Wie auch immer man es betrachtet, mit Adrian Newey setzt Aston Martin den Formel 1-Trend fort, einen Ingenieur auf den Teamchefposten zu setzen. Während der Schritt für Red-Bull-Motorsportberater Dr. Helmut Marko überraschend kam -

-, ist es für Fernando Alonso und Lance Stroll keine große Überraschung gewesen.

"Das war vielleicht der logische Schritt für 2026. In gewisser Weise hat er intern bereits viel Managementarbeit geleistet. Er war für die technische Entwicklung des Autos verantwortlich, aber auch für das Team, also die Leute, die es braucht. Er hat sich darum gekümmert, welche Bereiche wir als Team verstärken müssen und welche weniger wichtig sind", verriet Alonso. Englischen Medienberichten zufolge mussten zuletzt sieben Mitarbeiter aus der Design-Abteilung gehen, darunter Aerodynamik-Direktor Eric Blandin und der ehemalige Chefdesigner Akio Haga

Typen wie Montezemolo, Dennis & Co sind Geschichte

"Natürlich haben wir keine Entscheidungsgewalt, aber Lawrence [Stroll; Teambesitzer] hält uns immer auf dem Laufenden. Wir telefonieren einmal pro Woche und wenn er bei den Rennen vor Ort ist, dann essen wir täglich zusammen", sagte Fernando Alonso und Stroll meinte kurz und knapp: "In diesem Sport überrascht mich nichts mehr." Dabei galt Newey bisher weniger als Anführer, sondern vielmehr als stiller Tüftler, der sich mit seinem Reißbrett im Kämmerlein einschließt und eine geniale Idee nach der anderen ausbrütet. Doch laut Alonso haben sich die Zeiten geändert – Typen wie Eddie Jordan, Luca di Montezemolo oder Ron Dennis hätten als Teamchefs ausgedient.

"Alles wird nur noch von Zahlen und Daten bestimmt, auch die Teams", betonte der Spanier und stellte gleichzeitig klar, dass Aston Martin das Beste von beiden Welten hat. "Wir haben großartige technische Führungskräfte und darüber hinaus noch Lawrence. Er ist einer von den alten Hasen, dem die Leidenschaft für den Rennsport im Blut liegt." Offiziell trägt Adrian Newey, dessen Titel "Managing Technical Partner" lautet, künftig die Verantwortung für das gesamte Technik-Team, inklusive der Rennmannschaft, die sich an der Strecke um den Einsatz der Autos kümmert. Lawrence Stroll soll sich dagegen um die Business-Aktivitäten des Rennstalls kümmern.

Neweys Führungsstil? Perfektion!

Andy Cowell bekommt nach 14 Monaten als Aston-Martin-Teamchef 2026 den neuen Posten des "Chief Strategy Officer" zugewiesen. In dieser Funktion soll er sich um die Koordination der Teampartner Honda (Motor), Aramco (Benzin) und Valvoline (Schmiermittel) kümmern. Als Antriebsspezialist trägt er die Verantwortung dafür, dass die neue Power Unit nahtlos mit dem neuen Aston Martin-Rennwagen zusammenwächst. Bei Aston Martin hofft man, damit die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt zu haben. "Adrian ist bekannt für sein unbegrenztes Streben nach Leistung und Perfektion. Ich denke, dass wir uns künftig noch extremer in Richtung Leistung bewegen werden", meint Alonso.

Befürchtungen, wonach es bei Aston Martin in der kommenden Saison eine Führungslücke an der Rennstrecke geben könnte – denn Newey wird nicht bei allen Rennen vor Ort sein – hat der Spanier nicht. "Wir haben ein starkes Team an der Rennstrecke. Wir haben Leute mit viel Erfahrung wie Andy Stevenson [Sporting Director], großartige Renn- und Leistungsingenieure. Zusätzlich besitzen Lawrence und ich über langjährige Erfahrung – es mangelt uns also nicht an Erfahrung oder einer Vision, um erfolgreich zu sein. Wir brauchen nur ein schnelles Auto."

Zuletzt sorgte Aston Martin mit einem Verfahrensfehler gegen den Budget Cap für Aufsehen.