Oscar Piastri schlägt in Katar mit der Sprint-Pole zurück. "Ich bin ziemlich happy. Es ist schon eine Weile her, seit ich zuletzt auf P1 stand", strahlte der Australier über beide Ohren, als er nach dem Sprint-Qualifying vor die Medien trat. Für Piastri, der sich seit der Teamorder-Kontroverse in Italien in einem Tief befand, kommt die Sprint-Pole zur richtigen Zeit in der Formel 1-WM. Aktuell liegt er punktegleich mit Max Verstappen auf Platz zwei. Der Rückstand auf Lando Norris beträgt 24 Punkte. Norris kann sich somit bereits in Katar zum Weltmeister krönen.
Doch im Sprint-Qualifying bewies Piastri Nervenstärke und ließ beide Konkurrenten hinter sich - Lando Norris startet als Dritter aus der zweiten Reihe, Verstappen sogar nur von Platz 6. "Es ist zwar nur die Sprint-Pole, aber ich nehme, was ich kriegen kann", erklärte Piastri. Bereits in SQ1 machte der McLaren-Pilot deutlich, dass er in Katar ein Wörtchen um die Pole Position mitredet. Im ersten Segment mit einer Zeit von 1:21,286 Minuten noch Dritter hinter Max Verstappen und Fernando Alonso verbesserte sich Piastri im zweiten Segment in 1:21,005 Minuten auf Platz zwei.
Den kompletten Bericht zum Sprint-Qualifying gibt es hier:
Im entscheidenden SQ3 zog Piastri den Soft-Reifen auf und setzte als Erster eine Richtmarke, die kurz darauf von George Russell unterboten wurde. Doch der WM-Zweite schlug zurück und knallte auf seinem letzten Run in 1:20,055 Minuten einen neuen Streckenrekord in den Asphalt – und das trotz eines schwerwiegenden Fehlers beim Einfahren in Kurve vier. Nach eigener Schätzung hat ihn dieser etwa zwei Zehntel gekostet. "In einer Rechtskurve nach links zu lenken ist nie gut, vor allem nicht, wenn man dort mit mehreren hundert Kilometern pro Stunde unterwegs ist. In diesem Moment dachte ich, dass die Runde gelaufen wäre, aber ich habe weiter gepusht und konnte noch etwas Zeit gutmachen", sagte Piastri.
Die Grafik zeigt: Piastri ist auf seinen beiden schnellen Runs in den Kurven 4 und 5 langsamer als Russell und Norris.
Auf seinem letzten schnellen Run zeigt er eine hohe Kurvengeschwindigkeit in Kurve 10 und holt beim Herausbeschleunigen auf Russell auf. Wie die Grafik zeigt, ist der Mercedes-Pilot in den Kurven 14 und 15 deutlich langsamer.
Piastri ist wieder konkurrenzfähig
Bereits im Training zeigte er sich in Bestform. Dass der Lusail International Circuit seinem Fahrstil entgegenkommt, ist kein Geheimnis. 2023 gewann er hier den Sprint und feierte damit seinen ersten Sieg in der Königsklasse. Auch 2024 landete er im Sprint auf Platz 1 - wenn auch mit Mithilfe von Teamkollege Norris. Ob ihm nun der Hattrick gelingt? Wenn es nach McLaren-CEO Zak Brown geht, dann ja. "Wir sehen bisher konkurrenzfähig aus, also müssen wir konzentriert bleiben und uns auf uns fokussieren. Lando sollte noch etwas nach vorne kommen und Oscar sollte da bleiben, wo er startet", meinte Brown.
Piastri stand zuletzt in Zandvoort auf der Pole Position. Gewinnt er den Sprint am Samstag, erhält er acht Punkte. Das würde zwar nicht ausreichen, um seinen McLaren-Teamkollegen in der Gesamtwertung zu überholen, würde ihm nach den zuletzt schwierigen Wochen aber sicher einen Schub geben. "Bislang sieht es dieses Wochenende gut aus. Von Anfang an hat alles gepasst, was eine willkommene Abwechslung ist. Wir werden uns jetzt die Daten anschauen, um sicherzugehen, dass wir den Sprint ganz vorne beenden und für das Qualifying optimal vorbereitet sind."
Die Verstappen-Gefahr ist für McLaren so groß wie noch nie in dieser Formel-1-Saison. Ist es jetzt Zeit alles auf Lando Norris zu setzen? Team redet über Stallregie, verwirft die Idee aber.



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