Bald ist es vorbei. Nur noch neun Tage, dann können sich die Ferrari-Fans in die wohlverdiente Winterpause verabschieden und die Formel-1-Saison 2025 vergessen. Das Sprint-Qualifying in Katar war das nächste Desaster in einer Reihe von nicht enden wollenden Rückschlägen für die Scuderia. Platz neun für Charles Leclerc, Platz 18 für Lewis Hamilton. Am Freitag herrschte Enttäuschung und niedergeschlagene Akzeptanz bei den Roten.
Hamilton gab sich nach dem Sprint-Qualifying sehr schmallippig. Wie schwer war es auf der Strecke? "So wie immer." Hat der größere Heckflügel, den Ferrari nach dem ersten Freien Training bei Hamilton für mehr Downforce verbaute, eine Verbesserung gebracht? "Nein, offensichtlich nicht." Irgendetwas Positives? "Das Wetter ist schön." Nach schlechten Resultaten ist der siebenfache Weltmeister meistens nicht sehr gesprächig, doch so wortkarg erlebten ihn die Formel-1-Journalisten selten.
Charles Leclerc war am Freitagabend ebenso nicht gut auf die Sessions zu sprechen. "Wir sind sehr langsam und haben schon wieder Probleme. Es wird tough, es war bisher schon ein schwieriges Wochenende", sagte er nach dem Sprint-Qualifying. Für Leclerc ist es nach P10 in Austin der schlechteste Sprint-Startplatz des Jahres. Hamilton ging bereits in Belgien von P18 in den Sprint. Damals konnte er sich nur auf P15 vorarbeiten.
Ferrari zu langsam: Hier verlieren Hamilton & Leclerc am meisten
Dass es nicht besonders gut laufen würde, hat sich bereits im FP1 abgezeichnet. Dort reihte sich das Ferrari-Duo auf P8 (Leclerc) und P12 (Hamilton) ein. Leclerc fehlten fast acht Zehntelsekunden auf die Bestzeit von Oscar Piastri. Doch dass sich das Sprint-Qualifying zu einem derartigen Desaster vor allem für Hamilton entwickeln würde, hatte niemand erwartet.
Hamiltons erster schneller Versuch reichte nur für P17 – und da hatten George Russell und Kimi Antonelli jeweils noch keine Zeit aufgestellt. Auf seiner zweiten Runde musste er seinen SF-25 in Kurve 15 abfangen und verbesserte sich nur marginal. Auf seinem dritten Run machte er keine auffälligen Fehler, doch der Ferrari war einfach zu langsam. Besonders im letzten Sektor in Kurven 14 und 15 brach die Performance ein. "Dieses Auto geht einfach nicht schneller, Mann", beschwerte sich Hamilton nach dem SQ1 am Funk.
Leclerc konnte sich mit P13 vor dem SQ1-Aus bewahren. Auch in SQ2 reichte es nicht für die Spitze, sondern nur für Platz sieben. Im letzten Qualifying-Abschnitt fehlte dem Ferrari-Pilot dann eine halbe Sekunde auf Pole-Setter Oscar Piastri. Auf seinem letzten Versuch räuberte er in Kurve eins und zwei über den Kerb und verlor dadurch viel Zeit. Auch in Kurve 10 fuhr er dem Feld hinterher. In der Startaufstellung für den letzten Sprint der Saison reiht er sich hinter Carlos Sainz ein, der ihm im Qualifying ein Dorn im Auge war.
Leclerc wütet gegen Sainz: Sehr nervig und unnötig!
In Vorbereitung auf seinen letzten Run verzögerte Sainz stark, um einen möglichst großen Abstand auf seinen Vordermann Fernando Alonso zu bekommen. Das störte Leclerc, der direkt hinter Sainz auf der Strecke war und dadurch auf den Spanier auflief. "Er hat eine riesige Lücke zu dem Auto vor ihm aufgebaut, das stresst alle dahinter. Er darf das machen, es ist nur sehr nervig und manchmal ein bisschen unnötig", so Leclerc.
Mit nur noch wenig Zeit auf der Uhr für SQ3 konnte Leclerc nicht mehr den idealen Abstand zu Sainz aufbauen. Am Funk ließ er seinem Frust freien Lauf: "Unglaublich, unglaublich. Verdammt noch einmal! Heute macht er das, aber ich werde das Gleiche bei ihm machen." Allerdings sah er schnell ein, dass die Schuld für das schlechte Ergebnis nicht nur bei seinem ehemaligen Teamkollegen lag. "Wir sind sowieso sehr langsam", funkte er an seinen Renningenieur Bryan Bozzi.
Nachdem er das Auto verlassen hatte, war Leclerc etwas gefasster, aber die Enttäuschung war immer noch groß. "Es ist schade, aber ich musste meine Runde zu nahe [hinter Sainz] starten. Wenn du dir unseren Rückstand auf die Top-5 ansiehst, dann hätte es ein besseres Qualifying werden können. Das Potenzial war da", lamentierte der Ferrari-Fahrer. Ihn und Yuki Tsunoda auf P5 trennte gerade einmal eine Zehntel.
Yuki Tsunoda? Auf P5? Ja, richtig gelesen. Der Red-Bull-Pilot schaffte es nicht nur zum ersten Mal seit Australien in die Top-5, er qualifizierte auch noch Max Verstappen aus! Wie? Das erfahrt ihr hier:



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