McLaren will beim Formel-1-Rennen in Katar trotz der Gefahr durch Max Verstappen keine Teamorder anwenden. Max Verstappen gefällt das. Der offene Kampf zwischen den Teamkollegen kann nur gut für ihn sein, und ist beim gegenwärtigen WM-Stand 2025 sowieso eine Frage der Ehre. Der Weltmeister fährt die psychologische Kriegsführung auf und stachelt Oscar Piastri zur Attacke auf Lando Norris an.

"Wenn du als Rennfahrer ein echter Winner und ein echter Racer bist, greifst du an, selbst wenn du hinten liegst. Ich meine, warum solltest du ansonsten überhaupt antreten? Da könntest du dich genauso gut gleich 'Nummer-zwei-Fahrer' nennen, und ich denke, das will er nicht sein", so Max Verstappen vor dem 23. und vorletzten Rennen im Formel-1-Kalender 2025 in Katar.

Max Verstappen spielt bei Formel-1-Teamorder nicht mit: "F*** off!"

Durch die Doppel-Disqualifikation der McLaren-Fahrer beim Rennen in Las Vegas am vergangenen Wochenende, liegt er nur noch 24 hinter WM-Leader Lando Norris, und ist dabei punktgleich mit Oscar Piastri. McLaren will trotz der Gefahr durch den Red-Bull-Fahrer keine Stallregie zwischen seinen beiden WM-Anwärtern anwenden. Dieser Ansatz ist ganz nach Verstappens Geschmack.

"Es ist perfekt. Du kannst gar keinen besseren Job machen, als sie beide gegeneinander fahren zu lassen", sagt der viermalige Weltmeister, der in Piastris Situation ohnehin rebellieren würde, wenn es anders wäre. "Warum sollten sie jetzt plötzlich sagen, dass Oscar nicht mehr darf? Ich meine, würde mir das jemand sagen, würde ich nicht mitspielen. Ich hätte ihnen 'F*** off' gesagt."

WM-Kampf gegen Lewis Hamilton ein Vorteil für Max Verstappen

Lando Norris war 2024 schon ein Außenseiter im WM-Kampf. Für Oscar Piastri ist es dieses Jahr das erste Mal im Kampf um die Formel-1-Krone. Dass die damit verbundene Erwartungshaltung und Aufmersamkeit den McLaren-Fahrern zusetzt, zeigte sich im Saisonverlauf deutlich. Max Verstappen vertraut hingegen auf seine Routine in dieser Drucksituation. Seit ihm 2021 gegen Lewis Hamilton der Durchbruch gelang, ist für ihn alles anders.

"Natürlich hilft es ein bisschen. Wenn ich auf mich 2021 schaue und jetzt - diese Erfahrung zu haben hilft dabei, wie du ein Rennwochenende angehst. Selbst wenn du sagst, dass es nicht helfen sollte - es hilft", so der 28-Jährige. Dass er dieses Jahr erstmals in einem WM-Showdown gegen zwei Fahrer steht, ändert für ihn nichts: ""Es spielt keine Rolle, genauso wie es keine Rolle spielt, ob ich hinten oder vorne liege. Der Ansatz ist immer derselbe. Ich bin hier, um zu gewinnen und ich weiß, dass ich gewinnen oder zumindest bis zum Saisonende deutlich mehr Punkte sammeln muss."

Max Verstappen erfährt im Flugzeug von McLaren-Disqualifikation

Nach dem 15. Saisonrennen in Zandvoort lag er 104 WM-Punkte hinter dem damaligen WM-Leader Oscar Piastri. Nach seinem Sieg in Las Vegas am vergangenen Wochenende waren es eigentlich 42 Punkte, durch die Disqualifikation der McLaren-Fahrer änderte sich wenige Stunden nach dem Zieleinlauf jedoch alles. "Ich war auf meinem Flug nach Hause, aber ich wusste natürlich, dass es wegen dem Unterboden eine Untersuchung gibt", so Verstappen.

Sein Mitleid hielt sich selbstverständlich in Grenzen: "Da gibt es nichts zu diskutieren. Jedes Team versucht so tief wie möglich zu fahren, und manchmal passt es, manchmal wird es etwas enger. Aber es gibt keine Entschuldigung. Wenn du zu tief warst, dann warst du zu tief. So ist es auch mit anderen Regeln in unserem Sport."

Max Verstappen könnte WM-Niederlage verkraften: Kein Grund zu heulen

In Anbetracht der momentanten Form von McLaren und insbesondere Lando Norris kann es mit dem Titelgewinn aus eigener Kraft jedoch knapp werden. Insgesamt sind noch 58 Punkte zu vergeben, und sollte Norris seine beiden Verfolger am Sonntagabend in Katar um 26 Punkte distanziert haben, ist die WM entschieden.

"Die Chance ist jetzt auf jeden Fall größer als zuvor. Das nehmen wir gerne mit, aber wir müssen uns bewusst sein, dass wir selbst wenn wir alles gewinnen, immer noch etwas Glück brauchen", so Verstappen, der mit sechs Siegen in dieser Saison einen weniger als die beiden McLaren-Fahrer mit jeweils sieben Erfolgen auf dem Konto hat. "Am Ende ist es wichtig, ein schnelles Auto zu haben. Das müssen wir sicherstellen, ein schnelleres oder wenigstens gleich schnelles Auto zu haben."

Sollte es mit der Titelverteidigung zum ersten Mal seit 2022 nicht klappen, wäre das für den Red-Bull-Fahrer allerdings auch kein Weltuntergang. "Natürlich würde ich gerne die Startnummer 1 auf dem Auto behalten - es ist ganz sicher die beste Nummer! Aber ich bin deshalb auch nicht verzweifelt. Wenn es nicht klappt, dann klappt es halt nicht. Es ist nicht so, dass ich dann in Abu Dhabi heulen werde. Ich bin entspannt."

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