll zurück im WM-Kampf der Formel 1. Den damaligen WM-Leader Piastri hat er mit seinem heutigen Sieg bereits überholt. Zu Lando Norris fehlen noch zwölf Punkte.

Max Verstappen knackt Norris am Start

Schon der Start verlief für Verstappen nahezu perfekt. Wie erwartet kam der Niederländer auf der linken Seite deutlich besser weg als Lando Norris rechts und knackte den WM-Führenden bereits in Kurve eins. An Oscar Piastri führte allerdings voerst noch kein Weg vorbei.

"Ich meine, der Start war ordentlich. Ich habe einen Platz gutgemacht und mich dann natürlich ein wenig um die Reifen gekümmert", sagt Verstappen. So sortierte sich der Niederländer erst einmal zwischen den beiden McLaren ein.

Spannend wurde es allerdings schon ein paar Runden später wieder. Denn Nico Hülkenberg kollidierte mit Pierre Gasly und flog ab. Folge: Safety-Car in Runde 7. Bei einer maximalen Reifensatzlaufzeit von 25 Runden und noch 50 zu absolvierenden Runden der ideale Zeitpunkt. So konnten alle an die Box und mussten im Verlauf nur noch einen Stopp absolvieren.

Das taten am Ende der siebten Runde auch alle - bis auf die beiden Autos vor und hinter Max Verstappen.

Verstappen über McLaren-Stopp: Das war ein interessanter Schachzug

"Ich dachte: 'Das ist ein interessanter Schachzug'", erinnert sich Verstappen. "Als sie mich hereinholten, musste ich erst einmal nachsehen, dass es Runde sieben war. Also dachte ich mir: 'Okay, jetzt können wir bis zum Ende durchfahren.'" Seine Gelegenheit erkannte er ein paar Sekunden später. "Als ich aus der Box kam, dachte ich mir: 'Okay, das ist eine Chance.'"

Verstappen kam hinter den beiden McLarens auf die Strecke zurück. Die mussten allerdings noch zweimal an die Box. Verstappen hatte damit einen Gratis-Stopp auf die Papayas gewonnen - ganz ohne eigenes Zutun.

"Ich wusste, dass die beiden McLarens viel Tempo brauchten, um diesen Boxenstopp aufzuholen. Als das Safety Car wegfuhr, haben sie natürlich einen ziemlichen Vorsprung herausgefahren. Aber für mich ging es nur darum, sicherzustellen, dass diese beiden Stints von Anfang bis Ende im bestmöglichen Tempo gefahren wurden", erklärt der Niederländer.

Titelgewinn in Abu Dhabi? Alles ist möglich!

Das setzte der noch amtierende Weltmeister dann auch in die Tat um. Fehler machte er keinen. Auch nach Piastris letztem Stopp auf harten Reifen ließ Verstappen nichts anbrennen. Der Australier kam zwar näher, aber nicht schnell genug. Mit rund acht Sekunden Vorsprung fuhr Verstappen dem Sieg entgegen.

Fahrer-WM: Die Top-3 nach dem Katar-GP

Pos.FahrerPunkte
1Lando Norris408
2Max Verstappen396
3Oscar Piastri392

"Das war ein unglaubliches Rennen für uns. Wir haben als Team die richtige Entscheidung getroffen und ja, das war klug. Und natürlich bin ich super glücklich, hier gewonnen zu haben", erklärt Verstappen.

Der Stand im WM-Kampf spitzt sich damit zu. Verstappen fehlen nur noch 12 Zähler auf Lando Norris. Wenn der Niederländer in Abu Dhabi gewinnt darf Norris maximal vierter werden. "Naja, jetzt ist alles möglich", lautet Verstappens abschließendes Fazit.

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