In der Formel 1 gilt seit 2021 ein Kostendeckel, der den Großteil der sportlich relevanten Ausgaben eines Teams abdeckt. In diesem Jahr beträgt der Kostendeckel nach Ergänzungen und Inflationsanpassungen des Grundbetrages circa 164 Millionen Euro. Der Cost-Cap war ein grundlegender Baustein, um die Königsklasse von einer Geldverbrennungsmaschine in eine auch für die Mannschaften finanziell lukrative Meisterschaft verwandelte. Seit 2023 gibt es zudem eine Obergrenze für die Motor-Hersteller.

Doch seit dem ersten Jahr der Kostenobergrenze wird dieser auch von Kontroversen begleitet. So verstieß Red Bull etwa bereits in der Debütsaison dagegen, und musste im Folgejahr eine Millionenstrafe, sowie Windkanal-Einbußen hinnehmen. Das war aber auch der umstrittenste Fall, seitdem stellte die FIA nur noch Ablauffehler und kleinere Vergehen fest, sogenannte Minor Breaches. 2024 hatte es etwa zwei Motorhersteller erwischt.

Aston Martin verstößt gegen Formel-Finanzregeln: Unterschrift kam zu spät

Auch in der Formel-1-Saison 2024, welche die FIA seit der Deadline am 31. März 2025 überprüft, hat es jemanden erwischt. Laut Informationen von Motorsport-Magazin.com hat sich Aston Martin einen Verfahrensfehler geleistet und verständigte sich deshalb in Form eines sogenannten Accepted Breach Agreements (ABA) mit der FIA.

Das Team aus Silverstone hatte die Cost-Cap-Unterlagen zunächst ohne Signatur eingereicht und die notwendige Unterschrift des Wirtschaftsprüfers erst später nachgereicht. In diesem Prozess hielt man die FIA immer auf dem Laufenden. Strafe soll es deshalb keine geben, weder sportlich noch finanziell. Nur eine Verwaltungsgebühr wird fällig. Eine offizielle Mitteilung steht noch aus. Diese wird wohl erst mit dem allgemeinen Abschlussbericht des Weltverbandes, der mit der Zertifizierung der F1-Teams einhergeht, erfolgen.

Formel-1-Teamchef: "Ziemlich klar, dass sich Teams in Problemen befinden"

Aber auch unabhängig von Aston Martin könnte sich 2025 wieder etwas zusammenbrauen. Denn die FIA hat für die offizielle Zertifizierung der Finanzdokumente der Formel-1-Teams schon deutlich mehr Zeit in Anspruch genommen als noch in den letzten Jahren. 2023 und 2024 wurden die Ergebnisse des Vorjahres jeweils in der ersten Septemberhälfte veröffentlicht. Nur als 2022 der Red-Bull-Verstoß und die damit einhergehende Strafe publik gemacht wurde, dauerte der Vorgang bis Oktober.

Sauber-Teamchef Jonathan Wheatley unterstrich diese Vermutungen im Vorfeld des Mexiko-GP. "Ich denke die Verzögerung der Ankündigung machte uns allen ziemlich klar, dass sich einige Teams in Problemen befanden, oder ein Team möglicherweise." Sein Ferrari-Gegenstück Fred Vasseur wollte der Verzögerung nicht so viel Bedeutung beimessen. Er warnte davor, Spekulationen oder Gerüchte zu verbreiten.

Denn nicht nur die zeitliche Verzögerung ist ein Indiz dafür, dass etwas im Argen liegt. Auch im Formel-1-Paddock brodelt die Gerüchteküche. So hört man im Fahrerlager, dass mehrere Verstöße vorliegen könnten, wovon mindestens einer eine größere Tragweite annehmen soll - also über einen Fehler im Prozedere oder einem 'Minor Breach' hinausgeht. Auch Teamnamen geistern bereits durchs Paddock, allerdings sind diese bislang erst recht nur rein spekulativ.

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Jonathan Wheatley: Niemand macht das mit Absicht

Wheatley machte darauf aufmerksam, dass die Einhaltung des Kostendeckels eine delikate Angelegenheit sein kann: "Ich kann aus Erfahrung sagen, dass es sehr schwierig ist, das zu balancieren. Denn man will konkurrenzfähig sein und ich kann mir vorstellen, dass man jeden Dollar des Kostenlimits ausgeben will."

Als ehemaliger Red-Bull-Sportdirektor weiß er, wovon er redet, denn der jetzige Sauber-Teamleiter zählte zu den Entscheidungsträgern, als die Bullen 2022 von der FIA die bislang höchste Budget-Cap-Strafe aufgebrummt bekamen. Er fügte hinzu: "Deshalb will ich sagen, dass es niemand absichtlich tut. Diese Dinge können manchmal außerhalb der eigenen Kontrolle passieren. Wie etwa ein Unfall oder so etwas, das spät unerwartete Kosten verursacht."

Im Mai preschte FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem mit dem Vorschlag vor, den Formel-1-Kostendeckel wieder abzuschaffen. So argumentierte er für ein Ende des Budget Caps: